FM5 traf sich mit The Rakes um mit ihnen über ihr im März erscheinendes Album Klang und ihre Verbindung mit der Mode zu sprechen.
Das Geburtsjahr von The Rakes lässt sich mit 2002 datieren, denn da lernen sich Matthew Swinnerton (Gitarre) und Jamie Hornsmith (Bass) in einem Klamottenladen kennen, in dem sie beide arbeiten. Ihr Chef ist die Schwester des dänischen Drummers Lasse Petersen, und so dauert es nicht lange bis sie auch den kennen lernen. Sie verstehen sich auf Anhieb, doch fehlt ihnen noch ein Sänger, den sie wenig später in Alan Donohoe finden. Einer Bandgründung steht nichts mehr im Weg und zwei Jahre später unterschreiben The Rakes einen Vertrag bei V2 Records und Retreat erreicht Platz 24 der britischen Singlecharts. Ihr erstes Album Capture/Release kommt 2005 mit der Hilfe von Paul Epworth auf den Markt, der auch schon Bloc Party oder Maximo Park unter die Arme griff. Kurz darauf touren sie auch schon mit Franz Ferdinand in Europa. Das zweite Album Ten New Messages steht 2007 in den Plattenläden und am 23. März 2009 erscheint ihr neues Album Klang.
FM5: Ihr habt euer letztes Album in Berlin aufgenommen. Gibt's dafür einen bestimmten Grund?
The Rakes: Da gibt's mehrere Gründe. Wir wollten einfach mal etwas weit weg von zu Hause machen. In der Vergangenheit war das so, dass wir vom Studio raus gekommen sind wie bei einem von neun bis fünf-Uhr-Job. Wir wollten aus dieser Routine raus und uns nur auf das Album konzentrieren. Wir gingen gemeinsam weg und lebten und spürten das Album. Wir suchten nach einer Großstadt und nachdem wir alle Berlin lieben, dachten wir, wir können das doch gleich dort machen und gleichzeitig Spaß haben. Berlin hat auch die Lyrics sexier gemacht, das Motto von Berlin ist "Poor but sexy".
Also hat Berlin das Ablum richtig beeinflusst?
Ja, auf jeden Fall. Wir hatten uns bei den Lyrics manches offen gelassen und als wir dann in Berlin gelebt haben, konnten wir darin Erfahrungen und Meilensteine einbauen. Berlin ist eigentlich sehr dunkel bei Nacht im Vergleich zu London und so was macht eine gewisse Stimmung, die dann wieder in die Musik und die Texte einfließt. Wir hatten das meiste vom Album schon fertig bevor wir nach Berlin kamen, aber ließen ein paar Sachen frei, die wir noch einbauen konnten um den Nummern dann den Feinschliff zu verpassen.
Aber wir wollten kein Konzeptalbum machen, sondern wollten, dass die Stadt in die Musik einfließen kann.
Könntet ihr euch vorstellen, für das nächste Album nach Wien zu gehen?
Vielleicht. Wenn der Preis stimmt (lachen). Kommt darauf an, was der Tourismusverband Wien bezahlt. Nein im Ernst, wir sind noch nicht so lange hier und haben noch nicht so viel von der Stadt gesehen. Wir waren schon einmal hier, als wir im Flex gespielt haben. Es war ein Halloween-Gig und wir waren die einzigen die verkleidet waren, aber wir brauchen noch ein wenig Zeit, damit wir mehr zur Stadt sagen können.
Was gibt's außer der Berlin-Connection noch von eurem neuen Album Klang zu berichten?
Wir haben ziemlich viel Zeit in das Songwriting investiert und hatten 20 bis 30 Songs, dann haben wir mal versucht auszumisten und behielten zehn Lieder - die Creme de la Creme so zu sagen. Damit gingen wir ins Studio und haben ziemlich schnell aufgenommen. Etwa einen Song pro Tag - das ist relativ schnell, wenn man bedenkt, wie lange manche andere Bands brauchen um ein Album aufzunehmen, wie Franz Ferdinand, die haben für ihr neues Album sechs Monate im Studio verbracht. Bei uns war das anders: eineinhalb Jahre Songwriting und zwei Wochen Aufnahmen. Das hat sich auch auf unser Album ausgewirkt. Wenn wir länger Zeit gehabt hätten, hätten wir uns in der Perfektion verrannt und es zu Tode bearbeitet, aber so spürt man richtig die Energie, die wir gezwungenermaßen hatten. Wir gingen da am Morgen rein und haben einfach darauf los gearbeitet, die Vocals haben wir immer abends gemacht, da sind sie schöner. Man macht in der Früh einfach keine Vocals.
Mir ist aufgefallen, dass ihr ein paar sehr interessante Songnamen habt wie The Light From Your Mac, The Loneliness Of The Outdoor Smoker oder Bitchin' in the Kitchin'. Wieviel Sarkasmus und Humor findet man in eurem Album?
Unser voriges Album war ziemlich ernst, doch dieses Mal wollten wir einmal etwas anderes ausprobieren. Ich denke das richtige Wort für Klang ist "verspielt", wir wollten aber kein Spaßalbum machen. Der Unterschied zwischen verspielt und spaßig ist uns sehr wichtig.
Den Rakes wird immer wieder eine Beziehung zur Mode nachgesagt. Was bedeutet euch Fashion und gibt es da eine Verbindung zur Musik?
Wir verbinden Mode nicht mit Musik, diese Beziehung wird immer künstlich aufgeblasen. Wir tragen nur Kleidung die uns auch gefällt, das ist alles.
Okay, denn ich hab gelesen dass Louis Vuitton ein großer Fan von euch ist und ein Designer von Dior von euch inspiriert wurde.
Wir haben einmal die Musik für eine Dior-Fashion-Show gemacht, aber das ist schon lange her und war, bevor wir unser erstes Album herausgebracht haben und wir einfach in kleinen Bars in East-London gespielt haben. Der Designer von Dior war sehr an der Underground-Music-Scene von London interessiert und er hat seine Kollektion dann darauf aufgebaut. Er dachte wir sehen cool aus, obwohl wir unsere Kleider Second Hand und in Chairity-Shops gekauft haben. Doch wir haben immer darauf geachtet, dass man erkennt, dass wir zusammen gehören, wie eine Gang und scharf aussehen. Das ist wie der Unterschied zwischen verspielt und spaßig: wenn du auf die Bühne gehst, musst du dich in einer gewissen Weise präsentieren und wir versuchen ein Image aufrecht zu erhalten.
Und ja, sicher ist es cool, dass Mode-Designer Fans von den Rakes sind, aber es gibt auch Klempner und Taxifahrer die unsere Musik toll finden. Hey, und sehr oft schauen unsere Fans um einiges schärfer aus, als wir. Wir wollten nie und vor allem nicht ausschließlich eine Fashion-Band sein und ich glaube die einzige Verbindung zur Mode ist, dass einige Designer unsere Musik mögen. Mehr ist da nicht. Und ja, sie hören vielleicht ein Lied und haben eine neue Idee, aber das funktioniert nicht in die andere Richtung. Wir sehen keine Jeans und denken: Hey, ich hab eine neue Idee für einen Song.
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