2012-10-18 11:38:27
Dispatch sind zurück mit allem, was das Fanherz begehrt: Im August erschien ihr aktuelles Album "Circles Around The Sun" mit anschließender Tour, die sie Anfang Januar 2013 nach Wien bringen wird. Grund genug mit Brad und Chad darüber zu plauschen.
fm5.at: Zuallererst, wahnsinnige Show! Ich habe es sehr genossen. Nachdem man The Last Dispatch (Anm. d. Red.: DVD auf dem das letzte Dispatch Album zu sehen ist) gesehen hat, hätte man nicht damit gerechnet euch zurück auf der Bühne zu sehen. Was ist in der Zwischenzeit passiert?
Chad: Wir sind nicht mehr Brad, Chad & Pete. Wir haben ein verrücktes Wissenschaftsexperiment hinter uns. Wir sind jetzt Faksimile von unseren vorigen Personen und kommen viel besser miteinander klar.
Brad: Die originalen „Wir“ haben jetzt Fernsteuerungen und die Kontrolle über uns.
Chad: Nach The Last Dispatch nahmen wir uns Zeit für uns selbst und kamen erst 2007 wieder zusammen um ein Konzert für Zimbabwe zu spielen. Wir waren alle emotional betroffen von den Geschehnissen in Zimbabwe und entschieden uns dafür Konzerte in New York zu spielen. Das hat uns wieder zusammengeführt. Es hat uns eine Menge Spaß bereitet. Wir haben uns danach nochmals drei Jahre Zeit genommen und wollten unbedingt mal die Red Rocks Location in Denver, Colorado, spielen. Die Reunion wurde dadurch begünstigt.
Brad: Ja wir haben gerade darüber geredet. Diese vier Shows bei den Red Rocks waren in etwa so schön wie das letzte Dispatch Konzert, das man auf unserer DVD sehen kann. Es hat sich wahnsinnig gut angefühlt endlich wieder gemeinsam zu spielen. Die Zeit von 1999 bis 2002 war sehr hart. Als wir dann 2004 wieder spielten, dachten wir nicht, dass wir wieder zusammen kommen würden und 2007 war die Zeit gekommen. Wir hatten wieder Spaß miteinander und haben uns auch vermisst.
Pete hatte ein Projekt Pete Francis und war auf einem Label und machte sein eigenes Ding. Chad startete State Radio und ich selbst reiste viel und machte dann Musik als Braddigan. Wir alle mussten erstmal unsere eigenen Schiffe segeln bis wir realisierten, dass wir alle wieder zusammen kommen können.
Seid ihr als große Zimbabwe Supporter schon selbst dort gewesen?
Chad: Ich war 1994 dort und Brad 2006, aber wir waren nie gemeinsam dort.
Brad: Chad hat mit Pete den Song "Elias" geschrieben. Wir trafen uns in der Schule wo Pete und ich diesen Song lernten, der sehr außergewöhnlich war aufgrund der unbekannten Sprache im Intro. Wir stellten Chad Fragen über Elias und waren erstaunt als wir hörten, dass es ihn in Wirklichkeit gab. Es wurde dann auch real für uns (Pete & Brad) aber wir haben die Realität in Zimbabwe bis dahin nie in Wirklichkeit erlebt.
Chad: Pete und ich saßen auf seiner Couch in seinem Elternhaus und er half mir mit dem Prechorus und dem Chorus und sang mit mir.
Brad: Wir spielten den Song seit 1996 und in dieser Zeit war in Zimbabwe alles sehr akut. 1994 war ein Zimbabwe Dollar circa sechs Amerikanische Dollar wert. Oder nein? Andersrum! Sechs Zimbabwe Dollar waren ein US Dollar wert. Der Austausch war also noch relativ nahe. 2007 war auf einmal ein US Dollar zwei Trillionen Zimbabwe Dollar wert! Es wurde zum ärmsten Land der Welt. Chad kannte ein paar Familien dort über die wir über die politischen und wirtschaftlichen Probleme erfuhren. Und obwohl wir die Geschichten nicht selbst erfuhren, war es trotzdem sehr persönlich für uns.
Ist der Elias Fund noch aktiv?
Chad: Ja! Das ist in der Tat so! Wir sind zwar nicht mehr so viel involviert aber der Fund hat seine eigenen Vorsitzenden. Sie haben gerade zwölf Leute nach Zimbabwe geschickt um der Bevölkerung mit Mikrolandwirtschaft zu helfen. Sie treffen sich auch mit Elias und haben ein Haus für ihn gebaut. Es besteht schon ein richtiges Gemeinschaftszentrum, das von Elias geführt wird. Es hilft den Menschen dort um ihr eigenes Essen herzustellen.
Ihr steht also nicht mehr direkt hinter dem Elias Fund?
Chad: Nein, es wird von anderen Menschen geleitet. Wir haben den Elias Fund gestartet und kennen die involvierten Mitarbeiter.
Brad: Die sind nun jedoch unabhängig und leiten alles.
Neben der Entwicklung in Zimbabwe, was hat sich musikalisch getan? Wir durften gerade einen Song vom neuen Album hören. Wie klingt der Rest?
Pete: Ich denke es hat sich einiges getan und wir haben uns etwas von unseren älteren Alben entfernt, zumindest von den Folk und Reggea Parts. Ich denke es ist eher ein Rock Album.
Brad: Ich denke es ist ein Americana Rock Album. Es beinhaltet einen Teil Bob Dylan, einen Teil Tom Petty, ein bisschen Hardland Rock’n Roll.
Chad: Bread & Butter American Rock
Brad: Richtig coole Gitarren Parts, klare Bass Parts, simple Drums und Harmonien die es abrunden. In manchen Facetten ist es rockiger, auf der anderen Seite ist es immer noch sehr eigensinnig und beinhaltet die ersten Piano Parts, die wir je hatten ("We Hold a Gun"). Es sind auch coole verspielte Songs drauf wie z.B. "Josephine". [zu Chad] Du solltest das erzählen, denn ich weiß nicht was wahr und was erfunden ist an der Geschichte.
Chad: "Josephine" ist eine Liebesgeschichte die bis zu einem gewissen Grad auf meiner eigenen Erfahrung basiert. Ich habe aber alles sehr ausgeschmückt und erweitert. Alles hat sich beim aufspringen auf Güterzüge in Vermont, New England, zugetragen. Ich habe dieses Mädchen getroffen – aber: Ich bin in einer anderen Beziehung, also es ist nichts passiert [lacht] – der Güterzug hielt mitten in der Nacht an irgendwo mitten im Nichts. Es waren noch andere Leute dort die den Zug mit Graffiti besprühten. Wir redeten mit ihnen und das Mädchen hatte dieses große Tattoo auf ihrem Rücken und so weiter [grinst].
Es ist im Grunde ein Song über einen Jungen der die Nach mit einem Mädchen verbringt, sich in sie verliebt und ihr am nächsten morgen sagt: „Ich muss nach Canada, bitte komme nach und fangen ein neues Leben an.“ Im Grunde wartet er für immer auf sie und sie schafft es nie nach Canada zu kommen.
Dispatch ist im Januar auf Tour und im März kommt Chad mit State Radio wieder nach Europa. Wie funktioniert das? Seid ihr, Brad und Pete, auch auf Tour mit euren Solo Projekten?
Brad: Chad kann touren. Stell dir das so vor, wenn wir bei den Olympischen Spielen wären, würde Chad die 10.000 Meter rennen. Pete und ich wären bei 100 oder 200 Meter gestoppt. Und Chad würde rennen und rennen und rennen... Er ist dazu gemacht zu rennen und zu touren. Ich meine sieh doch mal mit diesen dünnen Beinen [lacht].
Chad: Ich hab ihm schon immer gesagt er sollte engere Hosen tragen [lacht].
Brad: Aber nein, ich habe seit 2009 nichts mit meinem Solo Projekt gemacht, aber ich werde im Dezember oder Januar ein neues Album raus bringen. Aber ich weiß nicht, ob ich touren werde.
Ihr seid sehr frisch auf der Bühne und seht so aus, als ob ihr eure Konzerte sehr genießt. Das Publikum hat meines Erachtens nach dieses Feeling sehr gut zu spüren bekommen.
Chad: Ja, ich glaube, das ist wegen unserer langen Pause. Wir haben immer die Freundschaften an erste Stelle gestellt. Das war auch der Grund, warum wir eine so lange Pause gemacht haben. Wir hatten Angst um unsere Freundschaft. Man kann das immer sehen wenn Bands auf der Bühne stehen und man ihnen ansieht, dass sie gar nicht dort sein wollen, weil sie keine Freunde mehr sind, aber wir fühlen uns wirklich wie Brüder.
Brad: Und ich weiß, dass ich das nicht sagen muss, weil es offensichtlich ist. Aber jetzt, da ich der Hauptsänger bin, fügt sich alles wunderbar ein [grinst].
Chad: Es gab eine Menge Verwirrung wer nun eigentlich der Hauptsänger ist. Pete hat Brad nominiert und ich habe zugestimmt.
Brad: Ich habe „Chete“ und „Pad“ nominiert.
Vielen Dank für das Interview, viel Erfolg mit dem neuen Album und wir sehen uns am 23.01.13 in der Arena in Wien!
Tipp der Redaktion: Dispatch am 23.01.13 in der Arena Wien
Das aktuelle Album Circles Around The Sun ist seit 17.08.2012 im Handel und wird der langen Wartezeit, die Fans und Musikliebhaber hinter sich haben, absolut gerecht. Dispatch, die es liebten verschiedene Musikstile, von Folk zu Rock über Reggea, zu vermischen, verzichten in diesem Album auf ihren gut gelaunten Reggea Touch und zeigen sich ernster und emotionaler als auf den bisherigen Alben. Circles Around The Sun überrascht mit Dispatch’s erstem „Klaviersong“ und bedient auch State Radio Fans mit Songs wie "Flags" in jeglicher Hinsicht. Die Atmosphäre, die Dispatch live schaffen ist in den zehn Songs perfekt festgehalten und hinterlässt dem Hörer eine Menge Vorfreude auf die kommenden Konzerte. Dispatch sind zurück! Hallelujah!
klick, klick, klick... it's a fuck'n passion!
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