Das Zero 7-Klangsammelsurium aus Elektronik, Jazz, Chillout-Sound und Folk macht Lust auf die erste Sommer-Gartenparty!
Gleich die Anfangsklänge des Openers „Futures“ offenbaren den urtypischen Zero 7-Sound, eine gezupfte Akustikgitarre, unaufdringliche Elektroniksounds und der fast unverkennbare, von Tom Skinner eingetrommelte Drumbeat. Addiert man weitere Elemente wie Bläser- und Stringarrangements und sanften Leadgesang – wie immer von wechselnden Sängern – ist man bei Zero 7 angelangt.
die beiden Zero 7-Köpfe Henry Binns und Sam Hardaker
Das was die Musik von Zero 7 so interessant macht, ist ihre Mischung aus Live-Bandsound und Elektronik. War das Vorgängerwerk „When It Falls“ mehr ein „Bandalbum“, ist das kompositorische Grundgerüst von „The Garden“ allein durch die beiden Zero 7-Steuermänner Henry Binns und Sam Hardaker entstanden. Eingespielt wurden die kreativen Ergüsse wie immer von der bereits etablierten „Zero 7-Instrumentalband“.
„Throw It All Away“, die erste Singleauskoppelung ist sehr soulig ausgefallen und lebt von der wundervollen Stimme von Sia Furler, bereits eine Langzeitpartnerin der Band, die am ehesten als die „Zero 7-Stimme“ gelten kann. Weitere stimmliche und kompositorische Unterstützung bekommt die Band diesmal durch Folksänger José González, u.a. zu hören in „Futures“, „Left Behind“ oder dem discotauglichen „Crosses“.
Zero 7 war von Beginn an ein offenes Kollektiv mit vielen wechselnden musikalischen Gästen. Nicht weiter verwunderlich, dass man sich auch mal eine interne Rollenverteilung bzw. -erweiterung erlaubt, so ist Henry Binns auf dem neuen Album stellenweise an den Background- und bei einem Stück erstmals an den Leadvocals zu hören. Die Rede ist von „Your Place“, eine der besten Nummern des Albums, die nach dem relativ kurzem Gesangsteil zu einem wundervollen Instrumental anwächst - eine Jazzsinfonie im Dreivierteltakt.
Mit reinen Instrumentalstücken hält sich die Band im Gegensatz zu den bisherigen Alben etwas zurück, „Seeing Things“ ist diesmal der einzige Vertreter dieser Art. Stattdessen wird das Sammelsurium aus Elektronik, Jazz und Chillout-Sound auf „The Garden“ durch eine Portion Folk erweitert, was in erster Linie dem Mitwirken von José González zu verdanken ist.
Now it's a good time for a tasty glass of wine
Let's not burden our minds with carbon dioxide
And everyone hurry, don't sit and abide
Yes, everyone stand up, we're running out of time
La la la la la la
La la la la, 'cause we're waiting here to die
(Waiting To Die)
Da ich bereits die beiden bisherigen Zero 7-Alben „Simple Things“ und When It Falls“ großartig fand, fällt es schwer, Album Nummer 3 als ihr bisher bestes zu bezeichnen, da vor allem das Debüt schwer zu toppen ist. Alles in allem klingt „The Garden“ sommerlich, leichtfüßig und sehr entspannt, und ist der ideale Soundtrack für eine Freiluftparty unter Sternenhimmel, inmitten eines mit üppiger Vegetation, Springbrunnen und bunten Lichtern ausgestatteten Gartens – um dort mit einem im Walzertakt swingenden „Waiting To Die“ das „Ende der Welt“ zu zelebrieren.
Livetipp: Zero 7 spielen am 16.7.2006 im Vorprogramm von Schmusesänger James Blunt in Wiesen.