2007-04-02 00:11:26
Die amerikanische Formation The Spinto Band veröffentlichte dieser Tage – streng genommen – ihr siebtes Album. „Nice And Nicely Done“ nennt sich dieses Werk zwischen Powerpop und Indierock.
Auf dem ersten Blick könnte man behaupten, dass sich die sechs Mittzwanziger noch immer nach der Zeit sehnen, in der sie (verdammt aber auch!) nicht gelebt haben. Die Rede ist von der Hippie-Zeit, wo durchdachte, straffe Konzepte oder von in der Früh bis spät am Abend durchgeplante Tage zum Großteil noch der Vergangenheit angehörten. Stattdessen herrschte unter den (meisten) Jugendlichen eine gewisse Laissez-faire-Stimmung und eine Tagträumer-Idylle. Diese Einstellung zum Leben legten die aus Deleware/North Carolina stammenden Nick Krill, Thomas Hughes, Jon Eaton, Sam Hughes, Jeff und Joe Hobson in jener Highschool an den Tag, wo sie sich kennen gelernt und auch ziemlich unmotiviert die Schulbank gedrückt haben. Denn nicht dem Buch, sondern der Musik wurde das Hauptaugenmerk geschenkt. Hatte man dann einige Songs amateurhaft, aber mit viel Herzblut aufgenommen, verkaufte man diese übers Internet oder per Hand im Freundeskreis. Da zu dieser Zeit der DIY-Vertrieb übers Internet nur schwer möglich war, blieb der dadurch erhoffte Erfolg aus. Heutzutage sieht die Sache – Stichwort: Clap Your Hands Say Yeah – jedoch anders aus.
Nun scheint es, dass es auch bei der Spinto Band mit dem kommerziellen Erfolg klappen wird. Der Grund dafür ist nicht nur die Tatsache, dass sie mit den bekannteren Arctic Monkeys auf Tour waren, sondern auch das neue, bezaubernde Album „Nice And Nicely Done“, welches sie soeben auf den Markt geknallt haben. Dieses besticht durch bunt durchgemischte Pop-Perlen, die allesamt von der hoffnungsvollen Seite des Lebens handeln. Außer dem üblichen Herzschmerz oder den alltäglichen Problemchen geht es hier recht heiter zur Sache. Das hymnenartige und bezaubernde „Oh Mandy“ sei an dieser Stelle erwähnt. Zeitweise klingt die Spinto Band wie eine gut gelungenes Mittelding aus Arcade Fire und den bereits oben erwähnten Clap Your Hands Say Yeah – ohne jetzt übertreiben zu wollen. Dass diese so eben erwähnten Bands nicht gerade in der B- oder C-Pop-Liga spielen, weiß wohl bereits jeder, der sich nicht ganz der Medienlandschaft entzieht.
Der Kopf der Spinto Band ist Nick Krill. Er betätigt sich nicht nur als begnadeter Sänger, sondern schreibt obendrein noch den Großteil der Songs. Was dabei heraus kommt, ist nicht von schlechten Eltern. Vor allem Songs wie das zappelige „Did I Tell You“, das durch eine hakenschlagende Basslinie und ein nach vorne peitschendes Schlagzeug besticht oder das etwas mild-melancholische „Late“ machen dieses Album zu einem wahren Meisterwerk. Ein Traum! Die Spinto Band vermittelt in 10 Songs mit einer kräftigen Portion Charme, Leidenschaft und Selbstironie, dass ein Ende auch immer gleich ein Anfang ist. Nice And Nicely Done!
Mein Leben befindet sich zurzeit in Bearbeitung. Ich bitte deshalb um etwas Geduld. Danke.
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