Freies Magazin FM5

Plattform für Kunst und Jugendkultur

ohne Nav

 

musik

The Mob and his Punk

2012-07-06 10:54:23

Ein Portät der Band The Mob Fixing Freedom.

Alles begann mit einer jungen Frau.
Als Magdalena Chowaniec 2008 The Mob Fixing Freedom mitgründete, war es keine klassische Band in dem Sinn. Wobei es bei künstlerischen Definitionen immer schon einen Spielraum gab. Gewiss, natürlich.
Es war eine Theaterpunkperformancegruppe (das Wort wurde in dem Gespräch mit den Bandmitgliedern erwähnt und für den Artikel prompt und mit freuden recycelt). Was genau das war und sein sollte, zeigte ihr erstes Projekt. Mit ihren Songs wurden die Geschichten einer fiktiven Band auf die Bühne gebracht. Von den Anfängen bis zum Durchbruch. Sogar die Situation eines Stromausfalles während eines Auftrittes wurde aufgeführt. Also der Strom fiel nicht wirklich aus, sondern war Teil der Inszenierung.
Das war das erste Kapitel in der Geschichte der Band The Mob Fixing Freedom. Ein Weiteres sollte geschrieben werden, als sie sich entschlossen weiter zu machen und eine „richtige“ Band zu werden. Also wurde eine Punkband aus der Taufe gehoben.
 
Eine Punkband scheint für sich schon als Klischee vorprogrammiert.
Was gibt es da schon zu erzählen. Sagt man Punkband, erschafft sich folgende Vision vor den Augen: Drei Typen mit drei Akkorden, die umzingelt von Bierdosen ihren Frust auf die Welt auskotzen. Meist kotzen sie dann wirklich.
Diese Punkband passt nicht in das Klischee. Sie sind Punks laut Selbstdefinition, aber von Gegröle mit dem Fusel in der Hand halten sie wenig. Von der offiziellen Musikindustrie halten sie auch Abstand. Dieses Klischee trifft mehr oder weniger zu, soll aber nicht negativ verstanden werden. Man darf sie sich aber nicht als verträumte Folkmusiker vorstellen, die mit Blumen im Haar ewig Protestsongs trällern. Aber das Anrittern gegen eine böse Kommerzwelt kauft man ihnen schon ab.

Punk bedeutet für sie die Menschen aus ihrer Apathie zu reißen, die heute in der Gesellschaft grassieren soll. Ein liberales Denken wollen sie aussagen. Aber nicht gewalttätig ihre Werte in andere hämmern. Sie formulieren das auch mit dem Satz "Leben und Leben lassen".
Was sie an der eigenen Szene kritisieren ist auch, dass es nur um Party geht. Vor allem um Spaß.

Punk ist eigentlich ein großes Fragezeichen. Es ist eine Attitüde. Er muss jedes Mal neu erfunden werden. Punk lässt sich, so ihre Meinung, auch gut mit dem Jazz der Dreißiger Jahre vergleichen, der auch frei spielte. Also auch gegen starre Melodien revoltierte.
Ein interessanter Punkt an ihren Texten ist, dass sie Bezug zu der 2005 verstorbenen afghanischen Dichterin Nadja Anjuman nehmen. “Ich wollte nicht nur ein Konzert machen, sondern auch von jemanden erzählen, der durch die Scheiße gegangen ist.“ Mit der Musik kämpfen, auf diese Formel kann man das sehr gut herunter reißen, was sie bewirken wollen.
 
Ein für sie wichtiger Punkt sind auch die fehlenden Gagen bei Auftritten.
Junge Bands müssen in Österreichischen Clubs den Auftritt selbst bestreiten. Was eine schwere Hürde darstellt. Kommen genug Leute? Kriege ich den Preis wieder rein? Das minimiert die Sichtweite auf neue Gruppen sehr stark und in Folge verknappt sich dadurch eben der „Nachschub“ von dem aber gerade die Musikindustrie lebt. Man geht keine Risiken ein und schaut wer die ersten Schwierigkeiten meistert. Dann wird investiert.

Eine private Bemerkung wurde noch gewünscht. The Mob Fixing Freedom sucht einen Produzenten.  „Aber bitte keinen, der Popscheiß macht“.
Wer sich angesprochen fühlt, der melde sich. Einen Link gibt es da irgendwo unten am Ende des Artikels.

Links


Printer Icon Creative Commons by-nc-nd - Some rights reserved



AutorInnen

max sternbauer

max sternbauer

bitte bei genauen fragen erreichen sie mich unter meiner emailadresse.

Newsfeed Icon Newsfeed von max sternbauer abonnieren



Effi | 05.04. | Chaya Fuera

Shout out louds | 23.03. | WUK


Archiv  | Impressum | AGB | Gewinnspiel | Friends Shop