2007-04-05 15:09:25
Das Wiener Filmcasino im Rahmen des ersten Cine Latino-Festivals. Das Programm lässt neben nervenaufreibenden, dramatischen und tragischen auch märchenhafte, fantastische und liebvolle Werke über das Leben erwarten.
Dass die lateinamerikanische Filmszene einiges an Kultstücken zu bieten hat, ist spätestens nach Filmen wie Y tu mamá tambien (Regie: Alfonso Cuarón) oder der Romanverfilmung City of God (Buch: Paulo Lins, Regie: Fernando Meirelle) bekannt. Vom 5. bis 12. April 2007 zeigt das Wiener Filmcasino im Rahmen des ersten Cine Latino-Festivals insgesamt 20 Filme über und aus Lateinamerika. Der Festivalauftakt wird mit einer Österreichpremiere mit anschließender Lounge-Party begangen.
Von Mexiko bis Chile
In Zusammenarbeit mit ‚Das Kino’ und dem Lateinamerika-Komitee Salzburg werden verschiedene Spiel- Dokumentar- und Kurzfilme aus Mexiko, Peru, Bolivien, Brasilien, Chile, Argentinien, Cuba und den USA gezeigt. Thematisiert werden dabei die gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen eines Kontinents, der in den vergangenen Jahrzehnten von politischen und wirtschaftlichen Krisen geprägt war. Fünf weitere Filme setzen sich explizit mit Migration auseinander, wobei die Frage nach den Beweggründen für eine Migration nach Europa und den USA im Mittelpunkt steht. So wie beispielsweise im Eröffnungsfilm am 5. April Quinceañera (Echo Park L.A.), ein Film über eine zwangsweise zusammengerottete Patchwork-Familie in Los Angeles, der am Sundance Festival 2006 ausgezeichnet wurde.
20 Filme in sieben Tagen
Insgesamt bildet das Cine Latino-Festival eine Reise durch ein Land, das irgendwo zwischen Tradition und Moderne liegt, und thematisiert dabei die Höhen und Tiefen des Lebens. Die Veranstalter haben sich sichtlich viel Mühe bei der Zusammenstellung des Programms gegeben, dass preisgekrönten Filme wie To the Other Side (Regie: Natalia Almada, 'Cultural Voice Award' New York Latino Int. Filmfestival), der den Drogentransport der mexikanischen Fischer, die ihr Überleben sichern soll, thematisiert, neben Debütfilmen, wie Madeinusa (Regie: Claudia Llosa), der das Leben eines jungen Mädchen beschreibt, die mit allen Mitteln versucht, aus der Engheit ihres kleinen peruanischen Dorfs zu entfliehen.
Ebenfalls gezeigt wird, der am internationalen Filmfestival Venedig (Preis für den Kampf für die Menschenrechte, Preis der Stadt Rom und den Preis für den besten Dokumentarfilm) ausgezeichneten Dokumentarfilm La dignidad de los nadies (Die Würde der Ärmsten; Regie: Fernando E. Solanas). Solanas widmet sich dabei den argentinischen Menschen, die von der Privatisierung und dem Ausverkaufwahn betroffen sind und zeigt, wie sich diese Menschen gegen den Druck der Wirtschaft und Politik wehren. Buenos Aires 1977 (Chronik einer Flucht; Regie: Israel Adrián Caetano) greift auf eine wahren Begebenheit zurück und zeichnet die Haft und Folter eines Fussball-Torwarts während der Militärdiktatur bis zu seiner Flucht nach.
Wer sich also in den nächsten zwei Wochen Zeit nehmen kann, sollte sich dieses Spektakel auf keinen Fall entgehen lassen!