2007-04-02 00:10:14
Die ÖVP fügte des Image wegen eine prominente Person nachträglich einem Foto hinzu und machte mit diesem neu entstandenen, aber keineswegs realen Bild öffentlich Werbung. Peinlich daran ist allerdings, dass dies so schlecht umgesetzt wurde, dass die Manipulation sogar der Laie mit freiem Auge erkennen kann. Hintergrund: Die Person konnte den gemeinsamen Fototermin nicht wahrnehmen.
Jede Partei will sich in einem besonders wählerfreundlichen Umfeld präsentieren. Es gibt nach außen hin zumindest unumstrittene Themen wie Umweltschutz oder Kinderbetreuung. Jeder versucht sich dabei ein besonders vorteilhaftes Image anzuheften. Transportiert werden diese Images vor allem durch Bilder. Doch wenn diese Bilder des suggerierten Image wegens bewusst manipuliert werden, sollte man sich fragen, ob das nicht zu weit geht. Jüngstes Beispiel: Eine Plakatserie der ÖVP-Wien.
Zwischen Manipulation und Werbung
Es besteht ein fließender Übergang zwischen Manipulation und Werbung. Werbung enthält zumeist informartive wie auch suggestive Elemente. Besonders über die suggestiven Elemente können Emotionen geweckt werden, die für die Entscheidungsfindung nicht unwesentlich sind. Die Werbungsmacher wissen dies zu genau, die Parteien auch. Jeder Publizistikstudent muss sich damit im Laufe seines Studiums auseinandersetzen. Immer wieder werden diese Grenzen zwischen Manipulation und Werbung ausgereizt. Jüngstes Beispiel: eine Plakatserie der ÖVP Wien.
100 Jahre Grün für Wien. Peinlicher "Plakatfehler" der ÖVP-Wien
100 Jahre Grün für Wien. Danke an die Wiener Bauern, Gärtner und Weinbauern. ÖVP Wien. In einer idyllischen Landschaft haben sich verschiedenste Politiker und Interessensvertreter der ÖVP ablichten lassen, um genau diese Botschaft zu unterstreichen. Unter anderem sind Dr. Johannes Hahn (ÖVP Obmann von Wien) und die Landesbäuerin Irene Trunner abgebildet. Allerdings hätten wohl die Landesbäuerin Trunner und der ÖVP-Obmann Hahn in dieser Form ohne graphische Tricks nie voller Eintracht so nebeneinander stehen können. Ein genauer Blick auf das Plakat lohnt sich. Während alle Personen gestochen scharf vom Plakat lachen, ist Frau Landesbäuerin pixelig. Extrem pixelig sogar. Alle Indizien deuten also bereits für den Laien darauf hin, dass das Bild manipuliert, sprich Frau Trunner erst nachträglich den anderen Personen auf dem Bild hinzugefügt wurde.
ÖVP bestätigt Bildmanipulation
"Frau Trunner hatte leider keine Zeit, den gemeinsamen Fototermin wahrzunehmen, deshalb musste sie nachträglich eingebaut werden. Leider ist das Ergebnis nicht befriedigend - da sind auch wir Ihrer Meinung," so die offizielle Stellungnahme von der Presseabteilung der ÖVP auf Anfrage des Freien Magazins FM5.
Fotomanipulation für Wahlwerbung legal?
Von der rechtlichen Basis wohl schon, denn es ist nicht anzunehmen, dass Herr Hahn oder die anderen Personen, die auf dem Plakat zu sehen sind, ihre Würde durch die Manipulation des Bildes herabgesetzt sehen. Peinlich ist es natürlich, keine Frage und wohl auch eine Frage des Anstandes und der Ethik.
Ich gehöre zu den Personen die von Anfang an dabei waren. In FM5 steckt nicht nur viel Zeit sondern auch ganz persönliches von mir. Im Moment habe ich mich ans Doktorat gemacht. Ich gehöre wohl zu den Personen, die nie Zeit haben...
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