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musik

iLiKETRAiNS

2008-04-17 17:19:49

  • im b72 iLiKETRAiNS
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Am Sonntag, dem 13.4. gastierten iLiKETRAiNS im B72

Mit einer Verspätung von mehr als 90 Minuten macht sich langsam etwas Bewegung auf der sehr kleinen Bühne des B72 bemerkbar. Der kleine Zuschauerraum ist gut gefüllt, aber nicht zu voll, einige Dutzend Neugierige haben sich schlußendlich eingefunden, um iLiKETRAiNS zu lauschen. Nach einem letzten Soundcheck startet die fünfköpfige Band aus Leeds nüchtern, aber konzentriert, zu einer audiovisuellen Erlebnisfahrt.

Man hat von der großen Insel schon einiges über die Band gehört. Man ist gespannt, wie sie live rüberkommt. Jedes Lied ist von sorgfältig ausgesuchten Visuals begleitet, jeder Clip beginnt mit den aufs Notwendigste reduzierten Daten zum jeweils besungenen Ereignis: Dem Ort und der Jahreszahl. Die darauf folgende Bilderflut ist gekonnt zusammengestellt und wirkt trotz extremer Thematik nüchtern und distanziert. Ein ähnliches Bild übermittelt auch der Gesamteindruck der musikalischen Darstellung. Die Abfolge zieht sich konsequent durch das gesamte Konzert.

Post-Rock auf dem Silbertablett

Als experimenteller Post-Rock wird ihre Musik meist beschrieben, mit Einflüssen verschiedener „Großer Meister“. Eine Mischung aus jugendlicher Melancholie und erwachsener Nüchternheit, Distanz und Nähe treffen sich in einem Nirgendwo, das eine konzentrierte, aber nicht niederschmetternde Stimmung, auslöst. Man hätte sich mehr Herzschmerz erwartet, stattdessen scheint die Musik erst nach und nach zu einem vorzudringen. Die Lieder wirken sehr kurz und prägnant, man läßt sich etwas täuschen. Die Qualität der Darbietung leidet darunter kaum. Der Sound ist exzellent, die Band arbeitet mit vielen Effektgeräten und somit ist es nicht weiter störend, als Guy Bannister bei einem kleineren Technischen Problem eine Pause einlegen muß.

Ausgeraubt und erschöpft

Diese wird auch zur sonst eher mageren Kommunikation mit dem Publikum genutzt. Dave Martin kann anscheinend nicht nur singen, sondern auch sprechen, nur es klingt noch verbitterter als der Inhalt seiner Songs. Was er uns zu erzählen hat? iLiKETRAiNS scheinen zu allen Orten ihrer Live-Auftritte den Regen mitzubringen, die Sonne wird nicht mehr scheinen. Etwas realistischer eine Erzählung der letzten Tage. Man habe sie in Italien ausgeraubt, sie haben zwei Stunden geschlafen und es ist alles sehr sehr schlimm ... Das Publikum trägt es mit Fassung, sie haben ja noch immer ihre Instrumente und sollen einfach noch mehr spielen. Was die Band gleich darauf auch in Angriff nimmt.

Im Großen und Ganzen ist zu sagen, daß man rein vom akustischen Erlebnis der bisherigen Erscheinungen mehr Emotion und typischen Fragen junger Künstler erwartet hat. Stattdessen bieten iLiKETRAiNS eine dokumentarisch ausgereifte Performance, die objektiver nicht sein könnte. Daß ein wenig Melancholie in den Charakteren selbst zu schweben scheint, das wollen wir trotzdem bestätigt wissen. Inklusive zweier Zugaben scheint die Zeit mit knapp anderthalb Stunden fast zu schnell verflogen zu sein. Man kann auf zukünftiges Material gespannt. sein.

Anspieltipps:
The Deception
A Rook House For Bobby
Terra Nova

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AutorInnen

Christian Stipkovits

Christian Stipkovits

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