2008-05-05 18:41:41
Zeitreisen sind eine spannende Sache. Sie ermöglichen es, Dinge ungeschehen zu machen und Begebenheiten zu bereinigen. Doch ein Eingriff bleibt, wie wir alle wissen, nicht ohne Folgen. Marvels Mutanten müssen diese Lektion noch lernen.
Mutanten sind Menschen mit verändertem Erbgut und besonderen Fähigkeiten.
Durch ihre DNA können manche von ihnen fliegen, das Wetter beherrschen, den Magnetismus kontrollieren oder Gedanken lesen.
Unter der Führung des mächtigen Telepathen Charles Xavier hat sich eine Gruppe von Leuten zusammengefunden, genannt X-Men, um ihre Begabungen gemeinsam zu trainieren und für das Gute einzusetzen.
Der Homo Sapiens ist jedoch skeptisch und vom Homo Superior verängstigt, ein Leben mit diesen unberechenbaren Kreaturen will die Mehrheit von ihnen nicht.
Spannung und Kontroversen liegen in der Luft, auch die Politiker sind sich uneinig.
Xaviers Sohn David ist ebenso ein mächtiger Mutant, jedoch leidet er an multipler Persönlichkeitsstörung, was ihn unberechenbar macht.
Jahrelang befindet er sich im Koma, doch als er eines Tages aufwacht, verspürt er nur ein einziges Anliegen: Seinem Vater den Wunsch zu erfüllen, dass Menschen und Mutanten in Frieden miteinander leben können.
Um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, reist er zwanzig Jahre in die Vergangenheit, um den Erzfeind seines Vaters, Magneto, zu ermorden, bevor dieser zum Schurken wird und Unheil anrichten kann.
Durch ein Missgeschick tötet er allerdings seinen Vater, was die ursprüngliche Zeitebene komplett verändert und die Zukunft in ein düsteres Licht taucht. Durch die Kausalität der Ereignisse haben Dinge nie stattgefunden, die X-Men wurden nie gegründet und David wurde, erklärbar durch das Großvaterparadoxon, nie geboren.
Sprung in die Zukunft
Die feindlichen Mutanten, unter der Führung des Despoten Apocalypse, haben einen Genozid angezettelt, die Menschheit ist beinahe komplett ausgelöscht. Nur eine handvoll X-Men, diesmal unter der Führung von Magneto, sind noch am Leben und kämpfen weiterhin.
Wird es ihnen gelingen, die abscheuliche Schreckensherrschaft zu beenden und die Realität wieder in die richtige Bahn zu lenken?
Back in time
Mit Age Of Apocalypse haben die X-Men, die es bislang auf drei erfolgreiche Kinofilme gebracht haben, den gewöhnlichen Zeitablauf unfreiwillig hinter sich gelassen und damit eine der packendsten Geschichten im Comicgenre geschaffen.
Mit diesem Crossover haben sich die kreativen Köpfe bei Marvel einiges vorgenommen.
Der globale Weltuntergang war vor der Tür.
Die monatlichen Serien wurden durch den Tod von Xavier konsequenterweise umbenannt, das Setting veränderte sich, Helden waren auf einmal Schurken und bekannte Gegenspieler wurden zu Rettern und kämpften für eine heile Welt.
Ein mutiger und riskanter Schritt von den Autoren soweit zu gehen, die Menschen durch einen globalen Völkermord zu vernichten und die Mutanten, die vorher gerade ihrem Hass und Zorn ausgesetzt waren, trotzdem für sie kämpfen zu lassen. Rassendiskriminierung aus einer anderen Sichtweise.
Die legendäre Story aus dem Jahr 1995 erscheint noch einmal und komplett in vier dicken Bänden.
Obwohl die Figuren bunte Kostüme tragen, geht das Thema über gewöhnliche S/W-Sichtweisen und 'Gut gegen Böse'-Erzählungen hinaus.
Hier kann der Held oder die Heldin nach getaner Arbeit nicht das Kostüm ablegen und in ein anderes Alter Ego schlüpfen. Die Bedrohung ist dauerhaft und kommt nicht nur für einen Anschlag aus dem Versteck.
Mut wird manchmal eben doch belohnt.
"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)
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