2008-02-02 11:13:27
Creative Commons ist ein Angebot an den Musiker seine Nutzungsrechte individueller zu gestalten. Prinzipiell ist Creative Commons (CC) zunächst einmal eine NGO die Lizenzverträge anbietet und neue Möglichkeiten schafft - nicht nur für MusikerInnen
Was ist Creative Commons?
Creative Commons (CC) ist zunächst einmal
eine gemeinnützige Gesellschaft, die Lizenzverträge anbietet und mittels derer es content-generierenden Personen möglich ist die Verwertungsform ihres geistigen
Eigentums selbst zu bestimmen. Der Autor bestimmt also selbst den Grad der
öffentlichen Nutzungsrechte an seinem Werk. Grob vereinfacht kann man sagen,
dass es im Wesentlichen vier Basiselemente gibt. (Attribution, Noncommercial,
No Derivative Works, Share Alike). Der Bogen reicht dabei vom fast völligen
Vorbehalt der Rechte bis hin zu etwas ähnlichen wie public domain, bei denen
der Autor weitgehend auf seine Werknutzungsrechte verzichtet. Das Herausragende an
diesen Lizenzen ist, dass sich der dahinter stehende Vertragsinhalt durch vier
Piktogramme beschreiben lässt.
Für wen ist Creative Commons gedacht?
Creative Commons ist ein Angebot, eine
zusätzliche Wahlmöglichkeit. Die entscheidenden Fragen hinter all dem liegen
tiefer: Welche Ziele habe ich als Musiker? Was möchte ich mit meiner Musik
erreichen? Welche Art von Kompromissen bin ich bereit einzugehen? Welchen
Zeithorizont gebe ich mir bei der Erreichung meiner Ziele?
Das Musikbusiness hat sich verändert: Wie glaube ich lassen sich meine Ziele in
der Zukunft erreichen? Wer werden die Player am Musikmarkt sein? Warum will ich eigentlich Musik machen? Wie
glaube ich, lässt sich mit meiner Musik überhaupt Geld machen? Was sind die
Geschäftsfelder der Zukunft im Musikbusiness und worin liegen meine Stärken?
Creative Commons - eine zusätzliche Wahlmöglichkeit
Im Endeffekt sollten sich Musiker von heute
Gedanken über ihren eigenen Businessplan machen, sofern er vor hat seinen
Lebensunterhalt in Zukunft mit Musik zu finanzieren. Die Wahlmöglichkeiten,
Chancen und Risiken im Musikgeschäft sind größer geworden. Creative Commons schafft für viele Akteure am Musiksektor neue Möglichkeiten seine
Nutzungsrechte zu gestalten. Diese Gestaltungsmöglichkeiten gilt es für sich
optimal zu gestalten.
Grundlegend muss sich jeder
Musikschaffende, der unter den Lizenzen von Creative Commons veröffentlichen
will, drei Fragen stellen:
1. Darf mein Song/Album und Ähnliches kommerziell von anderen genutzt
werden?
2. Darf mein Stück verändert werden und wenn ja, unter welchen Bedingungen?
Sind diese Fragen geklärt, kann der Urheber aus einer Vielzahl von
individuellen Lizenzen wählen. Neben den herkömmlichen Lizenzen, welche
hauptsächlich die private und kommerzielle Nutzung von Musikstücken regeln,
existieren mittlerweile eigene weitere in Bezug auf sampling und file sharing.
Geschichte und Risiken
Creative Commons wurde 2001 in den USA
initiiert und wird seitdem stetig weiterentwickelt. Nichtsdestotrotz gibt es
noch vereinzelt Lücken im System. Beispielsweise sind bestimmte CC-Lizenzen
durchaus nicht mit allen anderen Copyleft-Lizenzen wie beispielsweise GNU verträglich.
Probleme ergeben sich hier vor allem, wenn im Zuge eines Samples zwei
verschiedene Songs, die unter verschiedenen Lizenzen veröffentlicht wurden,
zusammengeführt werden sollen. Weiters tauchen vereinzelt immer wieder
Schwierigkeiten auf, wenn CC-Werke, welche die kommerzielle Nutzung erlauben,
weiterentwickelt bzw. verwendet werden und das Endprodukt jedoch keine
kommerzielle Nutzung erlaubt. Kommt es zu derartigen Schwierigkeiten, ist es wohl
im Sinne von Creative Commons, das sich alle Beteiligten an einem Tisch setzten
und den Fall ausdiskutieren bis eine für alle akzeptable Lösung gefunden ist.
Die Vorteile
Den wohl größten Vorteil, den Creative
Commons bietet, richtet sich an unbekannte und kommerziell nicht mehr
verwendete Lieder. Indem Musikschaffende und somit die Urheber selbst
entscheiden können, welche Rechte sie von einzelnen Liedern oder auch von
ganzen Alben abgeben, können unbekannte Bands ihre Lieder schnell und legal
verbreiten. Dies wiederum kann dazu führen, dass sie schneller innerhalb der
Szene bekannt werden. Ähnliches gilt für kommerziell nicht mehr verwertete
Songs. Creative Commons entwickelt sich fließend weiter und wird auch von
anderen Lizenzen, beispielsweise den Lizenzen für freie Inhalte, jeden Tag aufs
Neue herausgefordert.
Ich gehöre zu den Personen die von Anfang an dabei waren. In FM5 steckt nicht nur viel Zeit sondern auch ganz persönliches von mir. Im Moment habe ich mich ans Doktorat gemacht. Ich gehöre wohl zu den Personen, die nie Zeit haben...
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