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musik

The Earlies – jubilierend in den Himmel

2007-04-02 00:11:32

Nachdem wunderbaren Debüt der Earlies aus dem Jahre 2005, erscheint nun das Nachfolgewerk „The Enemy Chorus“. Und wieder hat es mich kalt erwischt.

Nachdem wunderbaren Debüt der Earlies aus dem Jahre 2005, erscheint nun das Nachfolgewerk „The Enemy Chorus“. Und wieder hat es mich kalt erwischt.
 
Manchmal stolpert man beim Stöbern im Plattenladen über ein Cover, welches einem auf Anhieb verzaubert. Diese Ausnahmen passieren dann, wenn man etwas geistesabwesend Vinyl für Vinyl aus dem meterlangen Sortiment herauszieht, um es dann wieder völlig unmotiviert und mit einem geistigen „pff“ wieder zurück an seinen Platz fallen lässt. Bummsti! Und dann taucht plötzlich dieses Cover auf und fährt einem direkt ins Hirn und man kann gar nicht anders, als sich die Musik, quasi den Inhalt dieser schönen Verpackung, anzuhören. So erging es mir schon öfters. Auch dazumal, vor zirka einem Jahr, als ich in einem Wiener Plattenladen über ein herrlich verziertes Picture-Vinyl stolperte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Ahnung, welche Art von Musik und welcher Sound nach dem Aufsetzen der Nadel aus dem Kopfhörer dringen würden. Diese Situationen sind einfach herrlich spannend – angenehmer Überraschungsfaktor inklusive.

Was ich dann zu hören bekam, war ein sich langsam dahin schleppender Beat, beatmet durch eine psychedelische Melodie, um den noch weit entfernten Weg in Richtung Erlösung zu schaffen. Dieser Part stammt aus dem Song „Morning Wonder“, der auf dem Debütalbum „These Were The Earlies“ zu finden ist. Zwei Jahre nach dieser Veröffentlichung legen die Earlies nun ein Nachfolgewerk vor, das nahtlos am Debüt anschließt und doch soundtechnisch noch um eine Brise feuriger angerichtet wurde.


Die Earlies - eine Band mit vielen Gesichtern    Foto: Grönland

Betrunkene Bläser und jubilierende Streicher
Es ist schon verblüffend, welche Instrumente die aus drei Engländern und einem Texaner zusammensetzende Formation übereinander schichtet: jubilierende Streicher, kratzige und hypnotische Synthesizer-Sounds, betrunkene Bläsersätze. Dann noch Sounds aus Tausend und einer Nacht, kindliche Flöten, gezupfte Gitarren, ein melancholisch gespieltes Klavier und und und. Das klingt jetzt etwas pompös und irre, ist es aber keineswegs. Denn durch die reduzierte und milde Abmischung der Einzelteile, tanzt hier kaum ein Instrument ungut aus der Reihe oder drängt sich großkotzig in den Vordergrund. Und wenn einmal ein Sound üppiger daherkommt, dann ist es die verdrogte Stimme von Brandon Carr, die oftmals so übereinander gelegt wurde, dass es wie ein zehnköpfiger Chor klingt.

The Earlies schaffen es, Ethno verseuchte Musik ohne Hokuspokus und Kitsch zu generieren. Ein Album zum Niederknien, aber auch zum Abspannen, bei dem man ständig die Lust auf eine lustige Zigarette verspürt.
Wenn einem die Flaming Lips zu schräg sind und man mit einer guten Portion Spiritualität durchaus zu recht kommt, sollte man an diesem Album nicht vorbei gehen. Eine Empfehlung ohne schlechtes Gewissen.

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AutorInnen

Marco Weise

Marco Weise

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