2009-07-04 20:38:42
Deutscher Rockpreis 2006, Debütalbum 2009. Doch das Warten hat sich gelohnt. Künstlerisch gereift und in vollkommener Eigenregie wirft die Stuttgarter Formation Submarien ihren Erstling Not A Robot auf den Markt. MIT GEWINNSPIEL
Es gibt sicher nicht viele Bands, die sich zu Beginn ihrer
Karriere bewusst gegen einen Plattenvertrag und das daraus resultierende Geld
entscheiden. Doch um ihre künstlerische Integrität zu wahren und den Weg gehen
zu können, der für die Band am besten ist, wählen Submarien genau diese Option. Im Frühjahr 2008 wird ein bereits
gebuchtes Studio storniert, ein Vorschuss der Plattenfirma abgelehnt und
stattdessen Produktionsfirma und Plattenlabel gegründet. Dementsprechend
außergewöhnlich kommt auch das Album daher. Als Aufnahmestätte fungiert die
Abgeschiedenheit einer Berghütte im Bregenzerwald, in der innerhalb von drei
Wochen ein Stück Musik gezimmert wird, dessen Unterteilung in zwölf Tracks fast
obsolet erscheint. Alles ist wie aus einem Guss.
Die Zeit steht still
Das Zauberwort hierfür heißt Atmosphäre, eine unsichtbare
Hülle, die dem technisch perfekt produzierten Mix Leben einhaucht; Leben, das
vielen musikalischen Veröffentlichungen der heutigen Zeit abhanden gekommen
ist. Submarien lassen ihren Emotionen
einfach freien Lauf und brechen dabei auch bewusst mit dem Zeitdiktat der
Popmusik – klassische 3:30-Songs sucht man hier vergebens. "Wenn ein Song mehr
Zeit braucht, dann bekommt er sie eben. Airplay ist kein Argument." Diesem Vorsatz
entsprechend kann sich die Musik frei entwickeln und endet mit dem letzten
Titel Time Stops fast folgerichtig im
Kontemplativen. Die Zeit spielt keine Rolle mehr und hört deshalb einfach auf
zu existieren.
Zwischenräume
Trotzdem gibt es keinen Mangel an Kontrastpunkten.
Redundanz? Fehlanzeige! Vom rockigen Wonderful
Day bis zur wundervoll melancholischen Ballade The Distance Between decken Submarien die gesamte Palette der Hörbedürfnisse ab und erinnern dabei gewollt oder auch
ungewollt an andere Größen der Musikgeschichte. Da wäre zum Beispiel Monarchy, dessen musikalischer Gestus
gepaart mit dem Gesang von Frontfrau Barbara Padron Hernandez
assoziativ an Radiohead erinnert, während Woman’s Love wohl eher
unfreiwillig die
sphärischen Klänge von Phil Collins’ Hit In
The Air Tonight evoziert. Ganz besonders überzeugen kann aber Don’t
Fuck With Me, das es schafft, den
gesamten Stilmix der Band in einem Song sinnvoll zu vereinen.
Keine Roboter
Eine Aussage zieht sich aber durch alle Songs: Submarien gehen ihren eigenen Weg und
lassen sich von niemandem dreinreden. Dies drückt auch schon der Albumtitel Not A Robot aus. Die Negierung spiegelt
die Abwendung von den Mechanismen des Musikbusiness wider. Die Band will nicht Teil einer
Maschinerie sein, sondern bewusst Einfluss nehmen. Ihre Aussagen sollen
unkorrumpiert an die Ohren der Hörer dringen. Dies ist definitiv gelungen.
Wie viele Ohren es im Endeffekt sein werden, bleibt aber abzuwarten.
Gewinnspiel
Damit mindestens sechs weitere Ohren mit den Klängen von Submarien beglückt werden können,
verlost FM5 drei CDs.
Einfach bis 31. Juli ein Mail mit dem Betreff Not A Robot an gewinne[at]fm5.at schicken und folgende Frage richtig beantworten: In welchem Jahr gewannen Submarien den Deutschen Rockpreis?
Nobody knows the trouble I've seen.
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