2010-07-30 13:05:18
Zwei Jahre hat es gedauert bis Johnny Flynn nach seinem Album A Larum mit mehr Fans von seiner Tour mit den Kooks und einer neuen LP Been Listening zurückkam.
Irgendwie scheint es aber immer so, dass Johnny Flynn im Schatten seiner Kollegen Laura Marling und Mumford & Sons verschwindet. Und so kommt es wohl auch, dass die beiden für den diesjährigen Mercury Prize nominiert sind, aber Johnny Flynn wieder leer ausgegangen ist.
Vielleicht kommt es daher, dass der junge Herr bereits erfolgreich seinen Lebensunterhalt mit Schauspielern verdient. Und mal ehrlich, wie können wir jemanden trauen, der in verschiedene Rollen schlüpft und vorgibt aufrichtigüber sich selbst zu singen?
Posterboy
Johnny Flynn, der von der Times zum „next poster boy of nu-folk“ erkoren wurde, musiziert und tourt mit seiner Band The Sussex Wit. Produziert wurde das aktuelle Album "Been Listening" wie auch schon der Vorgänger "A Larum", das übrigens von einem Anagramm des Namens Laura M(arling) stammt, von Ryan Hadlock. Aufgenommen wurde das ganze in Seattle, der Hauptstadt des Grunge, und herauskam ein Folkalbum back to the roots. Flynn spielt mit der Sprache und der Bedeutung, zwar übt er sich im Folk typischen Storytelling, trotzdem schafft er es das Format zu nutzen um über sich selbst zu erzählen. Besinnlich, spielerisch, suchend, wirkt er wie ein Mann auf einer Reise, der große Fragen stellt, gleichzeitig religiöse Hinweise und Fragen des Ichs in Geschichten einwebt, die von hübschen Mädchen und Tänzen handeln.
Afrika und Wasser
Man ist lediglich etwas enttäuscht so wenig von "A Larum" auf "Been Listening" zu hören - einige der Songs sind von Afrikanischen Klängen beeinflusst, andere rockiger und neben viel Brass dann auch wieder traditioneller Folk.
"Kentucky Pill", der erste Track des Albums, ist ein brass-geschwängerter Popsong, "The Water" hingegen - ein Duett mit Laura Marling - ist zwar ein musikalisch wenig auffälliger Song, inhaltlich aber sprüht er nur so von Offenheit und Tiefe. Der wohl herausstechendste Track ist "Amazon Love", eine sich langsam aufbauende Ballade, die ganz ohne Firlefanz auskommmt und stattdessen auf hervoragende Backing Vocals aufbaut.
Johnny Flynn hat es auf alle Fälle wieder geschafft ein gutes Album zu produzieren mit dem er sich vor der Konkurrenz ganz und gar nicht verstecken muss.
Johnny Flynn - Been Listening
Cooperative Music (Universal)
VÖ: 18.Juni 2010
www.crap-factory.com
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