Freies Magazin FM5

Plattform für Kunst und Jugendkultur

ohne Nav

 

lifestyle

The Strangers - Ungebetene Besucher

2008-11-24 12:46:46

  • The Horror Tyler Strangers Lif
  • The Horror Tyler Strangers Lif
  • The Horror Tyler Strangers Lif
  • The Horror Tyler Strangers Lif
  • The Horror Tyler Strangers Lif
  • The Horror Tyler Strangers Lif
  • The Horror Tyler Strangers Lif
  • The Horror Tyler Strangers Liv
  • The Horror Tyler Strangers Lif

Nanu, wer klopft zu später Stunde noch an der Tür? Diese Frage sollte sich das Pärchen in The Strangers besser nicht stellen. Besonders dann nicht, wenn vor dem Haus maskierte Psychopathen ihr Unwesen treiben.

James (Scott Speedman) und Kristen (Liv Tyler) haben Beziehungsturbulenzen. Nachdem Kristen den Verlobungsring von James abgelehnt hat, ist dieser sichtlich aufgebracht. Bedrückte Stimmung liegt in der Luft. Die Schwierigkeiten sollen in einem Ferienhaus beseitigt werden. Als sie sich näher kommen und kurz vor dem Versöhnungssex stehen, klopft es an der Tür. Ein unbekanntes Mädchen erkundigt sich nach einer Tamara, doch Tamara ist nicht da. Macht nichts. Gibt ja zwei andere stattdessen.

Dollface: Is Tamara home? Kristen: You already came by here. Dollface: Are you sure?


Kurze Zeit später beginnen maskierte Gestalten ein diabolisches Spielchen mit dem Paar. Während James sich mit dem Auto aufmacht um Zigaretten zu holen, klopft es erneut an der Tür. Zuerst zaghaft, dann immer lauter. Die Angst in Kristen wächst unweigerlich. Anschließend werden Fenster beschmutzt, vor der Tür Lärm veranstaltet, und das Auto nach James Rückkehr demoliert, der anfänglich dem Ganzen keine Aufmerksamkeit schenkt. Schnell wird klar, dass die Unbekannten ihre Opfer, die anscheinend rein zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, ganz langsam über die Klinge springen lassen wollen.

Bröckelige Wände und poröse Türen

Was als Paartherapie beginnt, endet als kranker Psychothriller.
Scott Speedman macht als gehetzter James eine gute Figur, und die elfenartige Liv Tyler, mit hübschem Porzellanteint, bringt die nötige Verletzlichkeit mit, um die Folter glaubhaft zu durchleben. Beide Schauspieler werden größtenteils psychisch und weniger physisch malträtiert. Bis zum bitteren Ende.

Bryan Bertino treibt den Film behutsam voran, ohne das Tempo zu beschleunigen. Der Jungregisseur drosselt die Geschwindigkeit mit aller Kraft, um der Geschichte Zeit zur Entfaltung zu geben. Blutige Gewaltexzesse sucht man vergebens. Ein gern gesehener Gegenentwurf zum erhöhten Sadismus, der das gegenwärtige US-Horrorkino umgibt. Die Spannung weiß sich ins Unermessliche zu steigern.
Anteil daran hat auch die Dialektik von Sicht- und Unsichtbarkeit. Die Kamera ist fortlaufend präsent, aber nicht überall gleichzeitig, der Blickwinkel bleibt eingeschränkt. Böse Überraschungen rücken deswegen schockartig in den Bereich des Sichtbaren. Das Publikum weiß mehr als die Protagonisten im Film – das ist nicht neu, aber effektiv.

Provozierende Sticheleien

Auch die Technik nützt (wie so oft in diesem Genre) natürlich nichts. Es ist das Spiel mit der Paranoia, mit den leeren Akkus und fehlenden Netzverbindungen, die das Telefon erwartungsgemäß nicht funktionieren lassen. Die Bilder, realitätsnah und natürlich gefilmt, erzeugen passend dazu eine schwülheiße Atmosphäre.
Unklar bleibt, wer die Täter in Wirklichkeit sind. Das wahre Antlitz der drei Maskierten wird zu keinem Zeitpunkt deutlich vor der Kamera offenbart. Auch die Fragen nach den Motiven, nach dem Warum, bleiben unbeantwortet.
Das Ende von The Strangers lässt einen deswegen einigermaßen unbefriedigt zurück.

Michael Hanekes Funny Games, ein Film, der erst vor kurzem als Remake die Leute wieder das Entsetzen lehrte, ist ähnlich gestrickt. Die direkte Radikalität erreicht The Strangers allerdings nicht.

Links


Printer Icon Creative Commons by-nc-nd - Some rights reserved



AutorInnen

Daniel Gilic

Daniel Gilic

"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)

Newsfeed Icon Newsfeed von Daniel Gilic abonnieren



Kein Bock auf Nazis Festival 13.4. Arena


Archiv  | Impressum | AGB | Gewinnspiel | Friends Shop