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musik

Venus Doom live - HIM in Wien

2008-03-19 14:03:36

  • HIM Ville Valo
  • Venus HIM Ville Valo Doom
  • HIM Ville Valo
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Finnlands größer Rock-Export, mit dem androgynen Sänger am Mikro, gab ein erneutes Konzert in Wien. Die Reaktion? Solide, okay, gut.

Nachdem Ville Valo mit Sangespartnerin Natalia Avelon den letztjährigen Sommerhit überraschend ablieferte, war es nun an der Zeit für das eigentliche Flagschiff.
Venus Doom, das sechste reguläre Album von HIM, wurde am 11.März 2008 live im Wiener Gasomter präsentiert. Es war also wieder Zeit für einen finnischen Besuch.

Die Euphorie hielt sich diesmal eher in Grenzen, auch war das Konzert nicht wie so oft ausverkauft. Der Support an diesem Abend war gut gewählt und nicht gerade unbekannt.
Paradise Lost galten vor einigen Jahren selbst als Pioniere des Gothic-Metal, mittlerweile haben sie an Status verloren und sind längst nicht mehr dermaßen erfolgreich wie einst. Ihre Show wurde vom Publikum gleichwohl positiv aufgenommen. Die Band bot keyboardunterlegten Metal, der mit Melodien nicht geizte und wohldosierte Härte an den Tag legte.
Dass Sänger Nick Holmes mittlerweile wie Chad Kroeger von Nickelback aussieht, hat zwar nichts mit der Musik zu tun, sollte aber trotzdem erwähnt werden.

Soul on fire


Nach der viertelstündigen Umbauphase gaben sich HIM gewohnt routiniert.
Den Startschuss gab das neuere Passions Killing Floor, und die Setlist enthielt sowohl weiteres aktuelles Material wie The Kiss Of Dawn oder Bleed Well, doch waren es vor allem die älteren Songs und Klassiker, die sich zurück ins Gedächtnis brachten. Ob nun bei Join Me (In Death), diesmal mittig platziert und nicht als letzter Song im Set, dem Chris Isaak-Cover Wicked Game, bei feurigem wie Buried Alive By Love oder Your Sweet Six Six Six, plötzlich begann man mitzusingen, obwohl man die Titel nun schon eine ganze Weile nicht mehr gehört hat, wie man ehrlicherweise zugeben muss.
Ville Valo hat nichts von seinem Charisma eingebüßt, obwohl er an diesem Abend irgendwie abwesend zwischen den Songs wirkte.
Obwohl das Set mit viel Energie präsentiert wurde, erzählte er in den Pausen sinnloses Zeug, von Umweltaktivitäten bis zu LSD-Trips.
Zumindest gesprächig.
Auch die Bühnendeko war diesmal weniger bombastisch als noch bei Auftritten der Band vor einigen Jahren. Keine riesigen Kronleuchter mehr, sondern moderne Stehlampen mit blumigen Motiven, sattes Licht und im Hintergrund nur das aktuelle Coverbild von Maler David Harouni.
Zum Schluss wurde auch noch eine schöne Discokugel über den Köpfen der Bandmitglieder entblößt und so erstrahlte die Halle in kühlen Farbnuancen.
Dann war auch schon Schluss. Eigentlich wäre eine Zugabe geplant gewesen, doch der Flieger wartete am Flughafen, wie die Band uns erfreulicherweise noch mitteilte.
Ob dies die Wahrheit war oder ob Ville Valo einfach keine Lust mehr auf eine Zugabe hatte, weiß wohl nur er selbst. Anschließend wartete man trotzdem noch geduldig, ob es nicht doch noch eine Zugabe auf die Bühne geben würde. Leider nein.

When love and death embrace

HIM
sind wie Potpourri. Riecht gut und wirkt angenehm, wenn es da ist, fehlt es jedoch, fällt es nicht oder kaum auf.
Die Finnen würden deutlich gewinnen, wenn sie ihr strenges Korsett mal öffnen und nicht immer die selben Themen in ihrer Musik behandeln würden. Manchmal sind die Songs der Finnen einfach zu verklausuliert, gehaltlos und kitschig. Würden sie vielfältiger musizieren, wären auch die Konzerte fesselnder.
Bis HIM an diesen Punkt gelangen, wird noch viel Liebe, Innigkeit und Zärtlichkeit die Luft erfüllen. Bis dahin verbreitet Venus Doom den letzten Rest an Zuneigung, den es noch aufbringen kann.

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AutorInnen

Daniel Gilic

Daniel Gilic

"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)

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