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musik

The songs remain the same

2008-03-27 18:42:53

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In ihrem unbetitelten Debütalbum macht sich die niederösterreichische Band Screena auf die Suche nach dem Alternative-Sound der 90er Jahre und vergisst dabei ins 21. Jahrhundert zurückzukehren.

Back to start - dies ist nicht nur der Name des CD-Openers, sondern auch das Motto, unter das die gesamte Platte gestellt werden sollte. Denn am Ende des 45 Minuten langen Werkes hat man das Gefühl stets den selben Song gehört zu haben, ohne aber die Hoffnung aufzugeben, dass die Scheibe beim nächsten Stück zünden könnte. Letztlich ist dies aber nicht der Fall, weshalb trotz einer perfekten Produktion ein schaler Nachgeschmack bleibt.

Perfektion macht brav


Möglicherweise liegt es aber gerade daran, dass Screenas Erstling im Gesamteindruck nicht überzeugen kann. Die Musik ist im wahrsten Sinne des Wortes glattproduziert worden. Bei keinem der Stücke stößt man auf Ecken und Kanten, nie hat man das Gefühl von bestimmten Wendungen überrascht zu werden und selten schafft es die Band eine musikalische Sogwirkung zu erzeugen, welche die Distanz zwischen CD und Hörer überwinden kann. Dem Album würde daher ein Schuss mehr Rauheit und Risikofreude sehr gut tun.

Der Teufel steckt im Detail


Dabei machen Screena keinesfalls schlechte Musik - ihr Soundkonglomerat aus bekannten und vergessenen Alternative-Bands der 90er Jahre macht selbst den Granden der damaligen Zeit Konkurrenz – doch wirkt sie im allgemeinen schon etwas angestaubt, auch wenn die Band selbst die Rückwendung in die Vergangenheit vielmehr als Ahnung denn als fixe Idee beschreibt. Screena vergessen bei ihrem Trip in die Vergangenheit schlicht und ergreifend die Würze der Gegenwart. Songs wie Girl 611, Afraid of Everyone und Stay dümpeln in unaufgeregter Redundanz durch die Platte und bewirken durch die immergleichen Parameter Sound, Instrumentation und Struktur, dass sich beim Hörer Abstumpfungserscheinungen einstellen. Doch in den wenigen Momenten, in denen die Band mit diesem 0815-Songmuster bricht, kommt plötzlich gediegene Rockmusik zum Vorschein. Questions no Answer schafft dies durch die Variation von Sounds und Tempi, die ansonsten schmerzlich vermisst werden; Quiet wartet vor allem durch seine Wort-Musik-Verteilung mit Innovation und neuer Klanglichkeit auf. Michael Gacksch schafft es hier, seine Stimme als echtes Stilelement und nicht nur als bloßes Beiwerk zur Musik einzusetzen.

Fazit


Alles in allem liefern Screena ein solides Debütalbum ab, auf das man mit Sicherheit aufbauen kann. Es bietet die Basis dafür, das sichere Nest in Zukunft zu verlassen und sich noch mehr in die Richtung eines eigenständigen Stils zu entwickeln; denn nur so hat die Band auch über die lokalen Grenzen Österreichs hinweg eine Chance zu bestehen.

 

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