Freies Magazin FM5

Plattform für Kunst und Jugendkultur

ohne Nav

 

musik

Soundtrack, Schlafwandel, Sex

2007-07-24 08:24:22

  • air air4
  • air air5
  • air air8
  • air air1
  • air air7
  • air air2
  • air air6
  • Wien arenea
  • cirkus cherry4
  • cirkus cherry
  • cirkus cherry3
  • air air9

Das französische Pop-Duo Air gastierte in der Wiener Arena.

Am Ende war es doch wieder klar: Man konnte bei einem Eintrittspreis von lächerlichen 31 Euro eben doch nicht alle Hits präsentieren: Die Spielzeit betrug also eine gute Stunde, Zugaben inklusive. Das von Anfang ihres Bestehens an eher auf soundtracktaugliche Beschallung in cineastischen Gefilden setzende französische Duo Air, das mit DJ John Megill und Cirkus feat Neneh Cherry zwei würdevolle Einleitungen hatte, münzten den Begriff der Pop-Musik in Richtung Mehrwert um und präsentierten sich mit 3(!) Keyboardern. Und dabei musste auch gleich die klassische, unter Musikkritikern schnell gestellte Frage auftreten: Wie wird sich heute das Wechselspiel zwischen alten und neuen Songs gestalten?

Die Mär vom Schulball
Nicolas Godin und Jean-Benoît Dunckel, Vertreter des Mottos „Kraft durch Ruhe“, untermauerten mit ihrer weise programmierten Chronologie der Songs ihren essentiellen Status im Geschäft der Unterhaltungsmusik: Zuerst starteten sie in der großen Halle – ursprünglich war ein Open Air-Konzert geplant – mit einigen Werken des aktuellen Albums „Pocket Symphony“, die ohne Stimme auskommen mussten und eben gerade deswegen ein bisschen kreuzbrav klangen. Hier stellte sich alsbald das dieser Band anlastende Problem dar: Alles lieb und nett, aber man fühlte sich teilweise in einen Schulball einer Oberstufenklasse versetzt, deren einziger Sinn und Zweck die maximale Ausreizung der Hormone ist. Die vorgetragenen Hits wie „Cherry Blossom Girl“, „Kelly watch the Stars“ und der voll ausgeschöpfte, als Zugabe dienende Song „Sexyboy“ wissen noch immer das Publikum auf gar erregende Weise zu entzücken; und gut war es vor allem, dass Air eben jenen ein plötzliches Ende gaben und sie nicht in Endlosschleifen versetzten: Man wäre sonst teilweise in einen Sekundenschlaf verfallen. Aber irgendwie konnte man sich an diesem Abend nicht des Gefühls erwehren, dass hier eine Band ihre goldenen Jahre schon lange hinter sich gelassen hat.

Alle Fotos/all pictures: (c) Stephan Brueckler 

Printer Icon



AutorInnen

Johannes Rausch

Johannes Rausch

"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)

Newsfeed Icon Newsfeed von Johannes Rausch abonnieren



Kein Bock auf Nazis Festival 13.4. Arena


Archiv  | Impressum | AGB | Gewinnspiel | Friends Shop