2007-04-02 00:10:43
Kürzlich ist im Wiener „Resistenz Verlag“ ein viel versprechendes Buch namens „Tote Lächeln“ von der Münchner Journalistin und Autorin Beate Maxian erschienen.
„Es war fünf Uhr morgens. Auch das noch! Verdammter Nebel, dachte sie. Sie war schon öfter im Herbst am Attersee gewesen, aber dieses feuchte weiße Dickicht konnte sie nicht leiden. Tränen liefen über ihre Wangen. Trotzdem steuerte Monika Berger ihr Auto viel zu schnell über die Attersee Bundesstraße zwischen Weyregg und Steinbach. Das undurchsichtige Weiß nahm ihr jegliche Sicht. Rechts von ihr lag der Attersee in absoluter Finsternis. Ihr Fuß blieb selbst dann fest auf dem Gaspedal, wenn sie um eine Kurve schoss, die sogar tagsüber uneinsehbar war. Sie vertraute darauf, dass um diese Zeit niemand unterwegs war. Die meisten Bewohner schliefen fest in ihren Häusern. Es war ihr egal wohin sie fuhr, nur fort, weit fort.“
So beginnt der kürzlich im Wiener Resistenz Verlag erschienene Krimi „Tote Lächeln“ von Beate Maxian. Die ersten vier Seiten Einleitung schildern die Vorgeschichte, wie Monika Berger zusammengeschlagen wurde.
Im Spätsommer 2004 wird hinter dem Flügelaltar der Kirche Gamperns ein Stück Fleisch in einem Einwegglas gefunden. Als sich später herausstellt, dass es sich bei dem Stück Fleisch um Menschenfleisch, genauer um das Fleisch der in Wien lebenden, aber in Steinbach am Attersee urlaubenden Monika Berger, handelt, riecht es gewaltig nach einem kuriosen Verbrechen. Die Schörflinger Inspektorin Sandra Anders, später in (notwendiger) Begleitung von ihrer Kollegin Rosa Mairinger, beginnt also den Faden, der als Metapher für ein spannendes Verbrechen herhalten muss, aufzuwickeln. Dabei kommt ihr der in Vöcklabruck für die Lokal-Ausgabe der „Oberösterreichischen Nachrichten“ arbeitende Journalist Bernd Rotaro dazwischen. Sandra wird durch die plötzlichen Erscheinungen von Bernd aber eher misstrauisch, verliebt sich aber beim ersten Treffen schon in ihn, schenkt ihm dann auch ihren teilweise schwer zu erarbeitenden Glauben und schließt mit ihm eine Liaison. So verfolgt sie also mit einem kompakten und verlässlichen Team den Mörder von Monika Berger, der auch fast ein paar Menschen mehr am Gewissen hätte, wenn er nicht rechtzeitig aufgehalten worden wäre. Der Stoff bzw. ein Teil des Stoffes mutet wie der von Alfred Hitchcocks `s „Psycho“ an; als nämlich der Mörder, dessen Namen FM5 programmatisch noch nicht preisgibt, mit der präparierten Leiche seiner Mutter kommuniziert.
Die 1967 in München geborene und zum Teil im arabischen Raum aufgewachsene Journalistin und Autorin Beate Maxian (Vöcklabruckern bzw. BTV-Konsumenten aus ihren Moderationen beim Vöcklabrucker Bezirkssender „BTV“ bekannt), die zurzeit im nördlichen Salzkammergut lebt, fabriziert ein an sich banales Thema, nämlich einen Mord am Land, sehr schön und gestaltet es mit ihren unvergleichlichen Personen zu einem viele Spannungsfelder beinhaltenden Krimi. Außerdem wird die mut- und vor allem tristlos bäurische, ländliche Situation gut geschildert. Dabei lässt sie die Realität walten; wer sich hier einen krampfhaften Versuch eines Krimis, der die tatsächliche Welt da draußen aus den Augen verliert, erwartet, wird zurecht eines Besseren belehrt. Denn schreiben, so merkt das der Leser schon nach dem Konsumieren weniger Zeilen ihres ersten Buches, kann Maxian. Gut noch dazu. Für Vöcklabrucker bzw. für die, denen das Landschaftsbild von der Region rund um Vöcklabruck (Attersee, Gampern, …) bekannt ist, ist der Druck des Erschaffens eines Bildes natürlich nicht zwanghaft.
Ihre Ader zum Schreiben habe Maxian im 16. Wiener Gemeindebezirk (Ottakring), als sie mitten in der Nacht von „herumstreunenden“ Protagonistinnen des horizontalen Gewerbes aufgeweckt und so mehr oder weniger zum Verfassen eines Textes gezwungen wurde, (wieder) gefunden.
Einziger Kritikpunkt, den es zu erwähnen gilt: Dem Korrekturleser ging viel „durch die Lappen“! Dieses Buch tut dem Bezirk Vöcklabruck (der Region rund um das Salzkammergut) gut. Außerdem überkam mich bei der Buchpräsentation im Hinterhof der Vöcklabrucker Gärtnerei „Hueber“ das leichte Gefühl, dass es sich vielleicht drei-, höchsten viermal im Jahr doch lohnt, in Vöcklabruck zu wohnen…
Das Buch, das, wie bereits erwähnt, im Wiener Resistenz Verlag erschienen ist, ist relativ schwer zu bekommen. Eventuelle Möglichkeiten: Vöcklabrucker (Buch-) Geschäft SKRIBO. Leider sind Informationen, Links oder Bilder über dieses Buch spärlich bis gar nicht vorhanden.
"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)
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