2007-04-02 00:11:14
Eine Huldigung für die wichtigste Erfindung eines Wohngemeinschaft-Haushaltes.
Es gibt vielleicht wichtigere Themen über die ich hier schreiben könnte: Liebe, Sex, Unvernunft, Sehnsucht, Begierde, Reue usw. Will ich aber diesmal nicht!
In dieser Ausgabe der Alltagsweisheiten, widme ich mich einer - oberflächlich betrachtet - wirklich banalen Angelegenheit, nämlich dem Geschirrspülen.
Sieht man aber die ganze Tätigkeit rund um den Abwasch ein wenig tiefgründiger, handelt es sich dabei um eine essentielle Sicherung der Lebensqualität und auch der friedlichen Koexistenz innerhalb einer Wohngemeinschaft…
An dieser Stelle muss ich als momentaner Tellerwäscher einfach einmal erwähnen, was gesagt werden muss: Es lebe Josephine Cochrane, die Erfinderin des Geschirrspülers! Diese Frau gehört selig gesprochen werden (was ja nebenbei erwähnt in der heutigen Zeit nicht mehr allzu schwierig ist), einen Orden verliehen bekommen und jedes Mal wenn man den „Retter des WG-Haushalts“ ein oder ausräumt sollte man kurz inne halten und an sie denken. Denn als momentaner Nichtgeschirrspülbesitzer habe ich es satt, die angehäuften Massen an dreckigem Geschirr abzuwaschen, die Essenreste vom Teller zu kratzen und das eingetrocknete Frühstücksmüsli, das hart wie Beton in der Schüssel klebt, aus eben jener zu stemmen. So, jetzt ist es endlich raus!
Geheiligt werde der Geschirrspüler!
Nun gut, vielleicht klingt das jetzt für viele glückliche Geschirrspülmaschinenbesitzer unter euch ein wenig zu dramatisch und überzogen, aber ich bin mir sicher, dass der Schreiber dieser Zeilen den Tellerwäschern unter uns aus den Tiefen der Seele spricht.
Natürlich hat dieser mühselige Abwasch per Hand zeitweise auch seine lustigen Ansätze: ein wenig plantschen oder dem lieben Wohnungs- bzw. Leidenskollegen das Wasser ins Gesicht spritzen. Das wäre aber dann auch schon wieder alles. Die Nachteile einer solchen Prozedur sind weitaus größer - sowohl ökonomisch, als auch ökologisch. Man benötigt viel mehr Wasser um dasselbe Ergebnis zu schaffen wie der Geschirrspüler, mehr Zeit, mehr Geduld und vor allem viel mehr Motivation.
Es ist auch immer sehr schön zu beobachten, wenn man mit fragender Stimme durch die Wohnung ruft: „Wer ist eigentlich diesmal für den Abwasch zuständig?“. Kaum ausgesprochen, verkümmeln sich auch schon die sonst so gesellige Truppe in ihre Zimmer und erledigen Dinge, die sie bislang verabscheut hat, wie z.B. Zimmer zusammen räumen, Bügeln und dergleichen. Ganz nach dem Motto: Alles ist besser als Abwasch!
Ich für meinen Teil ziehe es dann vor, die Gemäuer des trauten Heimes zur Gänze zu verlassen und eine Stätte der folgenden Termine aufzusuchen.
Sollen sich doch die dort für das leidige Thema Verantwortlichen darum kümmern, wie das von mir benutzte Bierglas wieder sauber wird.
Termine:
13 & God
04.06.'05 - Chelsea/Wien
Mein Leben befindet sich zurzeit in Bearbeitung. Ich bitte deshalb um etwas Geduld. Danke.
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