2008-03-30 13:43:05
Yorick Brown ist nach einer mysteriösen und weltweiten Epidemie der einzig verbliebene lebende Mann auf der Erde. Richtig gehört. Die Frauen sind allesamt noch da. Origineller Gender-Comicstoff von Brian K. Vaughan, der den Humor auf der Zunge trägt.
Eine unbekannte Seuche hat die Welt erfasst.
Das Besondere: Nur die Männer sind davon betroffen, Frauen hingegen haben sie überlebt.
Nur der etwas tollpatschige Yorick ist der noch einzig verbliebene Kerl auf Erden. Noch dazu ein ganz sympathischer.
X without Y
Seit zwei Jahren ist das letztverbliebene Y-Chromosom auf zwei Beinen nun schon mit zwei Begleiterinnen unterwegs, um dem Ursprung für diesen weltweiten Vorfall auf den Grund zu gehen und um Beth zu finden, Yoricks Verlobte, die sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs im australischen Outback befand.
In dieser Zeit hat sich einiges verändert: Das männliche Patriarchat ist Geschichte. Die Frauen regieren und stehen jetzt an erster Stelle.
Trotzdem ist die Situation keinesfalls friedlich und besonnen.
Brutale und egoistische Randgruppen haben sich gebildet, auch mit religiösem oder neupolitischem Hintergrund.
Zusammenhalt sieht anders aus.
Dr. Allison Mann und die Agentin 355, die Yorick begleiten, haben die Aufgabe, den einzigen Mann zu schützen, da er für wichtige Tests und Laboruntersuchungen gebraucht wird.
Warum hat Yorick überlebt? Was macht ihn so besonders?
Größtenteils rennt er verschleiert und mit Gasmaske umher, andernfalls könnten ihm machthungrige Frauen noch gefährlich werden.
Mit dabei ist auch das Äffchen Ampersand, das eine zentrale und tragende Rolle für den Verbleib von Yorick hat, wie sich in diesem Band herausstellt
Und wie es diese Rolle in sich hat.
The last man on Earth
In diesem fünften Band der Serie befindet sich die kleine Gruppe in Kalifornien.
Der Zwischenstop gerät schon bald aus den Fugen, als Yorick eine Kirche betritt und auf die süße Beth trifft, die dort selbst eine neue Behausung gefunden hat. Welch ein Zufall, dass sie den gleichen Namen wie seine Freundin hat.
Nach einem kurzen sexuellen Intermezzo wird die Kirche von drei Amazonen angegriffen, die sie in Brand stecken wollen, für all die Lügen und Ungerechtigkeiten, die das Christentum an ihnen verübt hat.
Auch lernen wir Hero kennen, Yoricks Schwester, die sich aufgemacht hat ihren Bruder zu finden um ihn aus den Schlingen der beiden Frauen, die ihn begleiten, zu befreien.
Dafür geht die inzwischen schizophrene Schwester auch gern über Leichen. Der psychische Knacks kommt da gelegen.
Neben weiteren turbulenten Auseinandersetzungen, u.a. mit Anna Strong und ihrer Burka tragenden Setauket-Gruppe, wird auch noch Ampersand auf den letzten Seiten von einem rätselhaften Ninja-Mädchen entführt.
Gibt es noch Hoffnung für die Bevölkerung, vor allem für die männliche, oder ist die Entführung des Kapuzineräffchens das Ende von Allem?
Der einzige Mann auf der Welt
Dass muss man sich mal vorstellen und auf der Zunge zergehen lassen.
Hat Vor- aber vor allem Nachteile, wie man an der Geschichte um Yorick sieht.
Autor
Brian K. Vaughan dreht das Spiel um und lässt die verbliebenen Frauen
entweder als gefährliche Amazonen, lustvolle Schlangen, die einem an
die Wäsche wollen oder als machtbesessene Furien auftreten.
Auch spart er nicht mit literarischen Verweisen und Zitaten aus Film und Fernsehen.
Sehr
dialoglastig schreitet die Story voran, die sich ernster aber auch
witziger und manchmal auch erfrischend vulgärer Sprache bedient. Die
klaren Zeichnungen von Pia Guerra illustrieren erstklassig die nicht
immer ganz nachzuvollziehenden Gespräche und die eintretenden Wendungen
im Verlauf.
Auch die Cover von Massimo Carnevale sind besonders hübsch gelungen.
Y - The Last Man ist eine außerordentliche Comicserie, die auch hervorragendes Potenzial für die Kinoleinwand bietet.
Und da sind wir nicht die ersten mit dieser Idee, denn alsbald soll der Stoff in Hollywood verfilmt werden.
Wir wünschen gutes Gelingen und hoffen derweil auf weitere spannende Geschichten um Yorick und seine Frauen.
"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)
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