2010-07-19 22:44:10
Bei sommerlicher Hitze geht´s statt in den Schanigarten, ab in die Wiener Kanalisation. Dort ist es angenehm kühl und es gibt ganz neue Dinge zu entdecken. Mit der Dritten Mann Tour ab in den Wiener Untergrund.
Der Sommer ist da! Wolkenlos und bei bis zu 38 °C treibt er uns den Schweiß aus den Poren. Selbst im windigen Wien, ist von der sonst so erfrischenden Brise nur eine lauwarme Fön-Welle übrig geblieben. Weißer Spritzer oder ein kühles Helles im Schanigarten verschaffen da schon etwas mehr Abkühlung, auch ein Sprung in die alte Donau tut gut. Wem aber die üblichen Erfrischungs-Methoden zu fad sind, kann es auch mal mit einem Besuch des Wiener Kanalsystems versuchen.
Auf den Spuren des Filmklassikers Der dritte Mann
Bei relativ konstanten 15 °C bietet die Dritte Mann Tour eine knappe Stunde dauernde Tour durch die Unterwelt. Auf den Spuren von Harry Lime, alias Orson Welles, der in dem Kinoklassiker Der Dritte Mann versucht, durch die Kanalisation den Gendarmen zu entkommen, wird man durch die düsteren Gänge geführt. Für alle Wien- und Kinofreunde ist dieser Film ein Muss, bietet er doch einen echten Einblick in die Situation der Stadt zur Nachkriegszeit. Harry Lime hätte sich wohl auch gefreut, wenn er nicht auf der Flucht vor der Gendarmarie gewesen wäre, sondern sich die wortwörtlich atemberaubenden unterirdischen Wege in Ruhe ansehen hätte können.
Echte Einblicke in Film und Kanalwelt
Zugegeben, gerade wohlriechend ist es dort unten nicht, aber darum geht es auch gar nicht. Es ist ein spannendes Gefühl an der Stelle zu stehen, wo vor über 60 Jahren die berühmte spektakuläre Verfolgungsjagd in der Kanalisation gedreht wurde. Außerdem wird man für den Beruf des Kanalarbeiters sensibilisiert, der dafür sorgt, dass uns da oben das Wasser nicht bis zum Hals steht. Eine kleine Beamer-Vorführung mit besagter Szene aus dem Film gibt es auch, natürlich auf die Kanalwand projiziert, richtig authentisch eben.
Angenehm abwechslungsreich und mit Bildungscharakter
Die Tour führt fast an der selben Stelle in den Untergrund, an der schon einst Harry Lime hinab stieg. Kaum zu glauben, auf was für einem Schweizer Käse die schöne Donaustadt steht. Verschiedene Kanäle, wie z.B. der Ottakringer Bach, werden heute als Abwasserwege genutzt, auch der riesige Wien Kanal lässt einem die Dimensionen dieses Systems erahnen. Wer also statt der üblichen Sommeraktivitäten mal was Abwechslungsreiches zum Abkühlen unternehmen will, für den bietet die Kanaltour eine aufregende Alternative mit Bildungscharakter.
Kleinode machen das Leben schöner
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