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The style of drinking water

2012-04-10 15:13:05

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Vor einigen Jahrzehnten schafften es Getränkehändler den Wassermarkt umzukrempeln. Wird das noch einmal gelingen? Junge Unternehmen versuchen es, doch die Chancen stehen gegen sie.

In der Geschichte des Marketings gibt es immer wieder unglaubliche Erfolgsgeschichten, so zum Beispiel die des Mineralwassers Perrier. Das Unternehmen hat es in den 70er Jahren geschafft, Wasser in Flaschen einzufüllen und Leute davon zu überzeugen, dafür zu bezahlen. Die Financial Times schrieb 1974 damals zunächst „Perrier wird nur von Spinnern und Ausländern getrunken“ und sagte dem ganzen Trend ein schnelles Ende voraus. Doch mit guter und vor allem humorvoller Werbung setze sich die Marke als Lifestyleprodukt durch. Danach war der Grundstein gelegt und bis heute ist jeder größere Getränkehändler auch mit einem Mineralwasser am Start. So wurde aus einer verrückten Idee das normalste der Welt.

 

 

Was hat das Ganze mit Lifestyle zu tun?

Die Geschmacksunterschiede sind bei Wasser im Gegensatz zu anderen Getränken, wie z.B. Wein, minimal und für die meisten nicht wahrnehmbar. Der Großteil des Genusserlebnisses muss also über das Marketing kreiert werden. Also wettschreiten die verschiedenen Anbieter seit Jahren, wer die noch sportlichere Joggerin noch besser gegen die strahlende Sonne fotografieren kann. Denn gesund und sportlich, das sind die Attribute mit denen sich Vösslauer, Römerquelle und Co verknüpfen möchten, wahlweise auch mit Entspannung und Familienglück.

Wasser aus der Leitung

Für Leitungswasser macht dagegen kaum jemand Werbung. Die einzigen, die es vielleicht versuchen, sind die staatlichen Wasserbetriebe und die stellen sich nicht gerade erfolgreich dabei an. Dabei müssen wir alle den ganzen Tag Wasser trinken (mindestens 2 Liter) - eigentlich ein großer Bereich, um ihn mit Style zu füllen. Die Problematik, die Plastikflaschen mit sich bringen, ist den meisten nach Plastic Planet vermutlich auch bewusst. In Plastik können sich Stoffe wie zum Beispiel der Weichmacher BPA lösen und dies wiederum kann gesundheitliche Folgen haben. Darüber hinaus bringt Plastik auch ökologisch einige Herausforderungen mit, es ist zum einen aus fossilen Stoffen hergestellt und zum anderen nicht so leicht zu recyclen. Das meiste weggeschmissene Plastik landet auf Müllhalden, teilweise auch das was vorher sortiert worden ist. Viele Gründe also, um sich nach Alternativen umzusehen. Gerade in Österreich, wo die Qualität des Leitungswassers meist über der des Mineralwassers liegt. So sind in den letzten Jahren immer mehr Ideen aufgekommen Leitungswasser aufzustylen.

Die Marken SIGG und soulbottles beispielsweise setzen auf Trinkflaschen mit außergewöhnlichen Designs, um so von dem langweiligen Trinkflasche-Image wegzukommen, wie es zum Beispiel die Firma Emil, die Flasche zum anziehen innehat. Die einen machen ihre Flaschen aus Glas die anderen aus Aluminium. Dabei stellt sich natürlich die Frage, wie wichtig Stil und wie angenehm Komfort ist.

Einen sehr kreativen Weg sind auch die Gründer von Join the pipe gegangen, die Flaschen in Röhrenform anbieten und parallel dazu passende Trinkwasserbrunnen auf der ganzen Welt installieren. Die Dänen von Re-Tap haben ein superleichtes + stabiles Glas entwickelt, um damit ihre Flaschen gegen Zerstörung durch launischen Umgang zu schützen.

Bringt das alles Was?

Darauf zu hoffen ist, denn im Moment werden jedes Jahr 30 Milliarden Euro für Wasser in Flaschen ausgegeben. Gleichzeitig hat die UN geschätzt, dass es wahrscheinlich 10 Milliarden Euro bräuchte, um allen Menschen auf der Welt einen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. So laufen all diese Alternativen gegen gigantische Unternehmen an, und wenn jemand damit wirklich etwas verändern will, wird er oder sie meist belächelt, andererseits war das ja bei Perrier zu Anfang auch der Fall.

 

 

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