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Typisch Frequency!?

2007-08-20 22:30:13

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Das Frequency im siebten Jahr seines Bestehens - Tradition und Innovation? Schnürlregen, Pissegestank und irgendwo dazwischen ein paar Konzerte.

Das verflixte siebente Jahr im Bestehen des FM4 Frequency Festivals ist Geschichte. Nach mehr als einem halben Jahrzehnt, kann doch fast schon von Tradition gesprochen werden: Abgesagte Konzerte, Regenwetter, überteuertes Essen und Trinken, unendliche Schlangen vor den Toiletten und dem einzigen Bankomaten am Gelände – ein schönes VIP Zelt, für jede/n zugänglich, die/der etwas tiefer in die Tasche greifen möchte, zwei Bühnen mit den heißesten Bands von gestern, heute und morgen. Typisch Frequency!

Was wäre denn aber Tradition ohne einer guten Portion Innovation? Eben! Und darum hatte das Frequency dieses Jahr etwas mehr zu bieten. 3 volle Tage Festival Action, eine eigene Bühne nur für österreichische Nachwuchsbands, und ein, nach Angaben der Veranstalter, vergrößertes Chill-Out Zelt und kostenpflichtige Caravan Tickets. Für mich, nach 3 Jahren Festival-Abstinenz, auch neu waren die zahlreichen, schön an diversen Ecken und Enden, zum Beispiel neben den Bühnen, platzierten Outdoor-Pissoirs. Von einigen als Aussichtsplattformen genutzt, hielten die Plastik-Konstruktionen dem Gewicht nicht stand und brachen, ihren männlich duftenden Inhalt auf den sowieso schon vom Regen durchnässten Boden, verteilend, zusammen. Das ist Festivalkultur.

Am Stand von Di(rec) konnten geneigte Festivalbesucher circa 7 der in etwa 70 angesetzten Konzerte auf USB Sticks käuflich erwerben. Sehr schöne Idee, leider eine magere Geschichte, nur ein Zehntel des Line-Ups im Angebot zu haben.

Trotz diversester Absagen schon im Vorfeld, Manic Street Preachers, Chris Cornell, hatte das Frequency auch im Jahre 2007 wieder einige der beliebtesten Bands aus der Indie- und Alternative Szene im Angebot. Highlight war sicherlich der besucherreichste 2. Tag mit Shows von Juliette & The Licks, den Beatsteaks, Jimmy Eat World, Nine Inch Nails und den Ärzten. Leider waren die Shows abwechselnd auf beide Bühnen verteilt, was zur Folge hatte, dass ein riesiger Schwarm an jungen Leuten sich mehrmals quer über das gesamte Gelände bewegte. Ein beträchtlicher Haufen an Kids hatte sich schon Stunden vor der Show der Ärzte im ersten Wellenbrecher vor der Race Stage festgesetzt und saß dort die Stunden bis zum Auftritt der besten Band der Welt ab. So wurde das vorangehende Konzert der Nine Inch Nails zum kleinen Desaster, da sich nur ein Bruchteil des bühnennahen Publikums für Trent Reznor und seine Mannen interessierte.

Ich zog es vor, mir den Beginn des Sets von Interpol anzuhören – eine stimmungsvolle Lichtshow und die berühmte, tief-melancholische Stimme von Paul Banks konnten dem noch berühmteren Salzburger Schnürlregen jedoch kein Kontra bieten.

Einige Stunden vorher beehrte Herr Damon Albarn mit seiner Allstar Band The Good, The Bad and The Queen jene kleine feine Bühne am Waldesrand. Leichter Nieselregen, ein wunderschönes Bühnenbild welches Assoziationen an das viktorianische London weckte, Streicherinnen, die sich im Takt wiegten und Paul Simonon am rechten Bühnenrand der einen eindrucksvollen Tanz mit seinem Bass vorführte, trösteten leicht über das feuchte Klopfen an der Jacke hinweg. Und dank der massentauglicheren Beatsteaks auf der Race Stage konnte dieses Konzert im kleinen Rahmen genossen werden.
Umrahmt war dieser zweite Tag von 2 Absagen: Mittwochs wurde die Erkrankung des Tool Sängers vermeldet womit der Headliner des ersten Abends ausfiel. Der letzte Ausfall folgte am Freitag mit den Klaxons. No Rave also. Typisch Frequency!

Mitten im Gewühl immer wieder einige überaus sehenswerte Konzerte: The Ark aus Schweden überzeugten nicht nur mit Musik sondern vor Allem auch durch das Outfit ihres Sängers und dessen philosophische Ansagen: "We must remember that all revolutions were started by idiots!" und "It takes a fool to remain sane!"
The Sounds, ebenfalls aus Ikea-Land, hatten da schon mehr Schwierigkeiten - wäre nicht ihre Sängerin ein so hübsches Pupperl, hätte man(n) sich vielleicht anderen Dingen zugewandt. Eine ansehnliche Menge war bei den Dandy Warhols versammelt um gemeinsam auf Bohemian Like You zu warten. Woher kommen die nochmal? Und warum steh ich eigentlich hier rum?

Die Liste an guten Shows wäre zugegebenermaßen lang - das Frequency ist halt doch ein Musik-Festival, das weiß was Österreich und Bayern hören will. Und alles was sich da sonst noch tut, ist entweder willkommene Abweichung vom Alltag oder halt notwendiges Übel.

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AutorInnen

Kathrin Pree

Kathrin Pree

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smell what you can't hear
sing what you can't tell
draw what you can't speak
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