Subtile technoide Klänge und harmlose Beats: Der Kölner Gregor Tresher präsentiert mit seinem neuen Album „A Thousand Nights“ eine zwar nette, aber eben doch kreuzbrave Arbeit.
Es ist wie eine Welle, die sich plötzlich nähert und mit vollem Tempo auf das Wesen Mensch zurast. Noch befangen in wirren Gedanken, ist dieses humane Lebewesen für die Botschaft des Meeres, die Welle, ein Spielzeug. Es wird von der Kraft dieses liquiden Monsters umgestoßen und verschlungen. So ist das mit der Natur: Sie kennt weder Grenzen noch Mitleid. Auch dem triumphierenden Techno-Track Full Range Madness kann man diese Metaphorik umhängen. Sein Autor, der Kölner DJ und Produzent Gregor Tresher, ist sich dieser bildhaften Darstellung, die nur eine von vielen zu sein scheint, wahrscheinlich auch bewusst. Auf seinem neuen, beim durchaus sympathischen Münchner Label Great Stuff erschienenen Album A Thousand Nights präsentiert sich der Mann – der den von den Lesern der deutschen Musikzeitschrift Raveline den Titel „Bester Produzent 2006“ zugeschrieben bekam – aber überraschend desillusioniert, um nicht zu sagen: lethargisch. Das bekanntlich Gelbe vom Ei fehlt hier offensichtlich, die Dance-Hymnen, die geschrieben wurden, um die Welt zu retten, ebenso. Schade, denn Kollegen wie Digitalism, Justice und Co. zeigen, wo es langgeht: Auf den Dancefloor.
Das Album „A Thousand Nights“ von Gregor Tresher ist auf dem Münchner Label Great Stuff erhältlich.