Freies Magazin FM5

Plattform für Kunst und Jugendkultur

ohne Nav

 

musik

Tom Waits wohnt in Vöcklabruck

2008-02-25 22:01:24

  • 01 Sa!ke-Konzert Pfarrsaal Regau
  • 02 Sa!ke-Konzert Pfarrsaal Regau
  • 03 Sa!ke-Konzert Pfarrsaal Regau
  • 04 Sa!ke-Konzert Pfarrsaal Regau
  • 05 Sa!ke-Konzert Pfarrsaal Regau
  • 06 Sa!ke-Konzert Pfarrsaal Regau

Der holländische Blues-Pianist und Sänger Sake Asen veröffentlichte vor kurzem sein neues Album „Busted“, das er im Pfarrsaal Regau präsentierte. Ein Gespräch mit dem Musiker, der seit einem Jahr in Vöcklabruck lebt.

„The songs that I play are just a desperate way to find out what I've got”: Hier möchte jemand unbedingt seinen Herzschmerz ausschütten, untermalt mit einem klagenden Piano. Der Song aus dem diese Text-Passage entnommen ist, heißt Wheter or Not und ist auf dem neuen, vor kurzem auf dem oberösterreichischen Label AST Records erschienenen Album namens Busted des holländischen Pianisten und Sängers Sake Asen enthalten.
Sake, der ebenfalls mit diesem Namen auftritt, lebt seit ungefähr einem Jahr in Vöcklabruck. Geboren und aufgewachsen in Holland, wusste er schon sehr früh, dass er einmal der Musikerzunft angehören wolle. Bereits im Alter von sieben Jahren erlernte er die hohe Kunst des Pianospiels, wiewohl er mit 17 erste Konzerte in Rotterdam gab. Richtung Freiem Magazin FM5 meint er, dass er schon immer Musiker werden wollte. Inspiriert von den Meistern seines Fachs (Fats Domino, Ray Charles, Randy Newman und andere) und immer einen gewissen Hang zur Entdeckungsfreude anderer Länder und deren Kulturen hegend, zog er als Musiker durch die Welt: Neuseeland, Mexiko, Guatemala und Thailand sind nur wenigen Orte, die er erforschte. Nach dieser fünf-jährigen Weltreise wohnte der 30-jährige Pianist, der eine Vorliebe für New Orleans Style Blues hat, für einen Zeitraum von zehn Jahren in Kärnten sowie in Salzburg.

Dass Sake auch bereits als Möbeldesigner, Glasschneider, Lagerist, Staplerfahrer und LKW-Beifahrer tätig war, zeugt auch von seiner umtriebigen und vor allem weltoffenen Lebenseinstellung. Vor ungefähr einem Jahr hat er sich aus familiären Gründen in Vöcklabruck niedergelassen. Wie betrachtet er also seinen neuen Wohnort? „Ich muss erst alles eigentlich kennen lernen. Aber es gibt in Vöcklabruck viele interessante Sachen, zum Beispiel auch in Verbindung mit Holland, wo ich geboren bin: Der Vöcklabrucker Wappenturm mit den Wappen von den holländischen Provinzen.“ Und fügt hinzu: „Was mir nicht gefällt ist der Nebel.“

Faszination Musik

Das Spektrum seiner musikalischen Werke ist ein tonales Erlebnis emotionaler Art, das vor nichts zurückschreckt: Kummer, Leid, Liebe – die großen Dinge des Lebens eben. Dabei muss man immer wieder die Kunstfigur Tom Waits, diese hehre US-amerikanische, whiskeygetränkte und verrauchte Personifizierung ironischen Pathos, als Quelle heranziehen; Sake gibt auch zu, ihn als großes Idol zu betrachten. Er meint auf die Frage, welche Musikrichtungen ihn inspirieren: „Blues ist für mich schon das Wichtigste! Aber abseits von Blues: Der Tom Waits. Der macht die traurigen Sachen im Leben wieder gut, irgendwie. Sogar auf eine lustige Art, das gefällt mir daran.“ Das wirklich Faszindierende, ja Fesselnde an der Musik sei für ihn, den „fliegenden Holländer vom Dörflberg“, wie er sich selbst mir reichlich Humor bezeichnet, aber „die Umwandlung von negativen Erlebnissen auf eine lustige Art in positive Energie.“

Außerdem sei für ihn Klavierspielen und Singen „etwas Befreiendes.“ Die Synergie aus whiskeygeölter Stimme und um die Gunst des Publikums bittendem Piano: Sie könnte schöner nicht sein – was der geneigte Hörer auch letzten Samstag im Regauer Pfarrsaal hautnah erfahren konnte. Voller Inbrunst hantelte sich der Dutch Bluesician von einer Nummer zur anderen. Letztendlich schweißgebadet und von Mr. Evil Devil höchstpersönlich geläutert, schickte er das heimgesuchte Publikum hinaus in die Wonne der Glückseligkeit: Der Teufel im Pfarrsaal wurde ausgetrieben, jetzt regiert wieder das Weihwasser.

Links


Printer Icon Creative Commons by-nc-nd - Some rights reserved



AutorInnen

Johannes Rausch

Johannes Rausch

"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)

Newsfeed Icon Newsfeed von Johannes Rausch abonnieren



Kein Bock auf Nazis Festival 13.4. Arena


Archiv  | Impressum | AGB | Gewinnspiel | Friends Shop