2008-09-24 13:17:31
Die Blödler-Truppe maschek gastierte im Regauer Pfarrsaal und strapazierte die Bauchmuskulatur.
"Die Lust an der direkten Konfrontation weicht nach einer gewissen Zeit und ab einem gewissen eigenen Präsenzlevel der Skepsis, ob wir den Strukturen und Personen, die wir kritisieren, in einem postmodernen Medienverständnis nicht vermehrt zuarbeiten." Nachsatz: "Und das wollen wir nicht." Spannende Gedanken, denen das Komiker-Trio maschek hier in einer Ausgabe des Magazins TheGap nachgegangen ist.
Denn letztendlich bleibt stets die Frage, inwieweit man als humoreskes Unternehmen, das mit oder ohne ironischen Hintergedanken Kritisierte nicht doch unterstützt. Bestes, aktuelles Beispiel: Als letzten Sonntag in der von ATV veranstalteten Wahlkampf-Show Meine Wahl Vizekanzler Wilhem Molterer mit einer von maschek-Mitglied Peter Hörmanseder bedienten Sprechpuppe in Molterer-Gestalt konfrontiert wurde, lachte er darauf und meinte, ihm gefalle dieses Programm Bei Schüssels.
Gewiss, Kabarett als reine Provokationshülle mit mangelndem Inhalt ist zu wenig, jedoch wird es problematisch, wenn dieses Genre ihre bissigen Zähne bei gleichzeitiger Verhaberung mit dem Polit-Establishment verlieren könnte. Haariger, aber deshalb nicht weniger spannender Sachverhalt, dem man in unserer schönen neuen Welt ausgesetzt ist.
Als Zuschauer ist das Kabarett selbst wohl nur vor besagtem Hintergrund zu genießen. Trotzdem setzt sich an dieser Stelle (zurecht) die Idee durch, dass nichts sagen nicht geht und gerade deshalb Schenkelklopfer auslösende Institutionen wie maschek und Co. von immenser Essenz sind – und sei es nur als Hilfe, wenigstens für ein paar Minuten all das Übel und den Dreck im Schrotthaufen Gesellschaft außen vor zu lassen.
Brot und Spiele
Auch letzten Freitag konnte sich der geplagte Weltbürger vor einer überdimensionalen Video-Wall im Pfarrsaal Regau – für Ortsunkundige: irgendwo zwischen Wien und München – einfinden und dank des schon in früheren Zeiten allseits beliebten Konzepts Panem et circenses ein Erstarken seiner Bauchmuskulatur feststellen. Grund dafür war ein maschek-Auftritt, der es in sich hatte.
Auch wenn das Programm keinerlei Änderungen beinhaltete und bereits einige Passagen zuvor in der TV-Sendung Dorfer`s Donnerstalk zu sehen waren, gestaltete sich dieser Abend zu einem Spießrutenlauf, nur mit anderen Vorzeichen. Von HBP Fischer bis Werner Faymann, von Alfons Haider bis Ewald Stadler – alle bekamen mittels fingierter Synchronisation von Peter Hörmanseder, Ulrich Salamun und Robert Stachel ihr Fett ab. Sehr lustig: Papst-Bashing, grandios!
Es wird natürlich im Nirvana verhallen, alles bleibt beim Alten, und doch: Gut so.
"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)
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