2007-04-02 00:11:24
Die mittels professioneller Unterstützung produzierte Single "Images Of Girls" ist der Vorbote für das im nächsten Jahr erscheinende Zeronic-Album.
Eine Strategie, die eine Band mit einer Sicherheit von 100 Prozent erfolgreich macht, gibt es (zum Glück) nicht, aber mittels ausgeklügelten Marketingkonzepten, einem raffinierten, blutrünstigen Management und einer ordentlichen Portion medialem Hype sind Ruhm und Ehre schon für so manchen Musiker in greifbare Nähe gerückt. Die Qualität der Musik spielt dabei oftmals nur eine nebensächliche Rolle.
England ist für dieses „Wie werde ich über Nacht zum Star“-Phänomen das beste Beispiel. Denn vor allem im Heimatland der Popmusik werden Bands in Musikmagazinen – teilweise unerklärlich – gepusht und binnen 24 Stunden in den siebten Himmel gehoben. Erlauben sich diese „Stars“ dann noch das eine oder andere „Skandälchen“, bekommt man auch in den schmierigen Boulevardblättern einen Platz auf der Titelseite eingeräumt. Dadurch wird auch die Aufmerksamkeit jener geweckt, die sich im Normalfall nicht einmal im Geringsten für diese Band interessiert hätten. Ein völliger Ausverkauf, der aber eines bringt: Geld.

In einem, auf den Musikmarkt bezogen, eher kleinerem Land wie Österreich würde dieser Weg zum Erfolg natürlich nicht funktionieren – dessen sind sich die Jungs von Zeronic bewusst. Dieses Quintett, welches ihre Wurzeln im Burgenland hat, versucht nach rund sieben Jahren Branchenerfahrung, die mediale Omnipräsenz im In-, aber vor allem im Ausland mit einem anderen Aufhänger zu erreichen. Und dieser ist kein geringerer als Gareth Jones, der auch bereits mit Depeche Mode, Interpol, Moby und Garbage zusammengearbeitet hat. Der alte Fuchs fand das Ausgangsmaterial zur Single „Images Of Girls“ – welches ihm die Band zukommen ließ – ansprechend genug, um deshalb extra nach Österreich zu fliegen. Natürlich war dieser Besuch nicht gratis, aber wie mir Sänger Mic Tanczos bestätigte, „leben wir deswegen jetzt nicht am Existenzminimum“. Danach flog das Quintett nach London und verpasste gemeinsam mit Jones „Images Of Girls“ den letzten Schliff im legendären Mute Studio. Das Endresultat klingt nicht mehr ganz so schwermütig und in üppiges Pathos gehüllt, wie das bei ihren bisherigen Arbeiten der Fall war.

Das Prägnanteste bei Zeronic war und ist auch bei „Images Of Girls“ noch immer die kraftvolle und zugleich zerbrechliche Stimme von Mic Tanczos, welche in der Melodieführung in der österreichischen Indie-Szene auf jeden Fall seinesgleichen sucht – und da fährt die Eisenbahn drüber. Die Single, welche als Vorbote zum neuen Album gedacht ist, wurde dem musikalischen Trend der heutigen Zeit angepasst: elektronische Elemente und ein in Richtung Tanzfläche schielender Beat. Inhaltlich beschäftigt sich „Images Of Girls“ mit dem durch das Internet ständig wachsenden Problem der fehlenden verbalen Kommunikation im Alltag. Lebens(abschnitts)partner werden nicht mehr beim Fortgehen kennen und lieben gelernt, sondern mittels Singlebörsen an Land gezerrt. Diese werden von Usern jeder Altersgruppe überflutet, die allesamt auf der Suche nach der großen Liebe ihres Lebens sind – egal in welcher Form auch immer. Ob sich Zeronic mit ihrer Single „Images Of Girls“ und dem darauf folgenden Album international einen Namen machen können, bleibt abzuwarten. Denn der Markt für diese Art von Musik ist im Moment gesättigt und die Kunden mit der Masse an musikalischem Einheitsbrei, welcher uns 2005 ständig auf den Teller gepatzt wurde, schlicht und einfach überfordert.
Mein Leben befindet sich zurzeit in Bearbeitung. Ich bitte deshalb um etwas Geduld. Danke.
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