2007-04-02 00:11:15
Sie werden als "Clubland's hottest new act" gehandelt, sind mit ihrer Single "Your Side" aktueller Platz 18 in den FM4-Charts und spielten als Support von THE KILLERS in der Arena zu Wien. Grund genug, sich mit den vier sympathschen Damen und Herren von VELOJET auf ein Pläuschchen zu treffen.
FM5: Am 6. Juni ist euer CD-Release. Wie hält es sich mit der Aufregung?
René: Im Grunde genommen handelt es sich bei der Release-Party um ein Konzert wie jedes andere auch, nur etwas länger wird es wahrscheinlich sein. Die Nervosität hält sich also in Grenzen. Außerdem glaube ich, dass wenig neues Publikum anwesend sein wird, da wir in letzter Zeit einige Gigs in Wien gespielt haben - unter anderem als Support von THE KILLERS vor ca. 2000 Leuten.
FM5: Mir ist ja zu Ohren gekommen, dass der KILLERS-Support relativ kurzfristig geplant wurde. Stimmt das?
Marlene: Ja, das stimmt. Wir haben es erst drei Tage vorher erfahren. Die Zeit sich darauf vorzubereiten war also relativ begrenzt. Es hat aber trotzdem alles super geklappt an dem Tag.
FM5: Das Video zu eurer Single "Your Side" ist ja - so wurde mir zugetragen - eine Hommage an die BEATLES.
René: Das Video an sich eigentlich nicht. Es ist aber schon so, dass ich den großen George Harisson immer wieder gebührend huldige. Sei es jetzt seine Gitarren-Sounds zu kopieren oder seine Ideen zu klauen. (lacht) Aber jetzt nicht im großen Stil, es geht bei unserer Musik natürlich nicht nur um die BEATLES.
FM5: Was hat es eigentlich mit den fliegenden Gitarren im Video auf sich?
René: Das war Lelos Idee (Anm.: Helmuth "Lelo" Brossmann ist Mitbegründer des Labels "Wohnzimmer") und wir fanden die eigentlich ziemlich gut.
FM5: Aha. Tiefere Bedeutung haben sie aber nicht?
René: Nein, das nicht. Aber es schaut sehr gut aus.
FM5: René, du hast Jazz-Gitarre studiert. Wann kam es eigentlich zu dem Punkt, an dem du für dich beschlossen hast, dich der gediegenen Popmusik zu widmen?
René: Bei mir war es eher umgekehrt, ich war schon vor meinem Studium der Jazz-Gitarre in zwei Pop-Bands aktiv, eine davon war POPSERVER. Dann entschloss ich mich dazu, mein Gitarrenspiel zu versieren und ging aufs Konservatorium. VELOJET entstand erst nach dessen Beendigung.
FM5: Würde es dir eigentlich etwas ausmachen, mit drei Mädels in einer Band zu spielen?
Michi: Mir würde es etwas ausmachen...
René: ... mir eigentlich auch. Ich denke, unsere derzeitige Formation ist ziemlich ausgewogen. Zwei Burschen für die Härte und zwei Mädchen für die...
Marlene: ... Schönheit!
René: Es ist interessanterweise schon so, dass wir oftmals über verschiedene Themen sprechen. Dann teilen wir uns in eine Männer- und eine Frauengruppe auf. Michi und ich sprechen dann über Autos, die Mädels über Shopping...
FM5: ... und Menstruationsbeschwerden. Aber jetzt vielleicht zu etwas Wesentlicherem: Wie kann ich mir euren Songwriting-Prozess vorstellen?
René: Bei den Songs unserer aktuellen Platte war das Songwriting großteils in meiner Hand. Ich kam mit relativ fertigen Songs in den Proberaum und stellte sie dann zur Diskussion. Mittlerweile ist es aber so, dass wir das neue Material gemeinsam erarbeiten.
FM5: Wie beurteilt ihr eure Chancen in Österreich generell? Habt ihr insgeheim die Hoffnung, einmal von eurer Musik leben zu können?
René: Nein, dazu sind wir zu realistisch. Selbst meine großen Helden NAKED LUNCH und MILES können nicht von der Musik leben.
FM5: Tobias Kuhn, Sänger von MILES, ist ja derzeit mit seinem Soloprojekt MONTA am Durchstarten und finanziert sich, glaube ich, damit seinen Lebensunterhalt. Gibt es Überlegungen diesbezüglich: René auf Solofpaden?
René: An und für sich war ich nach meinen ersten beiden Bands der festen Überzeugung, nie wieder in einer Band spielen zu wollen und lieber solo unterwegs zu sein. Als ich dann aber als Gitarrist für BEN MARTIN unterwegs war, habe ich eingesehen, dass eine Singer-Songwriter-Geschichte live alleine nicht funktioniert und mit Backup-Musikern nie die Energie erreichen kann, die man mit einer fixen Band-Formation erzielt.
FM5: Wie kam es überhaupt zum Signing bei Wohnzimmer?
Michi: Eigentlich sind wir durch Renés Kontakte zum Label gekommen.
René (lacht): Freunderlwirtschaft. Ich spielte früher bei der Band LITTERBOX und war außerdem - wie zuvor erwähnt - als Tourgitarrist mit BEN MARTIN unterwegs. Deswegen war es für die Leute von Wohnzimmer eher ein Hindernisgrund VELOJET zu signen. Dann bin ich aber bei LITTERBOX und BEN MARTIN ausgestiegen und die Sache hatte sich gegessen.
FM5: Gewährt man euch seitens des Labels auch Freiheiten? Dürft ihr da bezüglich Bühnenoutfit und Cover-Artwork eure eigenen Entscheidungen treffen?
René: Die Schwierigkeit besteht darin, dass ein Label eine Band aufbauen will und oftmals ein anderes Bild vor Augen hat, als die Band selbst. Es gab im Vorfeld einige Diskussionen - das passiert halt, wenn acht Menschen ihre eigene Meinung vertreten. Schlussendlich haben wir uns aber zusammengerauft und jetzt sind alle soweit zufrieden.
FM5: Das heißt euer in Schwarz und Weiß gehaltenes Styling war nicht eure Idee?
Michi: Eigentlich nicht wirklich.
Irene: Unsere Idee war es, sich einheitlich zu stylen. Der konkrete Vorschlag kam aber dann vom Label. Kompromissmäßig einigten wir uns dann auf unser jetziges Outfit.
René: Mittlerweile sind wir mit unserem Outfit schon viel zufriedener. Anfangs war ich noch etwas skeptisch, ob ich denn wirklich mit in die Hose gestricktem Hemd auftreten wolle, aber jetzt kann ich mir das gar nicht mehr anders vorstellen. Ein heraushängendes Hemd ist ja nicht sehr hübsch...
FM5: Da muss ich dir Recht geben. Viel Erfolg weiterhin und vielen Dank für das Interview!
Velojet Live:
10.07.05 - Nuke Festival/Pielachtal
29.07.05 - Pappelpop Festival/Mattersburg
30.07.05 - Stereo am See/St. Pölten
Mein Leben befindet sich zurzeit in Bearbeitung. Ich bitte deshalb um etwas Geduld. Danke.
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