Freies Magazin FM5

Plattform für Kunst und Jugendkultur

ohne Nav

 

musik

Spring Break, Dream Break

2010-03-28 14:54:28

  • Phones Head sxc

Frühling bedeutet nicht nur florales Erwachen. Auch Freunde populärmusikalischer Irrtümer erfreuen sich dieser Tage wieder vermehrt am Lebensmut. Einige ungeordnete Gedanken. Mit Schmetterlingen.

Achtung, jetzt kommt die Natur ins Spiel: Dort wo ich gerade mein Unwesen treibe, existiert so etwas wie four seasons nicht unbedingt. Der Winter macht sich in teilweise starken Regenfällen bemerkbar, die Temperatur kühlt ein bisschen ab, aber trotzdem lässt sich etwas zugespitzt wohl behaupten: der Winter ist warm, der Sommer ist heiß. Ganz nebenbei, als vor einigen Wochen eine fünftägige Regenperiode herrschte, fühlte sich der aus dem nördlichen Salzkammergut stammende Ösi in mir sogar ein bisschen heimelig, Stichwort Schnürlregen, es regnete Schusterbuam, wie es im Alpenland so schön heißt. Der Unterschied zwischen mediterranem und gemäßigtem (Vor-)Alpenklima schlägt sich also deutlich im Wandel der Natur wieder.

Was sich gerade beim dieser Tage aus der virtuellen Ferne beobachteten Frühlingserwachen aufs Treffendste ableiten lässt: Während Herr und Frau Österreicher aufgrund einer maximaler vorhandenen Sonnenstrahlenzufuhr ihre Gefühle nicht mehr im Wintermantel verstecken, sondern ostentativ zur Schau stellen, bemerke ich aufgrund klimatischer (auch politisch-historischer?) Differenzen nichts dergleichen. Hier ist anders. Wenn - wie zumindest in diesem überdurchschnittlich warmen Winter – der Februar schon Wochenenden mit 30 Grad plus lieferte, braucht man den Frühling nicht extra noch Ende März auszurufen. Auch die ohnehin dauerpräsente Mutter Sonne tut das Ihre bei.

Emotional by Nature

Warum ich hier grundbanale Naturerscheinungen in einen schmalztriefenden Kontext stellen und ihnen somit etwas abgewinnen will? Wo doch geradezu das Thema Natur und eventuelle Auswirkungen („Wie wird’s Wetter morgen?“) an Substanzlosigkeit nicht übertroffen werden kann? Gute Frage. Vielleicht aus gewissen gefühlten Gedanken in letzter Zeit, aus dem ersten nur via Ersatzwelt WWW „erlebten“ (braucht man hier Gänsefüschen?) österreichischen Frühling oder doch bloß wegen einiger musikalischer Schmuckstücke, die sich seit Tagen in meine Ohrmuschel einnisten. U name it. Doch eigentlich soll es an dieser Stelle ja um die unvermeidliche Kombination von Musik und Natur gehen.

Das ist nämlich für mich ein signifikant einleuchtendes Merkmal des Frühlings, auch des Sommers, sicher nicht des Herbstes und schon gar nicht des Winters: Musik kann mit der Natur. Nicht Musik vs. Natur. In den trüben Monaten des Jahres bedeutet mir Musik eine Waffe gegen das Draußen, eine verdammt gute Möglichkeit um sich davon abzuschotten, die kalte, bedrohlich wirkende Umwelt zu bekämpfen. An sonnenverwöhnteren, naturerwachenden Tagen hingegen korrespondieren jene angenehmen Zauberklänge mit den aktuellen Naturphänomenen – da freut sich der Discman mit. Musik will und kann für mich an traumhaften Kulissentagen mehr.

Natur, pur


Der Blick in die Weite, er gesellt sich als visueller Partner mit dem Sound der Begierde. Ton für die Augen, Bild für die Ohren, Kino für alle Sinne. Bevor es hier noch zu wahrscheinlich übertreibenden, sicherlich aber übertriebenen Gedankenexperimenten kommt, muss ich stoppen. Denn im Affekt, sorry, Endeffekt wollte ich diese Seite im Netz nur als Forum für mein aktuelles Spring Break Tape verwenden. Als Tipp sei erwähnt, dass man sich die dazugehörigen Video Clips auf der medialen Plattform unserer Zeit ebenso zu Gemüte führen sollte. Es wäre nicht umsonst, weil bei einigen der zuständige Regisseur bei der ästhetischen Umsetzung meiner Meinung nach nicht unbedingt an den Frühling gedacht hat. Bleibt noch die Frage: Wie haben wir das jetzt zu deuten? Wie es auch sei, meine flügelschlagenden Emotionen assoziieren damit jedenfalls ein herrlich klares Frühlingswetter. Ob das sentimentaler Quatsch ist? Aber hoffentlich doch!

Rennie Foster: Devil's Water
JJ
: My Way
Scary Mansion
: Over The Weekend
Florence & The Machine
: You ´ve Got The Love (The XX Rework)
Massive Attack ft. Hope Sandoval
: Paradise Circus
The Invisible
: OK
Portugal.The Man
: The Dead Dog
FM Belfast
: Underwear
Bonobo ft. Andreya Triana
: Eyes Down
Doves
: There Goes The Fear
Men Among Animals
: Other Ways
Her Space Holiday
: The Ringing In My Ears
Beach House
: Master Of None

Printer Icon Creative Commons by-nc-nd - Some rights reserved



AutorInnen

Johannes Rausch

Johannes Rausch

"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)

Newsfeed Icon Newsfeed von Johannes Rausch abonnieren



Kein Bock auf Nazis Festival 13.4. Arena


Archiv  | Impressum | AGB | Gewinnspiel | Friends Shop