2007-04-02 00:11:24
Die Editors und Kashmir werden sich Anfang Februar in Wien ein Stelldichein geben. Großes Gefühlskino vorprogrammiert.
Zum Ersten...
"Wir wollen mit unserer Musik Leute berühren, sei es körperliche […] oder emotionale Berührung. Über die großen Dinge des Lebens zu singen, dadurch wollen wir es erreichen.“ Das ließ uns Tom Smith, seines Zeichen Sänger der aus der englischen Schulstadt Birmingham stammenden Band Editors, im Interview wissen. Wird diese Aussage einer Prüfung unterzogen, muss man zugeben, dass ihnen die audiovisuelle Umsetzung des eingangs erwähnten Vorhabens mit ihrem Debüt „The Back Room“ unglaublich gut gelungen ist.

Welche Band blickt trauriger in die Welt? Vorschlag 1: Die Editors... (© Edel)
Darauf versuchen sie die beiden völlig diversen Elemente Melancholie und Dancemusik zu kreuzen. „Ja, das versuchen wir. To marry the two is very interesting for us”, zeigt sich Tom Smith zuversichtlich. „Das ist sowieso das, was ein Album tun soll. Es soll die Hörer auf eine Reise mitnehmen – durch verschiedene Emotionen und Gefühlszustände. Der eine Song kann zum Tanzen animieren, der andere zum Nachdenken…“, so Chris Urbanowicz, Gitarrist der Band, weiter. Nun bleibt es am 02. Februar im Wiener Flex jedem einzelnen überlassen, wie er den Abend verbringen will: Entweder ausgelassen tanzend oder resigniert mit einem Bier an der Bar – oder beides. Das wäre dann die schizophrene Art, die Editors zu genießen.
...und zum Zweiten
Es gibt „Schlimmeres“ als von Musikkritikern mit Bands wie Coldplay oder Radiohead verglichen zu werden. Dieses unwiderrufliche „Missgeschick“ ist Kashmir mit ihrem im Jahre 2004 veröffentlichten Album Zitilites (gesprochen Citylights) widerfahren. Durch diese keineswegs übertriebenen Kritiken, gelang ihnen auch endgültig der internationale Durchbruch, denn zu Hause in Dänemark genießen sie seit eh und je jenen Kultstatus.

...oder Vorschlag 2: Kashmir (© Søren Solkær Starbird)
Nun veröffentlichen die rund um den mit einem treuen Dackelblick ausgestatteten Sänger und Gitarristen Kasper Eistrup ein neues Album. Dieses mit „No Balance Palace“ betitelte Werk wurde gemeinsam mit Tony Visconti (David Bowie, T-Rex, Iggy Pop) in New York produziert. Eigentlich sollte das Album in Österreich bereits im Oktober des Vorjahres veröffentlicht werden, aber eine höhere Plattenfirmenlogik entschied dann doch anders. Auch gut. Jetzt erscheint „No Balance Palace“ gerade noch rechtzeitig – und zwar am 03. Februar – vor ihrem Konzert am 11. Februar in der Szene Wien. Wer sich zu großen Melodien hingezogen fühlt, auf schmalzigen Indie-Pop steht und eventuell noch Sonic Youth oder Bloody Valentine nicht nur namentlich kennt, sollte sich das keinesfalls entgehen lassen.
Mein Leben befindet sich zurzeit in Bearbeitung. Ich bitte deshalb um etwas Geduld. Danke.
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