2007-11-11 17:34:01
Der kleine Dennis glaubt vom Mars zu kommen und bereitet seinem Adoptivvater damit einige Schwierigkeiten. Leider geht die eigentlich spannende Thematik des Films über das Anderssein in der Eintönigkeit der Erzählung unter.
Der Science-Fiction Autor David (John Cusack) hat seine Frau verloren. Um seine Trauer zu überwinden, möchte er ein Kind adoptieren und lernt dabei den kleinen Waisenjungen Dennis (Bobby Coleman) kennen. Dieser lebt in einer Pappschachtel, weil er sich für einen Marsmenschen hält und sich deshalb vor den Sonnenstrahlen schützen muss. Als David ihm eine Sonnenschutzcreme vorbeibringt, entspinnt sich zwischen den beiden langsam eine Beziehung und Dennis traut sich sogar aus seinem Karton. Als David sich dazu entschließt, Dennis zu adoptieren, macht er ihm sein Haus schmackhaft, indem er es als größeren Karton bezeichnet. Dass David Schriftsteller ist und selbst über den Mars schreibt, macht es ihm einfacher einen Draht zu Dennis zu finden, dessen psychischer Schutzmechanismus nicht einfach zu handhaben ist. Er trägt einen Batteriegürtel, um nicht davonzufliegen und kann ohne Schirm nicht aus dem Haus gehen. In der Schule hängt er kopfüber vom Klettergerüst und klaut den anderen Kindern ihre Sachen. Natürlich wird er deshalb der Schule verwiesen und auch sonst hat es David nicht leicht mit dem kleinen Marsmenschen. Doch er weiß, dass er wohl der einzige ist, der Dennis liebt und setzt deshalb alles daran, ihn nicht zu verlieren.
Hollywood-Kino
Nach der Vorlage The Martian Child von David Gerrold erzählt Regisseur Menno Meyjes die Geschichte zweier Menschen, die erst lernen müssen Vater und Sohn zu sein. Dabei präsentiert sich John Cusack in gewohnt sympathischer Art und der kleine Bobby Coleman ist als Kind vom Mars kaum zu übertreffen. Leider bleibt das tolle Darstellerduo einer der wenigen Pluspunkte des Films. In typischer Hollywoodmanier führt die Story ohne Umwege von A nach B. Die sich in der Beziehung zwischen David und Dennis ergebenden Probleme sind vorhersehbar und lösen sich schnell wieder in Wohlgefallen auf. Überraschend ist dabei nichts, denn jeder Moment ist berechenbar. Schon von Beginn an ist klar wie der Film enden wird, was zwar vor allem im Hollywood-Kino oft der Fall ist, hier aber besonders stark zur Geltung kommt. Die wenigen guten Ideen und unterhaltsamen Augenblicke gehen in der Eintönigkeit des Films unter und auch die Grundfragen der Geschichte nach Familie, Liebe, Anderssein und Konformismus werden leider nur oberflächlich berührt und schnell wieder abgetan.
Leider nur Durchschnitt
Schade, dass die Geschichte derart eintönig erzählt wird und nur darauf aufbaut, wie süß und herzerweichend die Beziehung zwischen David und Dennis ist. Eigentlich hätte aus diesem Thema ein schöner und einfühlsamer Film werden können, Menno Meyjes hat sich da aber wohl lieber auf das typische Hollywood-Schema verlassen. So bleibt der Film Durchschnitt und vermag nicht zu überzeugen, auch wenn Darsteller und Thematik eigentlich viel mehr zu bieten hätten.
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Unfähig sich selbst zu beschreiben...
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