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kreatives

Volksfeste are very good

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Und das nicht nur für Village People. Auch Städter wissen längst: „It’s fun to stay at the L.A.N.D.“ Umso besser, wenn gleich ein ganzes Bundesland in urban verträglicher und komprimierter Form grüßen lässt.

Freudig erregt musste ich vor kurzem feststellen, dass am Rathausplatz Original Steirer Madln und Buam bzw. ihre Wiener Ersatzexemplare zum Steirerfest luden. Ich habe noch nie längere Zeit in der Steiermark gewohnt, kann mir aber durchaus vorstellen, dass die Veranstalter ein völlig authentisches Bild des grünen Herzens Österreichs gezeichnet haben. Die dort erspähten Sitzgelegenheiten aus Heu, der Geröstete-Kürbiskerne-Mann und museal touristisch tätige Frauen in mittelalterlichen Gewändern finden sich dort bestimmt an jeder Ecke wieder. Nichtsdestotrotz muss die Frage nach den Ursachen erlaubt sein, aufgrund derer sich auch dieses Mal wieder massenhaft Besucher in weltmännischer, Wein und Bier trinkender Manier zur binnen-bundesländerlichen Verständigung eingefunden haben.

Reason to schunkel

In meinem Falle ist es weniger ein Verlangen nach Stärkung des eigenen Traditionsbewusstseins und Gemeinschaftsgefüges in Zeiten urbaner Anonymität, als vielmehr die konkrete Möglichkeit an solchen Festivitäten selten Famoses zu erblicken.
Ich denke an: zu Trompeten- und Harmonikaklängen unrhythmisch schunkelnde Erwachsene, im besten Falle mit Tränen in den Augen („Weil’s so schön ist.“), die ihre Kinder auf ihren Schultern in frisch-saftig-steirische Äpfel beißend, ziellos durch die Gegend tragen.
Ich denke an: wunderbar pathetische, zum Souvenir prädestinierte Landschafts-Broschüren unterlegt mit Zitaten wie „Einzeln sind wir nur Worte, zusammen sind wir ein Gedicht“.
Ich denke an: kostengünstiges Auffrischen von persönlichen Lieblingsklischees und stereotypen Ansichten, wie zum Beispiel, die meinige von der typischen, dort vorzufindenden Weintrinkerin. Mit Anfang 20, helle Jeans zu gestreiften Polohemden tragend, die Haare ergodynamisch nach hinten zusammengebunden als Verwahrungsstätte der obligatorischen Sport-Sonnenbrille dienend, schwenkt sie ein Weinglas mithilfe ihrer von silber-goldenen Armbanduhren geschmückten Extremitäten galant im Traditionsmusiktakt, um dabei nach Lebensqualität und –freude förmlich schreiend, ihre in Sneakers der gängigen, einfallslosen Art gedrängten Füße, immerfort von einem zum anderen zu bewegen.

C
onfessions of a Volkfest loving mind

Als erfahrene und begeisterte VV (Volkfest-Voyeurin) empfehle ich jedoch sich einem solchen heiteren Stell-dich-ein erstmals nicht länger als 5 Minuten auszusetzen. Anfänglich kann die Erfahrung, dass die Grenzen zwischen Tradition und Sinnigkeit, zwischen Scham und Begeisterung vor Ort derart verschwimmen können, etwas erdrückend und beängstigend wirken. Dies soll werte Wiener Leser aber keinesfalls verschrecken, sondern sogar im günstigsten Falle bestärken und zu folgendem Geständnis bewegen: „Ich stehe auf Volksfeste - und das ist auch gut so!“

 

 

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AutorIn(nen)

Nadine Obermüller

Nadine Obermüller

kein gott, kein staat, keine arbeit, kein geld. mein zuhause ist die welt.

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