2008-02-01 19:51:43
Von der prekären Situation, einen Text verfassen zu wollen.
Ich will mir zurzeit keinen schlimmeren Zustand vorstellen müssen, als diesen: Am Schreibtisch sitzend, grübelnd, weil ein (professioneller) Text geschrieben werden muss, aber sich keine einzige sinnergebende, charmante Zeile blicken lassen will. Was die Sache auch nicht leichter macht: Zwar über diesen Sachverhalt bestens Bescheid wissen, aber trotzdem – wie hier und jetzt – einige Gedanken niederschreiben.
Grund: Wenn man dem Kugelschreiber schon ein paar Sätze entlocken möchte, muss man hundertprozentig dahinter stehen, sich damit identifizieren können. Ansonsten findet ein morbid-dämlicher, an gemeine Neurosen erinnernder Artikulationszwang statt, der zu plötzlichem publizistischem Stillstand führt.
Doch stellt sich hier die Frage, wie sich der Autor, diese Wenigkeit des Universums, in diesem Fall möglichst gebührend verhalten soll, um seinen seriösen Ruf nicht zu verlieren: Alles für sich behalten und somit niemandem etwas vermitteln? Oder seine Gedanken in schlampiger Verfassung an den Leser bringen? Wie auch immer, dieser Text ist jedenfalls im Eimer.
"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)
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