2007-04-02 00:10:15
Viele Jugendzeitschriften in Österreich werden in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Eines dieser Magazine ist jung und heimlich. Sie wird großteils von ehrenamtlichen jungen Hobby-Redakteuren produziert und erscheint viermal im Jahr. Der Herausgeber von "jung und heimlich" ist die Österreichische Jungarbeiterbewegung.
Jung und heimlich zeichnet sich nicht durch eine hippe Layoutgestaltung aus, was somit derzeitigen Trends widerspricht. Auf den ersten Blick wirkt die Zeitschrift ein wenig plump. Das macht das Magazin aber nicht unsympathisch.
Ein Magazin erstellt von Hobby-Journalisten
Jung und heimlich bietet vor allem den Bewohner der Studentenwohnheime der Österreichischen Jungarbeiterbewegung die Möglichkeit erste journalistische Erfahrungen zu sammeln. Im Gegensatz zu manchen anderen Hochglanzmagazinen bekommt man in "jung und heimlich" durchaus immer wieder hochwertige Artikel zu lesen. Beispielsweise ist wohl "jung und heimlich" eines der wenigen Magazine, die sich die Mühe gemacht haben auch ein wenig hinter die Kulissen vom Nova Rock oder Nuke zu schauen. In der letzten Ausgabe fand sich diesbezüglich ein ausführliches Interview mit dem Veranstalter bzw. Booker Ewald Tatar.
Wieviel kostet ein neuer Busen?
Zwischen 4.000 und 6.000 Euro, soviel sei verraten. Wer auch die Nasenpreise oder Fettabsaugpreise erfahren will, dem sei der Downloadlink zur Ausgabe 01/05 empfohlen. In dieser Ausgabe setzt sich "jung und heimlich" etwa mit dem Thema "Schönheit" kritisch auseinander. Diese oder ähnliche Artikel bereichern das Magazin. Ob Fanta 4 oder ein Erfahrungsbericht vom Leben der Maasai, der Themenmix ist nicht uninteressant.
Die Defizite
Eigenwerbung ist vollkommen okay, nur sollte man auch aufpassen, dass der Rahmen nicht überstrapaziert wird. Ob beispielsweise das ÖJAB Haus in Meidling nun im Rohbau fertig gestellt ist oder nicht, das wird den durchschnittlichen Studentenheimbewohner wohl nicht wirklich tangieren. Bestärkt durch die layoutmäßige Gestaltung droht das Magazin so zur Mitgliederzeitung zu degradieren; Ohne zu berücksichtigen, dass die durchschnittlichen Mitglieder des nun doch auch schon in die Jahre gekommen Vereins nicht mehr wirklich jung sind!
Resümee
Ein Magazin mit Potenzial, zweifellos. Vor allem hat es jungen Leuten etwas zu bieten, sei es im aktiven wie auch im passiven leserischen Sinn. Praktisch ist, dass man bei diesem Magazin alle Ausgaben bequem und einfach per pdf nachlesen kann.
Ich gehöre zu den Personen die von Anfang an dabei waren. In FM5 steckt nicht nur viel Zeit sondern auch ganz persönliches von mir. Im Moment habe ich mich ans Doktorat gemacht. Ich gehöre wohl zu den Personen, die nie Zeit haben...
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