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We are Scientists im Interview

2010-09-08 14:58:07

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Keith Murray von We are Scientists ließ im Gespräch mit FM5 die vergangenen zehn Bandjahre noch einmal Revue passieren und kam dabei richtig ins Schwelgen.

FM5: Keith, herzlichen Glückwunsch, We are Scientists feiern dieses Jahr ihren zehnten Geburtstag. Was kannst du uns über die vergangenen zehn Jahre erzählen?

Keith: Oh, wow. Da ist eine Menge passiert. Es ist ziemlich lustig, denn die ersten fünf Jahre des Bandlebens haben wir nichts gemacht, das große Beachtung fand. Wir hatten alle Fulltime-Jobs, lebten in New York und spielten alle paar Monate ein Konzert. Also es ist erstaunlich, dass wir technisch gesehen zehn Jahre in einer Band zusammen spielen und dass es uns eine Dekade kostete so weit zu kommen.

Stichwort Job: Gab es einen Punkt in deinem Leben, wo du bemerkt hast „Jetzt bin ich ein Musiker und mache das nine-to-five-Ding nicht länger mit“?

Ja. Ich denke ich werde nie wieder einen Job in der amerikanischen Filmindustrie bekommen. Ich arbeitete für eine Filmproduktionsfirma. Die Firma hatte ein großes Filmfestival geplant an dem ich arbeiten sollte, doch wir wurden von Virgin Records unter Vertrag genommen und wurden für eine große Sommertour gebucht. Ich erzählte der Firma etwa eineinhalb Wochen bevor ich abreisen musste, dass ich kündige. Ich habe sie ohne wirkliche Hilfe verlassen. Ich denke sie waren ziemlich sauer. Aber ja… alles passierte sehr schnell und wir mussten uns kurzfristig entscheiden unsere Jobs zu kündigen um We are Scientists ein Stück weiter zu bringen.

Bisher habt ihr vier Alben auf den Markt gebracht. Fangen wir von vorne an: Wie war es 2002 das erste Album Safety, Fun, And Learning (In That Order) aufzunehmen?

Wir haben das Album in der Wohnung von einem Freund gratis aufgenommen. Und so klingt es auch. Wir schätzen Safety Fun and Learning gar nicht als richtiges Album von uns ein. Wir hatten etwa 1000 Kopien und verkauften die CDs nur bei Konzerten. Es wurde zu der Zeit nicht vertrieben. Ich denke, das war eher eine Übung für uns.

2006 kam sozusagen das erste „echte“ Album? With Love And Squalor.

Oh ja. Das wurde in einem wirklich schlimmen Studio im Norden von Los Angeles, Nord Hollywood, aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir nicht unter Vertrag. Wir wussten nicht was mit dem Album passieren würde. Wir schmissen all unser Geld zusammen und wollten eine gute CD produzieren. Und es hat sich ausgezahlt.

Zu diesem Zeitpunkt wurden sehr viele Leute rund um den Globus aufmerksam auf euch und fingen an eure Musik zu hören. Hat diese neue Aufmerksamkeit etwas an den Songs verändert, wenn du an das nachfolgende Album 2008, Brain Thrust Mastery, denkst?

Es lagen in etwa drei bis vier Jahre zwischen den Aufnahmeprozessen der beiden Alben, von dem her haben wir alle einen etwas anderen Musikgeschmack bekommen. Als wir das erste Album aufgenommen haben sind wir gerade erst nach New York City gezogen, also haben wir drei Jahre in der Szene mit The Strokes, Interpol, den Yeah Yeah Yeahs und TV on the Radio verbracht, was uns sehr inspiriert hat. Diese Bands haben Musik für uns in eine andere Richtung gelenkt. Da war es für uns schwer das nicht in unsere Musik einfließen zu lassen. Es war aufregend in einer Stadt zu leben, in der so viele Bands lebten die Popmusik veränderten.

Was ist das Aufregende an eurem neuen Album Barbara?

Wir waren wie besessen davon Popsongs zu schreiben, die sehr ertragreich waren. So kurz wie möglich und ohne viel Schnickschnack. Aber es sollte auch eine Menge in den Songs passieren, sie sollten sich für den Zuhörer leicht anfühlen, jedoch sollte es verrückte Harmonien geben. Es gibt Teile, wo die Gitarre beispielsweise was ganz anderes als der Bass macht. Ich denke wir wollten ein Album machen, das sich simpel anhört aber etwas komplexer in seinen Einzelteilen ist.

Zum Abschluss etwas Hirngewichse zu folgenden Themen:

New York

Auf jeden Fall die beste Stadt in den USA. Vielleicht die beste Stadt der Welt, das weiß ich nicht, es gibt einige gute da draußen.

Lieblingsspot in New York

Es gibt eine Bar die heißt The Levy. Die ist circa drei Blocks von meinem Haus entfernt.

Andy vs. Michael [Anm. d. R.: Andy ist der aktuelle Schlagzeuger; Michael war Drummer bis 2007]

Andy ist ein Songwriter und ein Drummer. Er ist eher an grandiosen Songs als an grandiosen Schlagzeugbeats interessiert. Als Songwriter ist er sehr sensibel welche Beats zu welchem Song passen. Ich denke Michael ist ein guter Drummer.

09/11

Ich denke, das hat eine Menge daran geändert wie die USA ihre Position in der Welt sieht, was meiner Meinung nach eine gute Sache ist. Ich weiß nicht ob die USA etwas verändert hat, wie sie in der Welt handelt, aber ich denke die Staaten wurden sensibler wenn es um ihre Position in der Welt geht und das ist gut.

Danke für das Interview.


Autor: Mario Radetzky

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AutorInnen

Linda Schürer-Waldheim

Linda Schürer-Waldheim

VerhaltensUNgestörtes Einzelkind, Belegerin diverser Massenstudien mit großem Faible für Alltagseskapismus mittels Ton und Schrift.

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