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Schwerpunkt: The return of the Forestglade Festival

Zuckerbrot und Peitsche

2010-07-19 00:32:42

  • patton mike
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Mike Patton gibt seinem Publikum beim Forestglade Festival in Wiesen Süßes und Saures und ist dabei so cool wie niemand anderer. Dass außer Faith No More auch andere Bands am Festival waren, wurde von der Autorin dabei kaum bemerkt.

 

Liebe Freunde,

 

ich war am Forestglade Festival in Wiesen. Ich könnte euch jetzt davon erzählen, wie anstrengend und staureich die Anreise mit Parkplatzsuche und wie heiß das Wetter war, wie wir genau zu den letzten Liedern von K's Choice noch am Gelände angekommen sind und was Sarah Bettens nicht für eine wunderbare Ausstrahlung hat. Ich könnte davon berichten, wie herrlich es ist ein Festival zu besuchen, bei dem die Besucher zu geschätzten und gefühlten 90 Prozent weit über 20 Jahre alt sind und wie viel Gas Jet wieder einmal auf der Bühne gegeben haben. Dass die Cranberries zwar spitze sind, aber meiner Meinung nach auf einem Festival nicht wirklich zu Geltung kommen und Frontfrau Dolores O’Riordan ein keckes rotes Abendkleid trug, das irgendwie nicht ins Bild passte. Auch könnte ich ausführen, dass Thomas D's Hosen recht weit unten saßen und ich mir bis jetzt nicht sicher bin, ob mir das gefallen hat oder nicht. Dass die Fantastischen Vier eine tolle Show mit vielen alten Hits und einigen neuen Nummern hingelegt haben, ich aber zu erschöpft war, um mir das ganze Spektakel aus der Nähe anzusehen und irgendwann auf der Tribüne Platz genommen habe um alles von oben zu beobachten.

 

 

Außerdem könnte ich berichten, dass Tag Zwei wettermäßig lange glücklich verlaufen ist, Garish schöne Musik mit Freunden gemacht haben. Dass Everlast mit seinem Publikum geschimpft hat und es gar nicht mag, wenn er nass gespritzt wird. Dann könnte ich auch noch gestehen, dass ich an der Show von Therapy? nicht wirklich interessiert war und sie mir nicht angesehen habe, mich aber schon sehr auf Gossip gefreut habe und aufs Outfit von Beth Ditto gespannt war. Ich könnte auch vermuten, dass ihr die Hitze ordentlich zugesetzt hat, deswegen etwas weniger energisch war als sonst, sie aber trotzdem eine gewohnt gute Figur auf der Bühne gemacht hat und kurz nach ihrem Auftritt der erste Regen eingesetzt hat.

 

 

 

 

Auf all das könnte ich näher eingehen, möchte ich aber nicht, denn für mich ist und war das alles nebensächlich. Der wahre Grund, warum ich mich auf diesem Festival befand war einzig und allein Mike Patton. Nach dem Motto das Beste kommt zum Schluss betrat Faith No More mit einer Instrumentalversion von "Midnight Cowboy" als letzter Act des Festivals die Bühne und zeigte dem Burgenland wo der Bartl den Most holt. Mit einer Setlist, bei der kein Lied klang wie das vorherige stellte Frontmann Patton sein enormes Repertoire unter Beweis und zeigte, dass er kein „ordinärer“ Musiker, sondern ein Stimmtalent ist und dabei trotzdem ordinär wie nur was. Denn seinem Publikum gab er Zuckerbrot und Peitsche. Schmierte uns Honig ums Maul nur um uns in der nächsten Sekunde verbal eine aufs selbe zu geben. Nicht nur einmal pickte er sich Leute aus der Menge heraus um sie danach als „fat fuck“ „bitch" und Schlimmeres zu beschimpfen. Verarscht hat er uns auch, als er das Publikum vor die Wahl stellte: Michael Jackson oder Bee Gees, denn obwohl das Votum klar für Bee Gees ausgefallen war, hieß es nur:„That’s pretty bad, because we’re going to play Michael Jackson, motherfuckers…” Also gab's nicht das von mir so herbeigesehnte "I Started A Joke" sondern "Ben". (Da haben wir übrigens noch eine Rechnung offen lieber Mike.) Doch entschädigt wurde ich zumindest zum Teil mit Nummern wie "Easy", "Epic", "Ashes to Ashes", "Last Cup" oder "Edge of the World".

 

 

 

Egal ob mit Megaphone, Jackson 5 und Lady Gaga covernd oder crowdsurfend: Mike Patton stellte den Rest seiner Band in den Schatten und beanspruchte den Titel Rampensau für sich allein. Und wer das bis dahin immer noch nicht bemerkt hatte, wurde am Ende des Konzerts eines Besseren belehrt, als die coole Sau einfach mal so, ganz locker und lässig mit einem Salto ins Schlagzeug samt Drummer Puffy Bordin sprang – ein Statement, mit dem er die Bühne vor der Zugabe verlassen hat.

 

 

 

 



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AutorInnen

Caroline Kaltenreiner

Caroline Kaltenreiner

...Ich wollte immer eine Prinzessin sein, leider war nur mehr der Part der bösen Hexe frei....

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Kommentare




 

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