2007-04-02 00:10:57
Was vom wirklich stressigen Dienstag gedanklich übrig blieb.
Einige assoziative Gedanken, die im Verlauf des letzten, tonangebenden Dienstags hängen geblieben sind:
1. Wo sind die anderen Studenten, die seit dem Jahr 2000, also seit Bestehen der inzwischen in die Analen der Geschichte gerückten ÖVP-FPÖ-Regierung, unermüdlich – nicht immer! – gegen die Studiengebühren demonstrierten? Jene, die sich hin und wieder zu Massen formierten und die Ringstraße rauf und runter marschierten? Denn die Gegnerschaft der Studiengebühren – und die besteht schätzungsweise wohl mehr aus SPÖ- denn als Grün-Wähler – stellt doch deutlich mehr als etwa 200 am Dienstag vor dem Museumsquartier ihren Unmut Ausdruck gebenden Studenten dar.
2. Hoffentlich tritt nicht der Fall ein, den die „Kurier“-Journalistin Anneliese Rohrer am Dienstag in der „ZIB3“, als sie gemeinsam mit „Profil“-Chefredakteur Herbert Lackner und „Krone“-Redakteur Dieter Kindermann über die jetzt tatsächlich feststehende Große Koalition diskutierte, erwähnt hat: Nämlich, dass jene zurzeit Unzufriedenen, Frustrierten - und diese Gruppe macht sicher mehr aus als die erwähnten 200 – stimmentechnisch zur FPÖ wechseln. Klassische (studierende) SPÖ-Wähler werden wahrscheinlich eher zu den Grünen oder KPÖ tendieren, die Erwachsenen jedoch vielleicht in Richtung FPÖ/BZÖ – obwohl das eine andere Geschichte und Astrologie ist...
3. Ein Treppenwitz: Lustig, wie schnell man von Alfred Gusenbauer und Konsorten vom brav demonstrierenden Studenten, der sich für eine gute Sache einsetzt, zum „gewalttätigen“ Menschen transformiert werden kann. Innerhalb eines Abends.
4. Auch ironisch und als Treppenwitz zu deuten: Die aktuelle Regierungsangelobung wurde wie schon im Jahre 2000, wenn auch nicht so extrem wie damals, von einer Demonstration begleitet und musste deshalb unter Polizeischutz stattfinden. In die Untiefen der Wiener Erde musste man sich jedoch dieses Mal nicht begeben…
Anmerkung: Die Verfassung der Punkte 1 bis 3 erfolgte am Dienstag, die des letzten Punktes am Donnerstag.
"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)
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