...wenn im Museumsquartier die Videothek FS21 für österreichischen und internationalen AutorInnen- und Independentfilm eröffnet. Wir trafen die Organisatoren Agnes Peschta und Thomas Thurner vor der Eröffnung zu einem Interview.
...wenn im Museumsquartier die Videothek für österreichischen und internationalen AutorInnen- und Independentfilm eröffnet. Wir trafen die beiden Initiatoren Agnes Peschta und Thomas Thurner zu einem Interview.
FM5: Wie seid ihr auf die Idee gekommen diese Videothek zu eröffnen?
Thomas Thurner: Man hat immer Ideen, was man gerne machen würde und da war auch die Idee einer Videothek dabei. Was möchte man gern machen? Eine Videothek wäre schon klasse und jetzt machen wir das einfach. Wir haben gedacht, das Museumsquartier könnte kein schlechter Platz sein. Was fehlt? Filme, die wirklich nett sind und die man in anderen Videotheken nicht auftreiben kann. Wir haben uns also beworben und den Raum tatsächlich gekriegt. Seit einem Jahr ca. bauen wir an dieser Videothek.
Agnes Peschta: Der Thomas hat mir erzählt, dass sie jetzt diesen Raum hier haben werden und hat gefragt, ob ich das nicht mit ihm gemeinsam machen will. Ich komme ja auch aus dem Kinobereich.
Was ist außer der Filmwahl noch Besonders an dieser Videothek?
Thomas Thurner: Das Ganze ist zwischen Shop, Galerie, Videothek und Videoarchiv angesiedelt. Es ist irgendwo dazwischen, wie alles hier. Es gab die Idee von der Videothek, es kam die Idee Taschen zu verkaufen und auch den Visualisten einen Platz zu geben.
Agnes Peschta: Wir arbeiten stark mit Visualisten zusammen. Einmal im Monat stellen wir den Visualisten des Monats vor. Wir haben die verschiedenen Träume einfach zusammengepackt und das Konzept dann eingereicht.
Wie seid ihr auf den Nahmen FS21 gekommen?
Thomas Thurner: Er liegt ein bisschen auf der Hand. Quartier 21. FS steht für Fernsehen. FS ist auch ein bisschen ein Retroverweis.
Agnes Peschta: Vielleicht auch als Reminiszenz an unser „Alter“. Wir alle Anwesenden sind wahrscheinlich mit FS1 und FS2 aufgewachsen. Wir haben auch Filme, die wir wirklich persönlich ausgewählt haben. Gestern beispielsweise wollte einer wissen, ob wir Pornofilme haben. Pornofilme haben wir nicht wirklich, aber wir haben zum Beispiel zwei sehr persönliche Filme ausgesucht. Der Thomas Rote Sonne, der erste und einzige Softporno mit Uschi Glas und ich Die blaue Lagune mit Brooke Shields. Das sind so Reminiszenzen an die Softpornos unserer Jugend.
Also sucht ihr die Filme nach eigenen Vorlieben aus?
Thomas Thurner: Wir haben dann ja Listen von den verschiedenen Vertrieben bekommen. Die haben dann halt 50 Filme oder 100 oder 300 oder 1000 und die sind wir dann durchgegangen. Wir haben die Filme für uns von eins bis fünf bewertet und haben gesagt, wir kaufen alle ab drei Punkten.
Agnes Peschta: Und da sind ganz persönliche Liebhabereien dabei. Wie bei diesen Pornos, wenn man das so nennen kann. Da haben wir beschlossen, dass sich jeder einen aussuchen kann.
Wird es quer durch alle Genres gehen?
Agnes Peschta: Schon, wobei Western wird wahrscheinlich nicht dabei sein.
Thomas Thurner: Wir befragen dann auch unsere Kunden nach Vorlieben.
Agnes Peschta: Wenn unsere Kunden sagen, ich such schon so lange diesen oder jenen Film, dann sind wir durchaus offen, den auch zu besorgen. Vorausgesetzt wir haben das Gefühl, dass das ein vernünftiger Wunsch ist und der Kunde sich den Film dann auch ausborgt.
Wie ist der genaue Ablauf, wenn Mann/Frau sich ein Video oder eine DVD ausleihen will?
Agnes Peschta: Wir sind ein Verein und kein großes Unternehmen, das ist relativ wichtig zu sagen. Wenn man ein Video oder eine DVD ausborgen möchte, muss man dem Verein für ein Jahr beitreten. € 5,- sind Mitgliedschaftsgebühr und der Film kostet pro Kalendertag € 2,80, ausgenommen von Sonntag auf Dienstag. Da Montag geschlossen ist, verrechnen wir bis Dienstag auch nur einen Kalendertag.
Thomas Thurner: Was wir noch anbieten: für den Innenhof im Museumsquartier kann man sich einen Mini DVD-Player inklusive Kopfhörer ausborgen. Mann/Frau kann sich gemütlich auf einen Enzi flatschen und einen Film anschauen.
Wie viele Filme wird euer Sortiment umfassen?
Agnes Peschta: Wir haben gar keine Grenzen.
Thomas Thurner: Wir starten mit einem Sortiment von 300 – 400 Filmen. Zum Vergleich: eine klassische Videothek umfasst in etwa 5.000 Filme.
Agnes Peschta: Wir machen uns da aber keine Sorgen. Alphaville feiert gerade seinen 10. Geburtstag und die haben angeblich mit 30 Filmen angefangen. Jetzt verfügen sie über 8.000 Filme. Ich denke wir sind auf einem guten Weg. Je mehr Leute kommen, desto mehr Filme werden ausgeborgt und umso schneller können wir unser Angebot vergrößern.
Thomas Thurner: Ja, weil 5 Filme verborgen bedeutet für uns wieder einen neuen kaufen und ins Sortiment aufnehmen.
Orientiert ihr euch mit eurem Angebot an anderen Videotheken?
Thomas Thurner: Teilweise überschneidet es sich sicher, aber es ergänzt sich natürlich auch. Es bildet sich eine kritische Masse, die sich über die Verleihrechte in Österreich wieder Gedanken macht. Das ist ja eine ganz positive Entwicklung. Videoverleih – im speziellen Fall im Bereich des österreichischen Films – ist ein unbearbeitetes Feld. Da tut sich momentan gar nichts.
Agnes Peschta: Wir sind wirklich spezialisiert auf Kunstfilm, Experimentalfilm und Dokumentationen. Konkurrenz sehe ich keine, denn ich finde, dass eine Videothek etwas ist, das einen engen Einzugsbereich besitzt. Der 4. und der 9. Bezirk sind weit genug von unserem Einzugsgebiet entfernt und wir sehen Alphaville und 8 ½ nicht als Konkurrenz an. Wir laden auch junge, nicht etablierte Filmschaffende dazu ein, ihre Werke zu platzieren. Das einzige was wirklich notwendig ist: die FilmemacherInnen müssen eine Compilation mit mehreren Filmen vorweisen können. Einen Kurzfilm von 2 Minuten kann man schwer für € 2,80 pro Kalendertag verleihen. FilmemacherInnen, die ihre Werke dann auf einer Compilation haben, sind herzlich willkommen.
Thomas Thurner: Es ist sogar gut, dass es mehr Videotheken gibt. Denn so wird den Menschen bewusst: Video schauen, heißt nicht nur sich Mainstream-Produktionen reinzuziehen, sondern es gibt auch andere Filme, wie eben Kunst-, Experimentalfilme oder Dokus. Diese Filme gibt es dann bei uns.
Vielen Dank für das Interview.
Geöffnet ab 30. Mai: Di – So: 15 – 20 Uhr
Sorge dich nicht um das was kommen mag, weine nicht um das was vergeht, aber sorge, dich nicht selbst zu verlieren, und weine, wenn du dahintreibst im Strome der Zeit, ohne den Himmel in dir zu tragen. (Friedrich Schleiermacher)
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keine western
was ist mit spiel mir das lied vom tod, was ist mit the good, the bad and the ugly????????????????????????!!!!!!!!!!!!!!
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wenn du einen Wunsch äußerst, wird er dir gerne erfüllt (sofern du die DVD dann auch entlehnst :-)
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