2008-02-15 13:45:15
Im Herbst erschien David Schalkos neues Buch "Wir lassen uns gehen". Ironisch, humorvoll und abwechslungsreich einerseits, absurd, abartig und teilweise grausam andererseits.
Ein
Mann, der nichts zweimal machen kann. Keinen Sex mit der gleichen Frau
und schon gar nicht in der gleichen Stellung. Genauso wie beim Sex
gibt es aber Gott sei Dank auch beim Morden mehrere Möglichkeiten,
was Das erste
Mal etwas interessanter macht. Dann ein Tennislehrer, der nach einem Unfall seine Seele dem
Teufel verkauft und dafür in die Zukunft sehen kann. Blöderweise
nur drei Sekunden weit. Die Moral von dieser Geschichte: Verträge
immer vor dem Unterzeichnen lesen! (Vorteil Hornicek). Und die Geschichte des Gourmetkritikers, der keine Geschmacksnerven
hat und ohne es zu ahnen, die Exkremente des Chefkochs, getarnt
als Mousse au Chocolat, isst. Dem Koch nimmt er eine Haube weg, was ihm auch noch leid tut (Was Kratzer schmeckt). Schließlich eine
Frau, die sich mit einem einarmigen Mann zu einem Blind Date
verabredet und befürchtet, seinen Arm zu
verspeisen (Blind Date).
Aberwitz, Ironie und purer Horror
In David Schalkos Kurzgeschichten aus Wir lassen uns gehen, mischt sich völlig
Absurdes mit durchaus Realistischem, wodurch manches noch
grausamer wirkt. Was witzig oder zumindest harmlos
beginnt, wie eben die Verabredung zu einem Blind Date, endet
schließlich in Aberwitz, Ironie oder purem Horror. Stilistisch
zeigt sich der Autor so abwechslungsreich wie in der Auswahl seiner
Geschichten: Von klassischen Erzählformen über die sekundengenaue, chronologische Auflistung eines Tagesablaufes (Max
nimmt sich Zeit) bis hin zum Dokumentieren einer E-Mail-Korrespondenz
(God).
Wie
man schon vermuten kann, wenn man den Namen David Schalko hört,
handelt es sich bei Wir lassen uns gehen um
ein völlig irres Werk (im positiven Sinne gesprochen). Wer
Schalko jetzt schon kennt und liebt wird auch von Wir lassen uns
gehen begeistert sein und wer den Regisseur der Sendung ohne
Namen noch nicht kennt, wird ihn spätestens nach diesem Buch
lieben.
FM5 verlost zwei Exemplare von Wir lassen uns gehen. Die ersten beiden Einsendungen an gewinne@fm5.at mit dem Betreff: David Schalko gewinnen je eine Ausgabe des irrwitzigen Kurzgeschichtenbandes. Einsendeschluss ist der 24. März 2008.
Wir
lassen uns gehen von
David Schalko, erschienen
2007 im Czernin Verlag, Wien. Preis: EUR 19.80, Seiten: 192.
Zum
Autor David Schalko
David
Schalko wurde 1973 in Waidhofen an der Ybbs geboren und studierte BWL in Wien. Nach längeren Aufenthalten in London und San Francisco, arbeitete er als freier Werbetexter in Wien. Nach ersten
Buchveröffentlichungen wechselte er 1996 zum Fernsehen, wo er für
die Sendungen ZAP und Die Hausfreunde verantwortlich war. Es folgten
zahlreiche Werbefilme und Musikvideos sowie eine Karriere als
Sexkolumnist bei der Zeitschrift Wienerin. Im ORF war und ist Schalko
für die beliebten Sendungen Sunshine
Airlines, Dorfers Donnerstalk, Die vier da, Sendung ohne Namen und Willkommen Österreich verantwortlich. 2006 erschien sein Roman Frühstück in
Helsinki. Mit dem Film Heaven (Josef Hader in der Hauptrolle), eröffnete David Schalko die ORF-Reihe 8x45. Die ORF-Produktion Kupetzky, verschiedene Theaterinszenierungen wie
die Böheimkirchen Eurphorie und der Spielfilm DadsDead (Media
Markt) finden sich dazwischen. 2007 erscheint der Kurzgeschichtenband Wir lassen uns gehen.