2007-04-02 00:10:55
Bomben, soweit das Auge reicht. Schüsse, soweit die Ohren mitspielen. Und: Rennen, soweit diese Bewegung noch von den Füßen abgenommen werden kann!
Bomben, soweit das Auge reicht. Schüsse, soweit die Ohren mitspielen. Und: Rennen, soweit diese Bewegung noch von den Füßen abgenommen werden kann! Nebenbei werden bei einem Begräbnis aufspielende Trompeten wahrgenommen, dessen Klangvolumen aufgrund der sich deutlich maximierenden Schusslautstärke einbüßt. Muss es wohl, denn der Krieg, der alle Menschen in einem Vernichtungsfeldzug auffressende Terror, muss gewinnen! So steht es bereits in der Bibel geschrieben. Die vielerorts aufflackernde Hoffnung kann in den Hintergrund gedrängt werden: eine Bombe stürzt in dem Moment wieder ab und reißt einer weiteren Friedenstaube einen Fuß aus – dieser Krieg ist für den Frieden, so scheint es, nicht zu gewinnen! Menschen gegen Menschen, Blut gegen Blut, und nebenbei: Brot und Spiele. Ganz groß. Im Fernsehen: 20:15. Prime Time! Ein Fußballspiel, und jeder schaut hin. Ein Krieg, und keiner schaut hin. Weil: die von Testosteron gesteuerte Mensch- oder besser: Mannheit wird von unkontrollier- und undefinierbaren Mechanismen, die in den sämtlichen Forschungszentren dieser Welt noch nicht unter die sprichwörtliche Lupe genommen worden sind, kontrolliert. Soweit man das Kontrolle nennen kann. Ein Panzer fährt über eine Leiche; der Insasse des Panzers spürt das wahrscheinlich gar nicht. Warum denn auch? Wer bemerkt schon die im Hinterkopf festsitzende Dummheit? In der Hitze des Geschlechtsverkehrs kommt eine Bombe ins Haus der Akteure gesegelt, als ob nichts Ungewöhnliches dabei wäre. Aus. Der Beischlaf war ein Beischlaf. Koitieren lässt sich später – wo auch immer. Die kriegslüsternen Diktatoren scheren sich nämlich einen Dreck um ein beischlafwilliges Paar und lassen sich dafür auch noch einen Nimbus in die schmutzige Hand geben. Am Ende des Tages wird abgerechnet: Er, der schmutzige Diktator, hält einen Zettel mit darauf vermerkten Namen der Soldaten – auch Sklaven genannt – und streicht sie mit einem spitzen Bleistift durch als hätte er gerade bei einem Rätsel das richtige Wort gefunden. Danach steigt er ins Bett zu seiner Prostituierten, die er natürlich wie den letzten Dreck behandelt, und schlägt sie zu Tode. „Autsch“, schreit er, seine Hand blutet, und legt sich schlafen. Morgen ist auch noch ein Tag…
"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)
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