2008-07-28 00:20:22
Tom Schilling brilliert in Leander Haußmanns Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe. Ein Film, der nicht von Bob Dylan handelt.
Robert Zimmermann (Tom Schilling) hat es gut. Er ist ein junger innovativer Videospieldesigner mitten in den Zwanzigern. In der Blüte des Lebens sozusagen. Die Freundin ist hübsch, das Auto echt retro, der neue Ego-Shooter kommt bei den chinesischen Partnern gut an. Das Elternhaus ist spießig, aber wohlhabend, nebenbei wird darin gerade die Aufarbeitung der deutschen Geschichte gedreht. Alles wunderbar, wäre da nicht Monika (Maruschka Detmers), Wäschereimitarbeiterin und Roberts persönliche Mrs. Robinson.
The Graduate reloaded
Durch einen zufälligen Wäschereibesuch lernt der junge Wilde, die jung gebliebene Monika kennen. Liebe auf den ersten Blick funktioniert also, zumindest in Haußmanns Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe. Der Altersunterschied von zwanzig Jahren versucht nicht zu stören, auch wenn dies nicht immer gelingt. Robert scheint anfangs in seinem weißen Adidas-Japan-Jogginganzug nicht in das Bild von Monikas 70erJahre Kitsch und Blümchentapeten Wohnung zu passen. Schließlich hat es bei Anne Bancroft und Dustin Hoffman zum Schluss auch nicht geklappt.
Regisseur Haußmann versucht in Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe eine Brücke zwischen damals und heute zu schlagen. Das Damals umfasst Roberts Eltern (Adam Oest und Marlen Dickhoff), die sich während eines Dylan Songs in einander verliebten und deshalb den Sohn mit dem bürgerlichen Namen des Rockpoeten segneten. Das Heute besteht aus Roberts Kumpel Ole (Christian Sengewald), der über Kontaktanzeigen die große Liebe sucht. Dazwischen stehen Robert und Monika, ihrerseits Mutter eines 11 jährigen Rebellen, die sich nicht wirklich einordnen können in den Strudel des Weltgeschehens.
Fazit
Leander Haußmann bietet mit Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe eine leichtfüßig frühherbstliche Komödie, die vor allem durch die Besetzung Tom Schillings als Robert Zimmermann aufblüht. Bereits in Verschwende deine Jugend war zu sehen, dass Schilling der passende Darsteller für das Genre "junger deutscher Film" ist.
Stellenweise wirkt der Film jedoch oberflächlich. So werden die Fehlgeburt von Roberts Schwester oder die Scheidung der Eltern filmisch kaum kommentiert. Durch gekonnten Wortwitz und vor allem der Filmmusik von Element of Crime, sind diese dramaturgischen Mängel mit einem Augenzwinkern übersehbar.
Filmstart in Österreich: 29. August 2008
We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)
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