2007-04-02 00:10:18
Das Musikcamp findet heuer zum fünften Mal von 16. bis 21. August statt. Wir nahmen dies zum Anlass um eine Hintergrundreportage mit Soundbase zu führen, dem Veranstalter dieses Camps. Im Folgenden ein Auszug aus dem Interview mit Susanne Lachnit.
Fm5: Im Jahr 2001 erfolgte ein Neubeginn in Sachen Wien Extra und zwar Musikförderung unter dem Namen Soundbase. Was hat sich seit dieser Zeit verändert?
Es hat ja vorher das Pocotrom, das von Wien Extra veranstaltet wurde, gegeben, das in den Soundbase quasi umorganisiert wurde. Was machen wir? Wir machen Workshops und wir machen Liveauftritte für akkustische Bands, den sogenannten Akustikclub. Wir machen mit Kooperationspartner wie zum Beispiel dem Harry Fuchs das Feedback. Wir veranstalten außerdem einmal im Jahr eine Woche lang das Musiccamp. Das ist es im Wesentlichen.
FM5: Nach welchen Kriterien fördert ihr, bzw. besser gefragt sucht ihr KünstlerInnen für eure Veranstaltungen aus?
Fördern im Sinne von Workshops, weil wir fördern nicht mit Geld. Wir sind ja selber Förderungsträger und können daher auch keine Geldförderungen weitergeben. Im Prinzip suchen wir im Sinne eines Gatekeepers gar nicht aus. Wir suchen aufgrund der Anmeldereihenfolge aus – und nicht nach Können. Beim Akkustikclub im Sommer spielen beispielsweise die ersten zehn Bands die sich angemeldet haben. Ebenso gilt das für das Musikcamp. Es gilt natürlich ein Alterslimit bei manchen Sachen. Die Musiker sollten zwischen 16 und 25 Jahre alt sein. Handelt es sich um eine ganze Band, dann sollte das Durchschnittsalter 25 Jahre nicht überschreiten.
FM5: Heuer findet das Musikcamp von 16. bis 21. August statt. Was darf sich man/frau dort konkret erwarten?
Das Musikcamp findet ja bekanntlich heuer zum fünften Mal an der Universität für Musik und Darstellende Kunst statt, wo wir uns eingemietet haben. Das Musikcamp geht von Montag bis Freitag. Täglich um 9:30 geht es los. Um 10:00 ist dann Bandklasse. Danach ist noch Masterklasse. Nachmittag wieder Bandklasse und jeweils ein Workshop. Das heißt: Die KünstlerInnen arbeiten mit einem „Teacher“ in einer Band. Die Band wird aufgrund der Anmeldereihenfolge zusammengestellt. Der Artist sucht sich die Musikrichtung und das Instrument aus. Bekanntlich besteht eine Band nicht aus vier Schlagzeugern. Eine Bandklasse ist voll, wenn alle Positionen einer Band besetzt sind. Bei der Masterklasse dreht es sich um das Instrument. Hier steht das Instrument im Vordergrund. Hier werden die Kenntnisse beispielsweise auf der Gitarre oder dem Bass vertieft und verfeinert. Beim Workshop dreht sich am Nachmittag alles um den Rhythmus. Chor und Perkussion beispielsweise. Jeden Tag am Abend findet dann noch eine Session statt. Eine Art Jam-Session. Hier kann bleiben wer möchte und unter der Anleitung eines Lehrers jamen.
FM5: Wie lange bereitet ihr das vor? Wie kommt ihr zu euren Lehrenden?
Wir fangen mit der Planung bereits im Herbst an. Fürs Musikcamp 2006 haben wir so im November 2005 herum die Lehrenden gesucht. Milan Kolak war mir beispielsweise noch ein Begriff vom Pocotrom. Er ist ein sehr guter Gitarrist. Es ist wichtig, dass der Lehrende gut ankommt, dass er mit Leuten zu arbeiten weiß. Ein Lehrender muss bei uns eine ganze Band leiten können. Es ist zuwenig, wenn er gut auf seinem Instrument ist. Wenn er Schlagzeuger ist und einem Gitarristen nicht sagen kann wie er sich in einer Band verhalten soll, dann ist das natürlich zu wenig. Es kommt aufs Können der Lehrenden an. Ein Lehrender muss schon eine ganze Mengen mitbringen.
FM5: Akkustikclub steht im Sommer einmal im Monat an. Gibt es immer viele Anmeldungen?
Der erste Akkustikclub ist natürlich schon über die Bühne gegangen, im Sommer sind wir am Theater am Spittelberg. Im Herbst und Winter in der Vorstadt. Für den Septembertermin gibt es noch zwei freie Plätze.
FM5: Wie beurteilt ihr die Bandszene in Wien?
Im Prinzip sehr gut. Es fehlen nur Auftrittsmöglichkeiten.
FM5: Ein Kooperationspartner von euch ist das CdDemo-Werk. Wie kommt das an?
Das CdDemo-Werk ist kein Kooperationspartner sondern gehört zu Soundbase. Wir haben uns in das Studio eingemietet und der Gerhard Jelusek leitet das ganze. Es kommt sehr, sehr gut an, ermöglicht es den KünstlerInnen doch, dass sie was in der Hand haben, wenn sie sich wo vorstellen können. Eine professionelle Aufnahme ist wichtig in der Musikbranche.
FM5: Ein anderes Feature das ihr anbietet ist das Feedback. Wie läuft das ab? Wie kann man sich das vorstellen?
Hier haben wir einen Kooperationspartner, nämlich das Projekt pop. Das Feedback findet meist zweimal im Jahr statt. Meistens im Mai und im November. Harry Fuchs sucht dafür immer ein spezielles Podium bunt zusammgestellt von Plattenfirmen, Medien, Produzenten und Musikern. Die Musiker kommen hin, geben am Abend ihre CD ab und sagen noch dazu welche Nummern sie konkret angespielt haben wollen. Meistens gibt es aber so viele Abgaben, dass nicht jedes Werk besprochen werden kann. In diesem Fall entscheidet das Los welche Werke besprochen werden. Es wird also eine CD gezogen, diese wird dem Podium vorgespielt. Das Podium äußert dann seine Meinungen und Kritiken zu den Nummern.
FM5: Soundbase ist nicht unbedingt ein Name der international laufen kann. Alle andere Domains sind vergeben. Wie ist es zu dem Namen gekommen?
Wir haben unter Jugendlichen gefragt wie sie sich das vorstellen könnten. Dabei wurden fünf Namen unter die engere Auswahl genommen.
FM5: Soundbase sehe ich, aufgrund der Verbindungen zu MA 13 ohne deren Geld das Projekt wohl kaum möglich wäre, als nicht (politisch) unabhängiges Projekt. Stört euch das?
Stört uns nicht, weil wir wirklich unabhängig arbeiten können – und das ist das Wichtigste! Dadurch stört uns das nicht wirklich. Der Verein ist Subventionsträger der Stadt Wien, wenn es auch stimmt, dass wir im Auftrag der Stadt Wien tätig werden. Wir haben wirklich alle Freiheiten die man braucht um ein so wichtiges Projekt erfolgreich umzusetzen.
FM5: Warum soll ich www.soundbase.at in meinem Browser eintippen?
Hmm. Eine gute Frage. Weil es erstens einmal gute Angebote gibt, weil es für akkustische Bands Möglichkeiten gibt zusätzliche Auftritte zu bekommen und weil es immer wieder gute Seminare Angeboten gibt. Noch dazu gibt es ein Forum wo sich Musiker austauschen können. Zudem gibt es natürlich jede Menge Infos rund um CD-Demo oder dem Feedback.
FM5: Wofür steht Soundbase in drei kurzen Sätzen.
Erstens für Förderung von jungen Musikern und Musikgruppen. In zweiter Linie für Workshops und Weiterbildung.
Danke!
Ich gehöre zu den Personen die von Anfang an dabei waren. In FM5 steckt nicht nur viel Zeit sondern auch ganz persönliches von mir. Im Moment habe ich mich ans Doktorat gemacht. Ich gehöre wohl zu den Personen, die nie Zeit haben...
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