2007-04-18 20:42:10
Danny Boyles neuer Film Sunshine wird als Meisterwerk proklamiert. Doch ob sich der Film neben Weltraumepen wie Solaris oder 2001- Odyssee im Weltraum behaupten kann, ist eine andere Frage.
In einer nicht allzu fernen Zukunft droht die Sonne ihren Lebensgeist aufzugeben und vollständig zu erlöschen - ein solarer Winter beherrscht die Erde. Doch es scheint Rettung zu geben. Ein Team von acht Wissenschaftlern wird entsandt, um den Planeten vor der ewigen Dunkelheit zu retten. Ihr Raumschiff enthält eine Sprengladung mit dem letzten spaltbaren Erdmaterial. Acht Menschen, eine Bombe, die letzte Chance. Ob das gut geht?
Ikarus und die Wissenschaft
Das Team von Kapitän Kaneda (Hiroyuki Sanada) ist bunt aus internationalen Wissenschaftlern zusammen gewürfelt, die Erfahrung im Weltraum vorweisen können. Einzig der Physiker Capa (Cillian Murphy) ist mit den unendlichen Tiefen des Weltalls nicht vertraut. Capa wirkt wie ein frischgebackener Harvardabsolvent, schüchtern und zurückhaltend, äußerlich der Traum einer jeden Schwiegermutter. Im Laufe des Films avanciert er jedoch zur wichtigsten Figur um die Rettung der Menschheit.
Wie uns schon Filme wie 2001- Odyssee im Weltraum und Solaris gelehrt haben, kann eine Reise durchs All natürlich prinzipiell nicht glatt verlaufen. Noch ein bisschen mehr Dramatik kommt auf, wenn das Schiff auch noch auf den Namen Icarus II getauft werden muss.
Icarus - bekannt aus der griechischen Mythologie als Sohn des Dädalus - ist ein Name, der das Unheil bereits ankündigt. Um den König Minos, der die Seefahrt beherrschte, zu entkommen, erfand der Vater Flügel für sich und seinen Sohn. Da Wachs die Federn zusammenhielt, mussten die beiden tief unter der Sonne fliegen. Ikarus wurde übermütig und stieg hinauf zur Sonne. Das Wachs schmolz und der Junge starb.
Mission gescheitert?
Doch nicht nur der Name des Schiffes spricht gegen eine erfolgreiche Mission. Durch Turbulenzen sterben einige Crewmitglieder, der Sauerstoff wird knapp und die verschollene Icarus I taucht plötzlich wieder am Radar auf. Die vermeintliche Rettung, das Schiff der ersten Mission, wird zur tödlichen Falle. Der ehemalige Kapitän sieht sich selbst als „letzten Menschen“, der von Gott missioniert wurde. Mit aller Macht versucht dieser, die Mission der Icarus II scheitern zu lassen. Das alienartige Aussehen von Kapitän Pinbacker (Mark Strong) zeigt, dass ein Weltallfilm scheinbar nicht ohne das Fremdartige, Außerirdische auskommen kann. Auch wenn es gar nicht um Aliens, sondern um die Lebenserhaltung der Sonne geht.
Die Sonne scheint nicht so recht gefallen daran zu finden, dass in ihr ein neuer Stern entstehen soll. Doch die schnell schrumpfende Gruppe an Helden versucht alles, um Pinbacker zu beseitigen und der Erde wieder Licht zu schenken.
Fazit
40 Millionen Euro soll der Neo-Epos Sunshine gekostet haben. Teilweise wartet der Film mit wunderbaren (computeranimierten) Bildern auf. Auch die Tatsache, dass sich die komplette Handlung auf dem engen Raum eines Raumschiffs abspielt, ist nicht am faden Nachgeschmack des Filmes schuld. Und auch die Specialeffects können den langweiligen Dialogen und einer sehr monotonen Story nicht gänzlich entgegenwirken.
Im Kino!
Bilder: 2007 Twentieth Century Fox
We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)
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