2011-05-15 22:24:08
Zum achten und vielleicht letzten Mal findet vom 26. Mai bis 1. Juni das Kurzfilmfestival Vienna Independent Shorts statt. FM5 gibt einen ersten Überblick.
Die Nachricht traf viele Cinephile Ende März wie ein Schlag.
Aufgrund des Ausstiegs des Hauptsponsors sowie fehlender Fördermittel seitens
der Stadt Wien und des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur,
steht das stetig wachsende Kurzfilmfestival Vienna
Independent Shorts vor dem Aus. Konnte für das Jahr 2011 trotz geringeren
Budgets noch eine Austragung realisiert werden, ist die Zukunft der
Veranstaltung für 2012 noch völlig offen. Ob dies tatsächlich das Ende bedeutet
oder es sich um einen öffentlichkeitswirksamen Hilfeschrei handelt, wird sich
zeigen.
Vielfalt ist Trumpf
Die beste Empfehlung für Förder- und Sponsorengelder ist in
jedem Fall ein vielfältiges Festival 2011, das mit einigen Neuerungen zu den
Vorjahren aufwarten kann. So werden zu den bewährten Aufführungsorten das
Planetarium und die Rinderhallen Neu Marx als neue Präsentationsflächen
adaptiert. Eine weitere ungewöhnliche Spielstätte findet sich im
Museumsquartier. In dem wohl kleinsten Autokino Wiens – die Platzzahl ist auf
zwei Personen beschränkt – werden Kurzfilme aus dem aktuellen Festivalprogramm
ausgestrahlt. Außerdem finden Veranstaltungen im Fluc ("FAK VIS!") und auf dem
Badeschiff (Abschlussparty) statt.
"New Communities"
Thematischer Schwerpunkt des diesjährigen Festivals sind die
kollaborativen Netzwerkpraktiken der so genannten "New Communities". Hierunter
sind in erster Linie das Internet und Web 2.0 zu verstehen. In acht
Schwerpunktprogrammen werden Filme gezeigt, die sich einerseits mit diesem
Thema auseinandersetzen, andererseits aber auch aus solchen Netzwerkstrukturen
hervorgegangen oder bekannt geworden sind. In diesem Sinne will das Festival
das Internet auch nicht als Konkurrenz, sondern als Chance und Bereicherung für
den Kurzfilm verstanden wissen.
Wettbewerb, Tributes
und Special Guest
Auch in diesem Jahr wird es wieder drei Wettbewerbe geben.
Im Bereich "Fiction and Documentary" rittern 29 Filme aus 18 Ländern um den
Wiener Kurzfilmpreis. Im Bereich "Animation Avantgarde" gehen 33 Werke aus 14
Ländern an den Start. Für den Österreich-Wettbewerb haben sich 23 Filme
qualifiziert. Dass es sich dabei nur um einen Bruchteil der eingereichten Filme
handelt – insgesamt waren es laut VIS 2500 –, spricht für die hohe Reputation des Festivals.
Tribut zollen die Vienna Independent Shorts in diesem Jahr dem britischen Duo Semiconductor (Ruth
Jarman, Joe Gerhardt), das sich in seinen experimentellen Filmen vorwiegend der
Erforschung (extra-)terrestrischer Materie widmet, sowie dem Wiener
Comiczeichner Nicolas Mahler. Als Special Guest wird der kanadische Film-,
Performance- und Installationskünstler Pierre Hébert erwartet.
Diskutieren und feiern
Damit aber noch nicht genug. Neben zahlreichen weiteren
Veranstaltungen wie dem Patenfilmbrunch (Filme, die es nicht in den Wettbewerb
geschafft haben, aber trotzdem heiß diskutiert wurden), dem Liegekino (warum
nicht mal Filme an der Decke anschauen) und "Très Chic" (Auswahl an
Kurzfilm-Kuriosa) wird mit der Schiene "Vienna Short Film Forum" und den "VIS-Nights" auch Interessantes abseits der Leinwand geboten.
Tickets
Tickets können ab 16. Mai online und ab 23. Mai per Telefon
(Telefonnummer wird auf der Homepage bekannt gegeben) reserviert werden. Wer
nicht nur einzelne Veranstaltungen, sondern das gesamte Festival erleben möchte,
kann zum Preis von 40,00 Euro auch einen Festivalpass erwerben, der ab 26. Mai
im Festivalzentrum im Museumsquartier und ab 27. Mai an der Abendkasse im Metro
Kino erhältlich ist.
Nobody knows the trouble I've seen.
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