2008-05-21 10:23:34
Roland Emmerichs Gigantismus in Comicform. The Red Star von Christian Gosset erzählt von epischen Schlachten in einem Land am Scheideweg. Riesengroß, gewaltig in Szene gesetzt und mit moderner CGI-Technik außergewöhnlich im Erscheinungsbild.
Comics gehen mit der Zeit.
Die amerikanische Serie The Red Star ist so ein Fall und auch das beste Beispiel, wo Tradition und Moderne eine ungewöhnliche aber hervorragend aussehende Mixtur eingehen.
Im eigentlichen Sinn handelt es sich um eine klassische Story, die aber mit computergenerierten Farben, Effekten und Umgebungen die Welt der Comics um eine weitere faszinierende Ebene erweitert.
Die Schlacht vor Kar Dathras Tor
Wir befinden uns in den vereinigten Republiken des Roten Sterns.
Maya Antares, eine im Dienste der Republik stehende Magierin, gedenkt in Rückblicken an die legendäre Schlacht um das Gebiet Al'Istaan, in der ihr Ehemann Markus ums Leben kam.
Maya fährt wie jedes Jahr an seinem Todestag zu seinem Grab. Seinen Tod hat sie nie wirklich verkraften und verarbeiten können.
Was sie jedoch nicht weiß: Markus starb nicht, sondern wurde in letzter Sekunde von einer mysteriösen roten Frau gerettet.
Ein Lebenszeichen gab es von ihm aber trotzdem nicht.
Was ist mit ihm passiert? Ob er eines Tages zurückkehren wird?
Im Zuge der wiederkehrenden Erinnerung an die Schlacht, wo die Rote Armee überraschend vom Magier Kar Dathra geschlagenen wurde, wird Maya zurück in die Realität geholt.
Das Gebiet Nokgorka hat seine Unabhängigkeit erklärt.
Nokgorka
Kurze Zeit später entbrennt in Bahamut, der Hauptstadt Nokgorkas, ein schrecklicher Bürgerkrieg.
Obwohl diese Gebirgsprovinz von Eis und Kälte umgeben ist, fehlt es den Bewohner nicht an Mut und Kühnheit, um sich gegen die Staatsoberhäupter aufzulehnen.
Die Unterdrückung des Regimes soll ein Ende haben.
Die Republik des Roten Sterns lehnt dieses Begehren natürlich ab.
Ein weiterer Krieg ist damit vorprogrammiert.
Der Feind ist überall
Nicht von ungefähr erinnern die Szenarien an den Kommunismus, die ehemalige Sowjetunion oder an den Kalten Krieg.
Doch ist es keine gewöhnliche Nacherzählung, sondern eine Hommage an Technik, Innovation und Freigeist von einst mit modernen Mitteln, die ebenso Konflikte aufbereitet.
Riesige Raumbrüter, die durch die Seiten der dicken Bände schweben, schwere Panzer und explosive Raketen, die für Vernichtung sorgen, und Frauen, die durch ihre magischen Fähigkeiten selbst als Waffe im Kampf gegen den Feind eingesetzt werden.
Fantasy und Science Fiction gehen bei The Red Star inmitten einer brisant politischen Handlung eine besondere Verbindung ein.
Band 1 enthält für den stolzen Preis von € 26 auf über 170 Seiten die ersten vier Kapitel plus Epilog sowie redaktionelles Zusatzmaterial, wie Skizzen, ein Lexikon mit Begriffserklärungen zum besseren Verständnis und Interviews mit dem kreativen Team der Serie. Der zweite Band ist mit über 200 Seiten noch opulenter.
Der erste Erzählzyklus soll mit dem dritten Band, der noch in diesem Jahr erscheinen soll, abgeschlossen werden.
The Red Star ist keine leichte Kost, dazu mit bedeutungsschweren Symbolen und Metaphern beladen.
Deshalb für den Historiker unter den Sci-Fi-Anhängern eher zu empfehlen als für den politisch desinteressierten, unbedarften Comic-Fan.
"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)
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