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musik

The Strokes & Guests eröffnen das Nuke Festival

2007-04-02 00:12:10

The Strokes, Adam Green und drei weitere "The"-Bands (Beautiful Kantine Band, Frames und Kooks) als gelungener Auftakt des Nuke Festivals in St.Pölten.

Als ich die Strokes, sorry, The Strokes 2002 das erste mal in Wien gesehen habe (in der damals noch existenten Libro Music Hall), war das wie ein kurzes heftiges Rock´n Roll-Gewitter. Mit ihrer ersten Platte „Is This It" im Gepäck, verfügte die gehypte Band gerade mal über eine Handvoll Songs, die sie - ohne jegliche verbale Interaktion mit dem Publikum - in einem Schwall und zugabenfrei in die tobende Menge schleuderten.

Vier Jahre später, alles anders. Naja fast, sieht man von den Rahmenbedingungen ab. Denn die Vorfreude auf ein Open-Air-Konzert bei idealstem Wetter anstelle öder, stickiger Konzerthalle bekam beim Eintreffen am Nuke-Gelände einen schnellen Dämpfer, als ich erführ, dass der Warm-Up-Tag des Festivals ausschließlich auf der hübsch getauften "Moon-Stage" stattfand. Was aber nichts anderes war, als eine, nun ja, öde, stickige Konzerthalle, die wirkte, wie ein schmuckloser Ballsaal für Maturaabschlussfeiern. Doch Schwamm drüber, schließlich sollten hier Bands wie The Beautiful Kantine Band, The Frames, The Kooks (mit einem feinen, aber leider nur von 50% der Band dargebotenem Akustikgig), Adam Green und als Hauptact The Strokes aufgeigen - also Rahmen ausblenden und zurück zum Wesentlichen.

Ihr habt es sicher gleich gemerkt, dass einer bei dieser Auflistung an "The"-Bands aus der Reihe tanzt. Und auch auf der Bühne tanzte oder vielmehr hüpfte Adam Green wie gewohnt aus der Reihe und vermittelte dabei erneut das Bild eines zugedröhnten Kaninchens. Leider fand der eigentlich mit einer beachtlichen Stimme ausgestattete New Yorker Sänger nur selten die richtige Tonlage und machte dadurch seine Show nicht gerade zum Höhepunkt des Abends. Aber der war bei einem "The Strokes & Guests" betitelten Abend sowieso schon vorprogrammiert.

 

Die fünf ebenfalls aus New York stammenden Musiker meldeten sich heuer nach einem nicht ganz so überzeugenden Zweitwerk mit "First Impressions Of Earth" in gewohnter Größe und songschreiberisch gestärkt zurück. Somit konnten sie bei ihrem Konzert in St.Pölten diesmal aus dem Vollen, sprich aus der Songauswahl dreier Alben, schöpfen. Das sah man der Band auch an, sie wirkte selbstsicherer, weniger überheblich, und Sänger Julian Casablancas ließ sich sogar zu Streicheleinheiten für das Publikum hinreissen: "You are wonderful tonight, you blow my mind", um dies später noch mit einem "I feel nothing but love for Austria" zu toppen. Und als Belohnung für das wundervolle Publikum gab es mit "Hard To Explain", "New York City Cops" und "Take It Or Leave It" gar noch einen Zugabenblock der Extraklasse. Sicher, auch die mit Arroganz überzogenen High Energy Auftritte ihrer Anfangstage hatten was für sich, aber wenn ich mich entscheiden müsste, präferiere ich doch die Strokes anno 2006 - Zugaben inklusive!

Fotos: (c) St.Brueckler

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