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hey you gonna love this...

2007-04-02 00:10:11

Wer kennt sie nicht, schon zehn Jahre touren sie durch Österreich und ihre Songs sind schon fast legendär. Nach dem neuen Album, aufgenommen in Weilheim und der zahlreichen Geschehnisse rund um die Band Heiligenblut, haben wir nun die Musiklücke geschlossen.

Am Indie Soon Festival, in der Wiener Arena, durften wir die Band Heiligenblut begrüßen. Sie gehören seit längerem zu den eingesessenen Bands in der österreichischen Musiklandschaft. Selten geht eine Band ihren Weg so gemeinsam und arbeitet sich beständig nach vorne. Ihr Debut-Album Uppavolta fand schon sehr großen Anklang. Großartige Stimmung bei Live-Auftritten beweisen dies. 2003 wurde  das zweite Album one zero love veröffentlicht. In diesem verfeinerten sie ihren Stil und bewiesen ihre Qualitäten erneut. Wie ihr weiterer Weg aussieht, wie sie den Verlauf ihres Banddaseins sehen, könnt ihr im folgenden Interview nachlesen.

FM5: 2004 ist bislang euer bestes Jahr - Auftritt in England, Nominierung zum Fm4-Alternative Act.  Ihr macht bereits seit 1995 Musik, was habt ihr in Zukunft noch vor?

Als nächste Sache haben wir vor, dass das neue Album in Deutschland und in der Schweiz herauskommt. Im Frühjahr 2005 wird es soweit sein. Dann schauen wir was passiert. Ansonsten haben wir schon wieder viele neue Songs und könnten jederzeit wieder aufnehmen. Ein neues Album ist dann wieder eine Finanzierungsfrage.

FM5: Ihr habt euer letztes Album im Studio von Mario Thaler, der bereits mit Console, Slut und The Notwist gearbeitet hat, aufgenommen. Hat euch das in irgendeinerweise beeinflusst oder habt ihr euren Musikstil beibehalten?

Es war eine super Geschichte mit Mario, er hat einen ziemlich eigenen Stil, vor allem beim Mischen. Da hat er uns teilweise aus dem Studio vertrieben und gesagt, „Lossts mi einmal die Lieder hinschrauben und wenn es soweit ist, dann sag ich euchs, ihr  hörts rein und gebts mir Veränderungswünsche bekannt...“ Eigentlich war es ein bisschen ein anderes Arbeiten als wir es vorher gewohnt waren. Der Mario als Produzent hat ein irrsinniges Gespür für die Nummern und bekommt das ganz gut hin.

FM5: 2005 feiert ihr euer zehnjähriges Jubiläum. Ihr habt jetzt ein neues Album veröffentlicht, gibt es bei euch auch einen zehnjahres  Rückblick bzw. habt ihr etwas geplant?

Na ja, eine Greatest Hits können wir kaum rausbringen nach einem Album. Wir haben es bei den Konzerten genossen, wenn wir ältere Nummern gespielt haben.
Diese zehn Jahre haben irrsinnig viel gebracht für uns. Wir sind relativ stolz darauf, denn es ist sehr selten der Fall, dass man zehn Jahre als Band besteht, ohne dass die Mitglieder wechseln. Das hat bei uns nur einmal stattgefunden weil einer beruflich nach Graz gegangen ist. Also wenn ich so zurückblicke ist es für mich das Größte, das wir es geschafft haben, als Band so viele Jahre zusammenzuarbeiten und uns zusammenzustreiten.

FM5: Eure Homepage ist sehr professionell aufgezogen. Wie steht ihr generell zu Downloadbörsen - findet ihr es sehr produktiv oder zerstört es die Musikindustrie?

Prinzipiell ist es in der Situation in der wir und auch andere Independent Bands sind so, dass du mit deinen Songs so viele Leute wie möglich erreichen willst. Insofern ist dieser illegale Download auch ein Mittel. Für uns ist es wichtig, dass sich die Nummern verbreiten. Viel "Kohle" ist in dem Business, in dem wir vertreten sind, sowieso nicht drinnen. Mit dem muss man sich abfinden. Die Leute kopieren sich die Sachen. Natürlich zahlt man selber irrsinnig viel Geld dafür, dass wir eine CD aufnehmen können und man hätte das auch wieder sehr gerne zurück. Bei uns kommt das Geld durch sehr viele Live-Gigs zurück, aber diesen Multiplikatoreffekt den Ö3 hat, haben wir nicht, insofern ist das die einzige Möglichkeit wie man in die Breite gehen kann. Wir stehen dem nicht so negativ gegenüber.

FM5: Karin, du bist die einzige Frau unter vier Jungs, ist es schwierig oder geht’s dir gut dabei?

Als einzige Frau geht’s dir immer extrem gut. Wir haben sich im Laufe der zehn Jahre extrem gut aneinander gewohnt.

FM5: Ihr habt dieses Jahr auch schon in England gespielt, wie war der Auftritt, lässt er sich mit Auftritten in Österreich vergleichen?

Es war schon anders, denn es war eine Art Live-Wettbewerb. Wir haben eine relativ gute Zeit erwischt und auf jedenfall einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Veranstaltung ist sehr gut promoted worden, es waren Fernsehteams und etliche Moderatoren, die alles präsentierten.  Ausserdem haben wir mitten in London ein Hotel bezahlt bekommen.

Im Grund genommen ist es schon noch ein Privileg in Österreich eine Band zu sein. In London ist es noch um einiges schwieriger, als in Österreich, wo man relativ schnell zu den guten Clubs kommt. Es ist leichter, dass man mit den Leuten in Kontakt kommt. Man sollte sich als österreichische Band nicht beschweren. Man sagt zwar immer, als österreichische Band hat man nie eine Chance, dass man etwas aus sich macht, aber in London eine Karriere zu starten, ist bei weitem schwieriger.

FM5: Wie würdet ihr eure Musik in drei Sätzen beschreiben bzw. charakterisieren?

Indierock mit englischen Texten und Groovefaktor.

Live tritt eindeutig dieser lebendige Aspekt in Vordergrund, es ist live wirklich Rock & Roll. Wir nutzen die CDs  immer für ganz andere Richtungen. 
Ich würd sagen:  Live lebendiger Rock & Roll und im Studio ein bisschen experimenteller.

FM5: Was sind eure Präferenzen, denn zwischen Studio, kleiner Club und Festival liegen Welten. Auch in der Wahrnehmung der Band. Was macht euch mehr Spass, das experimentieren im Studio bzw. ein großer Auftritt?

Ich finde, es muss alles zu seiner Zeit sein. Ich mag prinzipiell die kleineren Club-Gigs, wo die Bühne quasi keine 20 cm über den Publikumsraum ist oder überhaupt ebenerdig. Besser wie diese großen Gigs, in irgendeinem Stadion wie zum Beispiel damals in Linz, wo man zehn Meter von den Leuten entfernt ist. Da würde ich eher das Lebendige, das Erdige bevorzugen. Aber gleichzeitig ist es ein Genuss im Studio zu sein und zu sagen: Jetzt bring ich meine Idee 1:1 auf CD. Also das konkurriert nicht miteinander. Aber von den Live-Gigs bevorzuge ich eher die kleineren.

Danke an Heiligenblut! Für alle die Sie kennen bzw. noch nicht kennen und einen ihrer engergiegeladenen Auftritte sehen wollen, gibt es einen Tipp: FM5-Geburtstagsfest am 8.01.'05 in Perg.

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AutorInnen

Martin Aschauer

Martin Aschauer

Ich gehöre zu den Personen die von Anfang an dabei waren. In FM5 steckt nicht nur viel Zeit sondern auch ganz persönliches von mir. Im Moment habe ich mich ans Doktorat gemacht. Ich gehöre wohl zu den Personen, die nie Zeit haben...

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