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musik

Vier Bands. Ein Publikum: The Full Hit Of Summer-Festival

2007-04-02 00:12:43

Von gestylten Leuten, Soundproblemen, gatschigen Hosen und vier großartigen Bands.

Wenn man am Dienstag, den 29.08.’06, als Passant in Wien Erdberg unterwegs war, hat man sich wohl unweigerlich die Frage stellen müssen, wo denn die ganzen aufgetakelten Jugendlichen hinwollen! Ganz Erdberg schien nämlich plötzlich zu einem Mekka für Burschen in engen Hosen und schwarz gekleideten Mädels mit korrekt sitzenden Frisuren und knallrotem Lippenstift geworden zu sein. Grund für den stylischen Aufmarsch war das Full Hit Of Summer-Festival in der Wiener Arena.

Trotz vorrangegangenem Regen und ziemlich kühlen Temperaturen für einen August-Tag, ließen sich die Indie-Kids nicht aufhalten und kamen in Massen. Circa 3000 Besucher wollten sich die Auftritte der vier angekündigten Bands auf keinen Fall entgehen lassen.
Ich selbst natürlich auch nicht. Und nach unglaublicher Vorfreude auf dieses Event, verlies mich die Motivation leider schon ein wenig bei der Ankunft vor der Arena. Eine riesige Menschentraube, die sich mit unglaublicher Langsamkeit auf den Eingang zuwälzte, lies mich daran zweifeln heute überhaupt noch den Innenhof der Arena zu erreichen. Noch entmutigender war es, als ich – immer noch in der Schlange stehend  – schon die ersten Klänge der Opener-Band You say party! We say die! vernahm…

Doch auch die Anstellerei hatte einmal ein Ende und so gelang es mir doch noch zwei ganze Songs der jungen Kanadier zu hören und ein wenig von der wahrscheinlich schon während des ganzen Konzertes vorrangegangenen Euphorie zu spüren. You say party! We say die! haben selbst schon ein wenig erschöpft ausgesehen und auch die Hosen der Konzertbesucher in den vorderen Reihen waren vom Tanzen im Schlamm schon ziemlich gezeichnet.

Tanzbar sollte es auch weiter gehen, denn Tv On The Radio standen am Programm. Nichts wie rein in den schlammigen Vorbühnen-Bereich und sich mitreißen lassen! Die Freude die den fünf Herren von Tv On The Radio ihre eigene Musik macht, konnte man ihnen von den Gesichtern ablesen und die Ganz-Körper-Tanz-Bewegungen des Frontmans Tunde Adebimpe luden ein ihm selbiges nachzumachen.
Doch die Soundprobleme die bei dem Auftritt von Tv On The Radio mehr als offensichtlich waren, konnten auch durch noch so viel zuckendes Herumspringen von Tunde nicht verscheucht werden. Die Stimme war kaum zu hören und wurde des Öfteren sogar von einem Windspiel, welches an einer der Gitarren befestigt war, übertönt. Und obwohl einem die Band leid tun hätte können, habe ich mich gefreut zu sehen, wie sehr sie sich bemühten das Publikum trotzdem bei Laune zu halten. Für mich hat das jedenfalls wunderbar geklappt und hoffentlich sieht man diese talentierte Formation bald mal wieder auf einer heimischen Bühne. Vielleicht mit einem besseren Soundtechniker… das wäre wohl von Vorteil.

Auch die Dirty Pretty Things trugen das Ihrige dazu bei, dass dieser Festivaltag ein großartiges Erlebnis war. Carl Barât, brachte trotz verletztem Arm (der stilvoll in einer, zur Armschlaufe umfunktionierten, britischen Flagge baumelte) die Menge zum Toben! Das Konzert lief einwandfrei ab und die Brit-Rock Fans kamen voll auf ihre Rechnung.

Den von mir heiß ersehnten Abschluss bildeten die amerikanischen Yeah Yeah Yeahs. Frontfrau Karen O. wirbelte wie ein Orkan über die Open-Air-Arena Bühne und zog alle Blicke auf sich. Spätestens nach „Gold Lion“, der ersten Single des letzten Albums „Show Your Bones“, schienen alle Zuseher überzeugt zu sein, dass diese Band sich den Headliner-Platz wirklich verdient hat.
Und als dann zur Zugabe auch noch die beiden Sänger von Tv On The Radio zu Karen O. auf die Bühne kamen und mit ihr gemeinsam ins Mikro trällerten, schienen die soundtechnischen Probleme des Abends nie dagewesen zu sein und alles war gut.

Ende gut, alles gut. Oder so.

Alle Fotos: (c) Maria Antonia Graff

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AutorInnen

Christian Pausch

Christian Pausch

...und ich wär' hier so gerne zu hause,

denn die Erde ist mein Lieblingsplanet.

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