2008-07-03 20:14:00
Angefangen hat er in Bulgarien als Stylist für Lederaccessoires, später gründete er eine eigene Modefirma. 1998 kam er nach Wien und bereichert seitdem die hiesige Fashion-Szene. Alexander Georgiev im Interview - Teil 2.
FM5: Die Reichen auf der ganzen Welt kaufen sich ihre Abendgarderobe bei den großen Modeschöpfern von Lacroix und Chanel über Gaultier bis Valentino. Vergleichst du dich als Modemacher mit diesen Größen?
Alexander Georgiev: Nein, ich vergleiche mich nicht mit ihnen. Diese Marken existieren seit 100 Jahren und die reichen Leute kaufen dort aus Prestige-Gründen ein. Aber ich glaube, die Menschen sehen immer mehr ein, dass es keinen qualitativen Unterschied gibt, ob sie ihre Sachen bei einer dieser Marken kaufen oder bei mir.
In der Haute Couture geht es hauptsächlich darum Publicity zu machen, die Kleider werden nicht getragen, sondern als Kunstwerke betrachtet. Entwirfst du deine Sachen mit dem Gedanken, dass sie getragen werden sollen?
Ich kann mir das gar nicht leisten, nur Kunstwerke zu kreieren. Ich schaue immer darauf, dass die Sachen wirklich jemand tragen und auf diese Weise dann ja auch präsentieren kann.
Für ihre Kreationen verlangen die großen Modehäuser sehr viel. Ein Abendkleid kann um die 20.000 €, aber auch das Doppelte kosten. Wie rechtfertigen sie diesen Preis?
Das ist eine wirtschaftliche Angelegenheit. Die Firma hat weltweit sehr viele Angestellte. Von Lohnverrechnung, über Luxusgütererzeugung und stundenweise Arbeiten bis zur Miete für die Ateliers und Boutiquen, die sich immer in den teuersten Gegenden von Paris befinden - sie sind einfach gezwungen diesen Preis zu verlangen.
Die Herstellung eines Kleides kostet also wirklich so viel? Bezahlt man da nicht größtenteils für die Marke?
Doch, ja. Ich würde sagen, das Verhältnis ist 50 zu 50 für die Herstellung und den Markennamen.
Es kann also nicht jeder Modemacher so einen Preis verlangen?
Die große Kunst besteht darin, das Produkt so auszuführen, dass die Ideen und die Arbeit, die da hineingesteckt wurden auch sichtbar sind. Das Produkt ist dann eine Verlockung für das Auge; und wenn die Menschen dafür gerne ihr Geld ausgeben, dann weiß man, dass es funktioniert.
Könntest du hier in Österreich so viel Geld für deine Sachen verlangen oder muss man für solche Preise doch weltberühmt sein?
Ja, man muss sich einen Namen gemacht haben. Aber ich verlange schon Preise, mit denen ich mich nicht allzu stark von den großen Firmen unterscheide. Trotzdem kaufen sich reiche Leute lieber das Image. Mittlerweile ist es aber so, dass die großen Modehäuser von einem bestimmten Kleid, in jedem Land jeweils ein Stück verkaufen und es dann passieren kann, dass zwei Stars zur selben Party mit dem gleichen Kleid auftauchen. Da kaufen sie dann doch lieber bei weniger berühmten Designern.
Unfähig sich selbst zu beschreiben...
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