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Staind - The Illusion Of Progress

2008-10-27 12:13:02

  • of Staind Illusion Progress
  • of Staind Illusion Progress
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Was übt eine stärkere Anziehungskraft aus: deprimiert trübsinnige Musik oder einfühlsam sentimentale Bilder? Staind erörtern diese Frage auf ihrem fünften Album 'The Illusion Of Progress'.

Erinnert sich noch jemand an Staind?
Hierzulande war die Band für einen relativen Zeitraum das ganz große Ding. Die Balladen It’s Been Awhile und Outside aus dem Album Break The Cycle entwickelten sich überraschend zu großen Erfolgen. Das ist mehrere Jahre her. In den USA zählt die Band um Sänger und Trauerkloß Aaron Lewis immer noch zu den großen Abräumern der alternativen Szene. The Illusion Of Progress heißt das neues Album, mit dem sie auf Platz 3 der Billboard-Charts gelandet sind. Ganz ordentlich für eine Formation, die seit rund zehn Jahren aktiv ist.

Sad and painful


Immer ein bisschen traurig. Das waren und sind Staind. Manchmal auch wütend. Bereits das Cover des aktuellen Werkes verrät viel über den Inhalt, ähnlich auch die vielen Fotos im Booklet. Auch Songtitel wie Raining Again, Rainy Day Parade oder Lost Along The Way führen diesen Gedanken fort. Es geht weit raus. Ein verblichen aussehendes Bild einer ländlichen Idylle ziert das Cover, in deren Mitte ein Mann zentriert ist, der auf einem Stuhl Platz genommen hat. Wie bei einem Verfahren. Schuldig oder unschuldig? Ein Vorankommen scheint unmöglich. Trostlose Landschaften, verlassene Wege, zarte Felder, alles Schnappschüsse aus der Isolation. Im Wandel der Jahreszeit passt das sehr gut.

Musikalisch hat sich beim sechsten Album nicht viel verändert. Staind wollten das härteste und lärmendste Album ihrer Karriere machen. Herausgekommen ist eine eher rührselige, warme und reflektierende Platte mit stillen Emotionen und fehlenden Wutausbrüchen.

Die eigene Handschrift

Staind schmücken sich nicht mit fremden Federn, das Album klingt durchgehend nach ihnen selbst. Anfangs empfindet man das Gefühl, dass die Songs ausschließlich zur (Hintergrund)Kulisse verkommen. So muss man eingestehen, dass der Vorgänger Chapter V eher dem entspricht, was sie mit diesem Album eigentlich erreichen wollten.

Unspektakulär schön

Im Grunde kein spektakuläres Album, aber ein in sich stimmiges, homogenes Werk. In Nuancen probiert man auch Neues: In Pardon Me und im Groove-Schleicher Lost Along The Way finden sich Soli, in The Corner ein unerwarteter Gospel-Chor.
Sonst bekommt man Hoffnungsvolles wie All I Want, Akustik-Streichler namens Tangled Up In You oder kraftvolle Refrains wie in Save Me vor den Latz geknallt, und die Single Believe reiht sich bequem in die bisherigen Auskopplungen der Band ein.

Staind gehen ihren Weg also unbeirrt weiter. Im Februar 2009 sind sie auf Europa-Tour.

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AutorInnen

Daniel Gilic

Daniel Gilic

"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)

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